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8.6 Faktor 6: Ein gut organisiertes Ressourcen- und Portfoliomanagement

Der sechste der sieben Faktoren umfasst das Management des Portfolios innerhalb der Leitplanken der Innovationsstrategie und damit einhergehend das Management der benötigten Ressourcen, ob materieller oder immaterieller. Dieser Faktor ist verwandt mit dem zweiten Faktor der Innovationsstrategie. Das Ressourcen- und Portfoliomanagement ist die konkrete Umsetzung der Strategie, welche den Rahmen vorgibt in dem sich das Management bewegt. Es muss sichergestellt werden, dass die Priorisierung und der Rahmen der Strategie in der Auswahl und der Unterstützung der Projekte reflektiert wird.

Daher ist auch nicht verwunderlich, dass auch das Ressourcen- und Portfoliomanagement basierend auf den untersuchten Modellen keinen direkten Erfolgsfaktor für Innovation darstellt. Einzig bei der Betrachtung der Hochtechnologieindustrie, losgelöst von den anderen, konnte bei dem Modell mit der Selbsteinschätzung ein signifikanter, positiver Zusammenhang gefunden werden. Dies soll hier nochmals erwähnt, aber aufgrund der kleinen, eigentlich unzureichenden Datenbasis nicht weiter diskutiert werden.

Im Rahmen des Portfoliomanagements ist es notwendig, zu jedem Zeitpunkt vollständige Transparenz über den aktuellen Status der Projekte zu haben und durch entsprechende Managementtools den Fortschritt und das Risiko der Projekte nachzuhalten. Sind einzelne Indikatoren nicht entsprechend den Vorgaben, dann müssen einzelne Projekte auch gestoppt werden, damit die Ressourcen anderen Projekten zugute kommen.

Damit kommt auch dem Ressourcenmanagement eine wichtige Bedeutung zu. Zugriff auf Ressourcen ist für die Entwicklung und Implementierung von Ideen notwendig (vgl. Axrell et al., 2000). Unternehmen brauchen daher vollständige Transparenz über die benötigten und eingesetzten Ressourcen und müssen sicherstellen, dass die Projekte ausreichend versorgt werden. Ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Innovationsprojekten ist eine Unterversorgung mit finanziellen oder anderen materiellen Ressourcen.

Aber auch immaterielle Ressourcen sind für die Entwicklung einer Innovation wichtig. Beispielsweise kann basierend auf der psychologischen Innovationsforschung gezeigt werden, dass Wissen, im Besonderen die Verfügbarkeit von Wissen, eine große Bedeutung für innovatives Verhalten hat (vgl. Amabile, 1996; Weisberg, 1999).

„Die Bereitstellung und systematische Sammlung von Wissen kann durch das Unternehmen gefördert und organisiert werden. Das Management der ,Ressource' Wissen stellt damit kongruent über die aktuelle Forschung als auch die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit einen wichtigen Erfolgsfaktor für Innovationsfähigkeit dar“ (Maier et al., 2007).

Das Wissen über den Status der aktuellen Innovationsprojekte und damit einhergehend die Möglichkeit der Priorisierung und des selektiven zur Verfügung stellen von endlichen Ressourcen ist somit ein wichtiger Prädiktor für den Innovationserfolg. Gleichzeitig ist es im Rahmen des Ressourcenmanagements wichtig, Ressourcen wie Wissen möglichst breit in der Organisation zu verbreiten und einen möglichst ungehinderten Informationsfluss zu gewährleisten, da dies eine notwendige Voraussetzung für Kreativität (Damanpour, 1991) und Innovationserfolg darstellt.

 
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