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8.5 Faktor 5: Eine gelebte Ziel- und Erfolgsorientierung

Die fünfte der sieben Dimensionen beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten einer ziel- und erfolgsorientierten Organisation und ist basierend auf dem Modell mit der Fremdeinschätzung ein direkter Erfolgsfaktor für Innovation.

Dabei geht es hier um eine klare Ziel- und Erfolgsorientierung mit einem hohen Erwartungsdruck und der Forderung nach sichtbaren Erfolgen. Entgegen der Erwartung zeigt aktuelle Forschung, dass das ausdrückliche Setzen von Kreativitätszielen die kreative Leistung erhöht (vgl. Shalley, 1991, 1995). Dabei ist es aber wichtig, dass dennoch eine hohe Toleranz für Fehler existiert, diese aber von Vorgesetzten und Kollegen angesprochen und thematisiert wird. Insbesondere wird die Kreativität in einem Umfeld angeregt, in dem die Erreichung dieser Ziele auch mit Anerkennung verbunden ist (vgl. Zhou & George, 2001).

Auch im weiteren Prozess bleibt diese Leistungsorientierung wichtig, denn nur „eine hohe Aufgaben- und Leistungsorientierung stellt die motivationale Basis dar, produktivitätsförderliche Produkte oder Prozesse auch anzuwenden“ (Maier et al., 2007) und beispielsweise Widerstände in der Organisation zu überwinden. Dabei wird durchaus Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt, dass sie diese Ziele erreichen. Aber in diesem Umfeld wirkt sich dies positiv auf die Innovationsleistung aus (vgl. Zhou & George, 2001).

Wichtig dabei ist das Verhalten im Top-Management. Es müssen klare, nachvollziehbare Ziele gesetzt werden, schnelle und effiziente Entscheidungsprozesse aufgesetzt werden (vgl. Salomo et al., 2007), welche der Dynamik und der Schnelligkeit von innovativem Verhalten Rechnung tragen und schließlich müssen die Erfolge durch Anerkennung gewürdigt werden. Damit kommt dem Führungsverhalten eine Schlüsselrolle zu.

Unternehmen mit einer klaren Zielorientierung sind sehr robust und wirken sicher und zielstrebig (vgl. Aaker, 1997). Sie haben eine gewisse Arroganz, welche in dem beschriebenen Umfeld das Selbstbewusstsein und damit eine höhere Bereitschaft fördert, Risiken einzugehen und so Erfolge zu erzielen. Innovationsziele persistent zu verfolgen, ist nachgewiesenermaßen förderlich für den Innovationserfolg (vgl. Latham & Le Bas, 2004).

Damit widersprechen sich die Faktoren 1 und 5 nicht, sondern sind Komplemente.

„Ein hohes Maß an ,Unterstützung von Innovation' stellt sicher, dass die Teammitglieder neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind und sie nicht durch Koalitionsbildung oder Machtkämpfe verhindern. Eine hohe ,Aufgaben- und Leistungsorientierung' stellt die motivationale Basis dar, produktivitätsförderliche Produkte oder Prozesse auch anzuwenden“ (Maier et. al, 2007).

Eine ziel- und erfolgsorientierte Kultur ist somit eine fordernde Kultur, welche die Mitarbeiter aber gleichzeitig fördert, befähigt und dazu antreibt, Innovationsziele umzusetzen und Innovationen auch gegen Widerstände voranzutreiben.

 
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