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8.7 Faktor 7: Eine bewusste Bereitschaft, sinnvolle Risiken einzugehen

Die siebte und letzte der Dimensionen beschäftigt sich mit dem Thema Risiko. Die Bereitschaft eines Unternehmens Risiken einzugehen und Mitarbeiter, die diese eingehen, auch zu stützen, ist basierend auf dem Modell mit der Fremdeinschätzung der Innovationsfähigkeit ein direkter Erfolgsfaktor für Innovation.

Dabei kann nicht allgemein gesagt werden, jedes Unternehmen muss hohe Risiken eingehen um innovativ zu sein. Das Maß an Risiko hängt stark um Umfeld ab, in dem sich das Unternehmen bewegt (vgl. Miles & Snow, 1978). Miller & Friesen (1984) implizieren beispielsweise, dass in einem dynamischen, feindlichen und heterogenen Umfeld höhere Innovationsaktivität vonnöten ist und damit auch ein höheres Maß an Risiken eingegangen werden muss. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Unternehmen sich über die Zeit verändern; was richtig war muss nicht richtig bleiben (vgl. Miller & Friesen, 1982).

Unstrittig ist aber, dass Risiken eingegangen werden müssen und dass ein sinnvolles Eingehen von Risiken erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheidet (vgl. Cooper, 1984). Mensch (1972) postuliert sogar, dass nur durch völlig neue Entwicklungen, sogenannte Basisinnovationen, Unternehmen einen deutlichen Sprung im ökonomischen Sinne machen können. Diese zu entwickeln erfordert aber ein großes Risiko, daher finden sich solche Basisinnovationen vornehmlich in Phasen der wirtschaftlichen Stagnation. Entscheidend ist daher, dass Unternehmen auch ohne diesen äußeren Druck ein ausreichendes Maß an Risikobereitschaft finden.

Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass Unternehmen aktiv die Mitarbeiter animieren Risiken einzugehen, eigenständig Projekte umzusetzen und einen Gründergeist im Unternehmen befürworten. Gleichzeitig muss diese Kultur von den Führungskräften vorgelebt werden, indem diese eigene Risiken eingehen, und ihre Karrieren vom Erfolg von Innovationen abhängig machen. Dies schafft ein Umfeld, das wenig planbar ist, aber einen guten Boden für innovatives Verhalten bietet. Solche Unternehmen, die bereit sind auch Risiken einzugehen, werden auch als Forschungspartner im Markt geschätzt, was neue Ideen in das Unternehmen bringt.

Allgemein kann festgehalten werden, dass dieser letzte Faktor für eine Kultur steht, die kalkuliert Risiken eingeht und die Bereitschaft dazu auch bei den Mitarbeitern belohnt.

8.8 Zusammenfassung

Es konnte gezeigt werden, dass die sieben Faktoren es Unternehmen erlauben, ein weitgehend vollständiges Bild ihrer Innovationsaktivitäten zu zeichnen und dabei wichtige Erfolgsfaktoren für zukünftige Innovationen und damit den unternehmerischen Erfolg transparent zu machen.

Das Modell zeigt mit den sieben Faktoren einen Ansatz auf, die Mehrzahl der verschiedenen, recht fragmentierten Ansätze der Innovationsforschung in einem Modell zu vereinen. Dabei gibt es durchaus Themen in der Innovationsforschung, die durch das Modell nicht abgebildet werden können. Dies hängt damit zusammen, dass der Fokus hier auf Unternehmen gerichtet ist und nicht auf die agierenden Personen. Dennoch können deren Persönlichkeitsmerkmale durch einen entsprechenden Führungsstil beeinflusst (Faktor 1 und 5), oder durch die Bereitstellung von Ressourcen zur Entfaltung gebracht werden (Faktor 6).

Insgesamt kann daher subsumiert werden, dass im Sinne des definierten Forschungsfokus das Modell dem Anspruch des übergeordneten, holistischen Gesamtkonstruktes entspricht.

 
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