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Schritt 7: Nutzwertberechnung

Die in Schritt 6 ermittelten Kriterienwerte werden mit den in Schritt 5 (bzw. 5a/5b) ermittelten Kriteriengewichten multipliziert. Das Ergebnis sind die Kriterienpunktwerte. Was noch bleibt, ist, die Summe aller Kriterienpunktwerte je Alternative zu bilden. Tabelle 2.11 zeigt dies am Bespiel der Daten aus Tab. 2.10 (Wert) und Tab. 2.8 (Gewicht). Diese Summe wird als „Nutzwert“ bezeichnet.

Das Ergebnis des Verfahrens ist, dass die Alternative Z der Alternative X und diese wiederum der Alternative Y vorzuziehen ist, denn sie weist mit 5,598 den höchsten Nutzwert auf.

Wenn das Verfahren bis zu diesem Schritt in der Form durchgeführt wurde, dass mehrere Teilnehmer unabhängig voneinander eine Nutzwertanalyse durchführten, gilt es nun, die Ergebnisse aller Verfahrensteilnehmer zu addieren. Tabelle 2.12 zeigt ein mögliches Ergebnis.

Schritt 8: Sensibilitätsanalyse

Die obigen Ergebnisse erscheinen klar und eindeutig. Bei korrekter Anwendung der Methode darf davon ausgegangen werden, dass der Nutzen einer jeden Entscheidungsalternative so korrekt, wie es das Urteilsvermögen und die prognostischen

Tab. 2.12 Aggregation der Nutzwertanalysen aller Teilnehmer durch Werteaddition

Teilnehmer

Nutzwert Alternative X

Nutzwert Alternative Y

Nutzwert Alternative Z

Hr. Müller

5,219

4,910

5,598

Hr. Meier

4,534

4,843

6,212

Fr. Schulz

6,001

4,246

6,395

Summe

15,754

13,999

18,205

Gesamtplatz

2

3

1

Fähigkeiten der Verfahrensteilnehmer zulassen, ermittelt wurde. Wahrnehmungsverzerrungen, von der hyperbolischen Diskontierung von Zukunftserwartungen bis hin zu Einflüssen durch z. B. Verfügbarkeitsheuristiken, wurden reduziert.

Die Details einer Sensitivitätsanalyse sind in Kühnapfel (2013) beschrieben. Die grundsätzliche Mechanik ist, die zwei Stellgroßen „Kriteriengewichte“ und „Kriterienbewertungen“ zu variieren, um herauszufinden, ob sich die Nutzwerte der Handlungsalternativen und damit die Präferenzordnung verändern. Empfehlenswert ist dieser Schritt, wenn der Moderator feststellen sollte, dass die Urteile der Teilnehmer zu sehr durch die Dynamik der Diskussion beeinflusst worden sind.

Schritt 9: Dokumentation des Ergebnisses

Ein letzter Arbeitsschritt ist die Dokumentation des Ergebnisses. In den meisten Unternehmen wird dies in Form einer Präsentation zusammengefasst. Eine Beschreibung der Methodik kann als Anhang hinzugefügt werden, ebenso wie die Details der Sensibilitätsanalyse aus Schritt 8. In der Praxis zeigt sich an dieser Stelle oftmals das Problem, dass durch die Methodik der Nutzwertanalyse eliminiert wurde: Die Zuhörer werden durch ihre distanzierte Gesamtschau auf das Problem eine Vorabmeinung haben, und, sofern die Nutzwertanalyse ihre Meinung nicht bestätigt, das Verfahren in Zweifel ziehen. Auch die Teilnehmer selbst sind oftmals von dem Ergebnis überrascht. Doch die Unbestechlichkeit der Resultate ist eindeutig. Die Fragmentierung der Problemstellung in Häppchen, die vorurteilsfrei betrachtet und bewertet wurden, führte zu einem nachvollziehbaren Ergebnis, das jeder Prüfung standhält.

 
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