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3 Grundlagen der Untersuchung

3.1 Begriff der Innovation

Der Begriff Innovation geht auf die lateinischen Begriffe „novus“ und „innovatio“ zurück, welche mit „neu“ bzw. „neu Geschaffenes“ oder „Erneuerung“ übersetzt werden können. Die heutige Verwendung des Wortes Innovation geht auf den österreichischen Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter (1883–1950) zurück (vgl. Strecker, 2009). Er definierte Innovation als Umsetzung einer neuen Faktorkombination, damit Veränderung der Produktionsfunktion, beispielsweise durch neue Produkte, oder neue Produktionsmethoden (Schumpeter, 1911/2006).

Der Begriff der Innovation wird in verschiedenen Wissenschaften verwendet und ist nicht übergreifend definiert. Eine der kürzesten, aber gleichzeitig umfassendsten Definitionen kommt von Maier, Frey, Schulz-Hardt & Brodbeck (2001): „Allgemein kann unter Innovation die Entwicklung, Einführung und Anwendung neuer Ideen, Prozesse, Produkte oder Vorgehensweisen, von denen Einzelne, Gruppen oder ganze Organisationen profitieren, verstanden werden.“

Diese Dreiteilung in der Definition stützt auch Hauschildt (2004), wobei er postuliert, dass Innovation immer etwas „Neues“ sein muss. Er unterscheidet somit eine prozeduale Dimension („Wo beginnt, endet die Neuerung“), eine inhaltliche Dimension („Was ist neu?“) und eine subjektive Dimension („Neu für wen“). Für die prozeduale Dimension geht aus der Definition von Innovation hervor, dass Innovation sich nicht auf das Entwickeln einer neuen Idee beschränkt, sondern dass diese auch umgesetzt werden muss (vgl. King, 1990; West & Farr, 1990).

Gegenstand der Innovation kann die Verbesserung bestehender Produkte oder Dienstleistungen sein, die Optimierung interner Abläufe oder die Entwicklung ganz neuer Produkte (Anderson & King, 1993). Hauschildt (1997) sieht dies ähnlich, wobei er beispielsweise die internen Abläufe genauer spezifiziert und hier zwischen Prozessinnovation und Organisationsinnovation unterscheidet. Außerdem erweitert er die „ganz neuen Produkte“ um die Dimension der Geschäftsmodell-Innovationen. Damit ist die Erneuerung der Branchenstruktur oder der Marktstrukturen gemeint, ein aktives Ändern der Spielregeln (vgl. Wahren, 2004).

Als Letztes geht aus der obigen Definition hervor, dass diese Neuerungen zum Nutzen von einem Individuum, einer Gruppe von Personen oder von Organisationen auch eingesetzt werden muss. Diese Nutzenbedingung ist wichtig, denn damit ist nicht jede umgesetzte Idee automatisch eine Innovation. Die Reichweite der Innovation kann dabei vom Individuum bis hin zur gesamten Menschheit reichen (vgl. Hauschildt, 1997).

Für die vorliegende Arbeit wird der Innovationsbegriff nach Maier et al. (2001) zugrunde gelegt, wobei im Speziellen als Gegenstand der Innovation Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Geschäftsmodelle untersucht werden.

 
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