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8.4 Faktor 4: Eine klare Organisation und Rollenverteilung

Für den vierten der sieben Faktoren konnte durch die Fremdeinschätzung klar gezeigt werden, dass es sich dabei um einen direkten Erfolgsfaktor für Innovation handelt. Dieser beinhaltet verschiedene Bereiche der Organisation, beispielsweise wie Arbeitsaufgaben definiert sind, wie der Informationsfluss innerhalb des Unternehmens ist, wie übergeordnete Prozesse aufgesetzt sind, und gleichzeitig wie die Rollenverteilung innerhalb des Unternehmens strukturiert ist.

In einem Unternehmen, das eine hohe Innovationsfähigkeit aufweist, gibt es klare Verantwortlichkeiten für Innovation und Zusammenarbeit über die Grenzen der Abteilungen hinweg. Beispielsweise ist die Kooperation zwischen dem Forschungs

& Entwicklungs-Bereich und dem Marketing eine zentrale Schlüsselvariable für erfolgreiche Produktinnovationen. In beiden Abteilungen liegen wichtige Informationen für potentielle Innovationen; im Forschungs & Entwicklungs-Bereich beispielsweise technologisches Wissen, im Marketing fundierte Kenntnisse über den Markt (Maier et al., 2007). Griffin & Hauser (1996) konnten zeigen, dass je besser die Kooperation zwischen diesen beiden Abteilungen verläuft, desto höher ist auch der Produkterfolg. Klare Verantwortlichkeiten sollten auch im Management herrschen, wenn Informationen an einer Stelle zusammenlaufen und politische Einflussnahmen und Entscheidungen vermindert werden können, dann ist der Innovationserfolg wahrscheinlicher.

Für Innovationen, die nahe am Kerngeschäft liegen, sollte es außerdem einen klaren Prozess geben, zu dem auch klar definierte Zwischenziele (engl. „Stage-gates“) gehören. Diese Zwischenziele müssen nachgehalten werden und von einem Gremium, das sich aus Verantwortlichen aus verschiedenen Bereichen zusammensetzt, überprüft werden. Auf diese Weise ist einerseits eine integrative Sichtweise gewährleistet, andererseits ist der Prozess strukturiert und effizient. Projekte, die Zwischenziele nicht erreichen können, müssen frühzeitig abgebrochen werden oder mit weiteren Mitteln ausgestattet werden; je nachdem, wo die Ressourcen am sinnvollsten einzusetzen sind.

Zu einer Aufteilung der Verantwortung gehört auch eine klare Rollenverteilung und damit Spezifikation der Arbeitsaufgaben. Die Definition des Handlungsspielraums (z. B. Amabile et al., 1996) oder auch der Aufgabenstellung (vgl. Oldham & Cummings, 1996) spielt hier eine wichtige Rolle und ist ein Kernstück der psychologischen Innovationsforschung. Darauf aufbauend werden auch in der psychologischen Innovationsforschung soziale und organisatorische Merkmale berücksichtigt (Maier et al., 2007).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass basierend auf diesem Faktor es einerseits klare Prozesse und Verantwortlichkeiten geben muss, aber auf der anderen Seite auch Zusammenarbeit über die Abteilungsgrenzen hinweg und Unterstützung aus dem Management erforderlich, damit eine Innovation erfolgreich werden kann.

 
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