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Kooperationen und Netzwerke

Es bestehen vielfältige Kooperationen und Netzwerke, die zur Bekanntmachung des EA genutzt werden. Die am häufigsten genannten Kooperationspartner sind Kammern (83,3%), Kommunen (66,7%) und Wirtschaftsförderer (61,9%), also vor allem jene, die selbst die Funktion als Träger der EAs in der BRD übernommen haben oder als zuständige Stelle im Back Office die Verfahren abwickeln. Außerdem bieten sich vor allem die Kammern und Wirtschaftsförderer als Kooperationspartner an, da sie über einen direkten Kontakt zu den Unternehmen verfügen und bereits auf ein ausgebautes Netzwerk zurückgreifen können. Ob sich die innerstaatlichen Kooperationen jedoch auch ähnlich im Ausland nutzen lassen würden, bleibt zu bezweifeln. Im Falle der AHK funktioniere dies in einigen Fällen ganz gut, insbesondere bestehe auch eine gute Basis für Kontakte zu und den Austausch mit ausländischen EAs, wie aus Kreisen der Kammern berichtet wurde. Allerdings müsste ein entsprechendes und flächendeckendes Netzwerk erst aufgebaut werden.

Weitere Kooperationspartner stellen Multiplikatoren wie Unternehmens- und Steuerberater sowie Unternehmensverbände, die Landesregierungen oder EA-Koordinatoren auf Landesebene (je 7,1%), die Universitäten sowie Wirtschaftsministerien dar. Grenzüberschreitende Netzwerke werden von 11,9 Prozent der EAs genutzt. Hauptsächlich konzentrieren sich diese auf die Zusammenarbeit mit ausländischen EAs (4,8%) und in den EUREGIO (4,8%).

Prüfung der Hypothesen

Im Vorfeld der schriftlichen Befragung wurden auf der Grundlage der Experteninterviews drei Ziele formuliert, die mit Hilfe von Hypothesen untersucht werden sollten. Das erste Untersuchungsziel beinhaltet die Analyse des Zusammenhangs zwischen Nachfrage und Bekanntheit des EA. Die Prüfung der ersten Hypothese ergab, dass die Nachfrage des EA durch die Dienstleister bisher als gering einzuschätzen ist und Informationsauskünfte den größten Anteil der Anfragen ausmachen, wohingegen die Fallzahlen der Verfahrensabwicklung bisher niedrig ausfielen. Somit hat sich die erste Hypothese bestätigt.

Die zweite Hypothese, die annahm, dass der Großteil der Anfragen bisher aus dem Inland erfolgt, wohingegen die ausländischen Dienstleister die Minderheit der Nachfragenden darstellen, wurde durch die Befragung ebenfalls gestützt.

Zudem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sich auch die dritte Hypothese bestätigt. Die Mehrheit der antwortenden EAs sieht einen engen Zusammenhang zwischen dem Bekanntheitsgrad des EA und der Inanspruchnahme durch die Dienstleister. Wobei der derzeitige Bekanntheitsgrad des EA unter den Dienstleistern mit der Note 4,5 bzw. 5,0 bewertet wird. Die Ergebnisse der Auswertung lassen zudem vermuten, dass die Annahme eines Zusammenhangs sich positiv auf das Bekanntmachungsverhalten ausübt.

Das zweite Ziel der Befragung war eine Bestandsaufnahme der verwendeten Kommunikationsmittel sowie die Einschätzung der Wirkung dieser. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der externen Bekanntmachung des EA.

Die erste Hypothese, dass bisher nur eine geringe Bekanntmachung stattfand, die sich zudem nur auf eine kleine Bandbreite von Kommunikationsmitteln stützt, bestätigte sich nicht. Lediglich der vermutete Verbreitungsradius mit Schwerpunkt auf der regionalen und Länderebene erwies sich als richtig.

Die Annahme der zweiten Hypothese ging davon aus, dass bisher keine grenzüberschreitende Bekanntmachung stattfindet. Es zeichnet sich indes eine geringe grenzüberschreitende Bekanntmachung ab, womit die Hypothese widerlegt wurde. Bisher gaben lediglich zehn EAs an, die Institution auch unter ausländischen Dienstleistern bekanntzumachen. Wenngleich dies zeigt, dass bereits Ansatzpunkte für eine Bekanntmachung im Ausland existieren, bestätigte die Auswertung, dass bisher nur ein geringes Bewusstsein für eine externe Kommunikationsnotwendigkeit unter den EAs besteht.

Das Untersuchungsziel 3 diente dazu, herauszufinden, wen die EAs vorrangig in der Pflicht für die Bekanntmachung des EA-Angebots sehen. Die Hypothese, dass die EA die Pflicht nicht sich selbst, sondern zunächst den anderen Stellen zuschreiben, erwies sich als richtig. Lediglich bei der Bekanntmachung des EA im Inland sehen 29,5 Prozent auch eine Zuständigkeit bei den EAs, im Falle der externen Bewerbung sind dies nur 2,3 Prozent.

 
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