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4.1.2. Ausgangssituation

4.1.2.1. Schnelldiagnose

Die niedrige Inanspruchnahme des EA lässt auf einen geringen Bekanntheitsgrad unter den Dienstleistern schließen, den es vor allem im EU-Ausland zu verbessern gilt. Problematisch ist dabei vor allem die geringe Ausrichtung der bisherigen Bekanntmachung auf die ausländischen Dienstleister sowie das mangelnde Bewusstsein für eine dahingehende Kommunikationsnotwendigkeit. Es sind daher nicht nur Maßnahmen zur externen Kommunikation notwendig, sondern auch für die interne Kommunikation zwischen den für die Umsetzung der EU-DLR zuständigen Stellen.

4.1.2.2. Kommunikationsobjekt: Stärken und Schwächen

Zunächst sollen Stärken und Schwächen des Kommunikationsobjekts, des EA und seines Angebots, aus der Sicht der Zielgruppe bewertet werden. Für die vorliegende Gegenüberstellung der für die Bekanntmachung relevanten Stärken und Schwächen wurden die Zielvorgaben der EU-DLR als Ausgangsbasis verwendet. Außerdem flossen Aussagen der EAs aus den bisherigen Erhebungen sowie der schriftlichen Befragung mit ein, die Probleme bei der Informationserteilung oder der Verfahrensabwicklung schilderten.

Als Stärke des EA kann sein Serviceangebot als zentrale Anlaufstelle für die Informationserteilung und die Abwicklung der für die Aufnahme und die Ausübung notwendigen Verfahren, Genehmigungen und Formalitäten gewertet werden. Die Kosten- und Zeitersparnis aufgrund der beschleunigten und vereinfachten Verfahrensabwicklung stellt einen Mehrwert für die Dienstleister dar und kann bei der Bekanntmachung als ein Argument für eine stärkere Nutzung des EA angeführt werden. Zudem wurde durch Experteninterviews bestätigt, dass die Dienstleister, die das EA-Angebot bereits genutzt haben, dieses schätzten und wiederholt in Anspruch nahmen. Darüber hinaus können die Dienstleister auch durch die zeitliche und örtliche Flexibilität, die sie mit der Möglichkeit einer Verfahrensabwicklung über elektronischem Wege erlangen, profitieren. Außerdem befindet sich der EA noch in der Entwicklungsphase, was auf ein Weiterentwicklungspotential im Bereich der Kundenorientierung schließen lässt, zumal die KOM bereits den Ausbau des EA der 2. Generation angekündigt hat.

Eine weitere Stärke des EA-Angebots liegt auch in der Kostenfreiheit, da diese jedoch nicht in allen Bundesländern gegeben ist, kann diese auch nicht vordergründig beworben werden.

Als kommunikationsrelevante Schwächen können hingegen der geringe Bekanntheitsgrad sowie die hohe Erklärungsbedürftigkeit des EA aufgrund der vielfältigen Umsetzungsmodelle gewertet werden. Zu letzterem zählt auch die Problematik der irreführenden Bezeichnung „EA“, die eine besondere Kommunikation benötigt. Problematisch ist auch der unbekannte Mehrwert des EA unter den Dienstleistern und die bisherige Minderung des Nutzens des EA aufgrund der Begrenzung des Aufgabenportfolios sowie bestehender technischer und rechtlicher Hürden. Weitere Punkte, die Berücksichtigung finden müssen, sind die Sprachbarrieren aufgrund der fehlenden Mehrsprachigkeit des Angebots sowie mögliche Bedenken der Dienstleister gegen Online-Verfahren.

Tabelle 2: Stärken-Schwächen-Analyse des EA

Stärken

Schwächen

• Service-Angebot: zentrale Anlaufstelle für Informationserteilung und Verfahrensabwicklung

• Kosten- und Zeitersparnis durch Verfahrensvereinfachung und -beschleunigung

• hohe Akzeptanz und Zufriedenheit der bisherigen Nutzer

• zeitliche und örtliche Flexibilität für Dienstleister: leichtere Kontaktmöglichkeit, größere Erreichbarkeit

• Entwicklungspotenzial des EA

• (Kostenfreiheit)

• geringer Bekanntheitsgrad

• Erklärungsbedürftigkeit aufgrund vielfältiger Umsetzungsmodelle

• Nutzenminderung durch Begrenzung des Anwendungsbereiches sowie durch bestehende technische Hürden

• unerkannter Mehrwert des EA

• Sprachbarrieren aufgrund fehlender Mehrsprachigkeit

• Bedenken gegen Online-Verfahren

• irreführende Bezeichnung „EA“

(Eigene Darstellung)

 
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