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11 Fazit

Die vorliegende Arbeit hatte das Ziel, Aspekte für das Verständnis der Eigenlogik der Entstehung des Stadtlandhybriden Los Angeles im Kontext der Entwicklung sozialer, ökonomischer, politischer und kultureller US-amerikanischer Spezifika sowie vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen zu erörtern[1]. Die Genese der physischen Grundlagen des Stadtlandhybriden Los Angeles basiert nicht allein auf ökonomischen Entwicklungen, es greifen vielmehr mit ökologischen Prozessen interferierende soziale, ökonomische, kulturelle und politische Entwicklungen ineinander, die in ästhetisierter Betrachtung die angeeignete physische Stadtlandschaft von Los Angeles ausmachen. Die (zugeschriebene) Ordnung von (physischem) Raum unterliegt dabei einer steten ästhetischen Beeinflussung, da stets (normativ) Zusammengehöriges von nicht Zusammengehörendem geschieden wird. Die Entwicklung des Stadtlandhybriden Los Angeles wird somit maßgeblich von sozial definierten und machtvermittelten Sollvorstellungen gesellschaftlicher Landschaft bestimmt, die sich insbesondere in Identitätskonstrukten äußern (nach außen beispielsweise durch Ab- und Ausgrenzung erst von San Diego und San Francisco, später dann New York). Als Medien des Kampfes um die Definitionshoheit von Los Angeles lassen sich Karten, Pläne, Zeitungsartikel, Romane ebenso wie Filme und Internetforen deuten.

Die Konstruktion des Stadtlandhybriden Los Angeles (auf der Ebene der angeeigneten physischen Landschaft) ist stärker als andere als Landschaft konstruierbare Räume simulacrisch (auf der Ebene der gesellschaftlichen Landschaft) geprägt. Diese (in der Regel ästhetisierte) soziale Konstruktion des Stadtlandhybriden ist stark von der medialen Präsenz (heute von Film, Fernsehen, Musik und Internet, zusätzlich zu den bereits früher wirkenden medialen Inszenierungen durch Bücher, Zeitschriften, Werbeschriften, Zeichnungen, Postkarten etc.) präformiert. Diese mediale Präsenz ist dabei in eine fortlaufende rekursive Verweisungsstruktur mit den physischen Grundlagen angeeigneter physischer Landschaft verbunden; wobei die Verweisungsrichtung häufig nicht primär in der Konstruktion gesellschaftlicher Landschaft durch die ästhetisierte Zusammenschau und symbolische Besetzung physischer Objekte als Los Angeles, sondern in umgekehrter Richtung erfolgt: Los Angeles und seine Kompartimente werden in ihrer physischen Struktur sozial präformierten Erwartungen angepasst. Als zentrale stereotype gesellschaftlich-landschaftliche Aspekte des Stadtlandhybriden Los Angeles lassen sich benennen: Downtown Los Angeles, Freeways, Autos, ewiger Sonnenschein, Strand (mit Surfern und anderen Individualsport Treibenden als Repräsentanten des Gesundheitswahns und Körperkultes), Palmen, Hollywood (insbesondere Filme mit Happy End einerseits und damit rekursiv verknüpft Glamour andererseits), Leben wie in einem Resort, Wohnen im Eigenheim (im Idealfall mit Swimming Pool), South Central als Schauplatz von Bandenkriegen und Riots, Disneyland, Ozon, gebräunte und durchtrainierte Weiße, illegale (mexikanische) Einwanderer, konsumorientierter Lebensstil, Stadt der Luftfahrt und ihrer physisch räumlichen Repräsentanzen (Luftfahrindustrie und Flughäfen/plätze), Stadt der Träume und Alpträume, Stadt der Kopien und Simulacra sowie Stadt der Zelebrierung des Banalen (u. a. Bushman 1992, Molotch 1998, Ong/ Blumenberg 1998, Campbell 2000, Miller/Hyslop 2000, Baboulet 2008, Culver 2010)[2]. Ein wesentlicher Aspekt der ästhetischen Konstruktion rekurriert auf die Ästhetik der Erhabenheit. Dabei ist die Ästhetik der Angst eine Ästhetik der Erhabenheit, sie ist eine Ästhetik der Faszination der Erhabenheit. Diese Erhabenheitsästhetik wiederum ist folgt man Lyotard (1987c und 1994) charakteristisch für eine postmoderne Ästhetik, die sich ist im Sinne Kants primär auf dynamische Aspekte bezieht. Dabei manifestiert sich diese dynamische Erhabenheit nicht primär in der Betrachtung von natürlichen, sondern vielmehr in der Betrachtung von sozialen Manifestationen oder natürlich-kultürlichen Hybriden, deren potenzielles Erleben eine verhaltene Angst auslöst, zu deren Charakteristika eine gewisse räumliche und zeitliche wie auch (bei gesellschaftlichen Interaktionen) soziale Distanz zählt. Riots oder alltäglicher, das, was Gangs genannt wird, werden somit zu den Objekten der Zuschreibung von sozialer dynamischer Erhabenheit. Erdbeben mit ihren Interferenzen mit gebauten Strukturen entwickeln als kultürlich-natürlicher Hybride in ihrer sozialen Repräsentation unter dem Modus dynamischer Erhabenheit eine besondere Anschlussfähigkeit, wobei die zeitliche Stochastik des Eintreffens eines starken Bebens (apostrophiert als The Big One) in Kombination mit potenziellen materiellen Schäden und Personenschäden das dynamische Element der zugeschriebenen Erhabenheit noch steigert. Insbesondere filmische Inszenierungen greifen auf die Los Angeles zugeschriebene Erhabenheitsästhetik zurück (z. B. in Erdbeben, USA 1974, Regie Mark Robson, zuletzt in Battle: Los Angeles, USA 2011, Regie Jonathan Liebesman). Dieses Potenzial der Dynamik von Erhabenheit ist bei der Betrachtung eines anderen kultur-natürlichen Hybriden deutlich geringer: dem OzonSmog. Er ist alltäglich, die Folge alltäglichen und ritualisierten Handelns und trifft insbesondere diejenigen, die abseits der Mehrheitskultur stehen, also insbesondere jene, die kein Auto fahren (weil ihnen das ökonomische Kapital fehlt). Ozon-Smog ist eine Nebenfolge aus natürlichen Bedingungen (subtropisches Klima, See-Gebirge-Konfiguration) und dem Drang nach kontingenzmindernder Gemeinschaft der Gleichgesinnten, die wiederum beider so bedingten Trennung von Arbeits- und Wohnstandort durch Nutzung des eigenen Autos möglich wird. Eine solche Kontingenzvernichtung als Segregationsprozess richtet sich primär gegen die Konfrontation mit anderen Lebenswelten und deren physischen Manifestationen mit dem Ziel der Wahrung von zeitlicher und räumlicher Distanz. Die Faszination der dynamischen Erhabenheit ist eine Faszination aus der Distanz zeitlich und räumlich. Aktualisiert sich das Objekt oder das Geschehen der dynamisch-erhabenen ästhetischen Betrachtung zeitlich und räumlich, entwickelt sich aus Faszination Angst. Die Kontingenzvernichtung bezieht sich aber auch sekundär auf die Ausblendung der überkomplexen und damit unverständlich gewordenen globalisierten Gesellschaft mit ihren lokalen Auswirkungen, die wiederum in unterschiedlichem Ausmaß rekursiv in der Lage sind, globale Systeme zu beeinflussen (wobei bestimmten Teilen von Los Angeles eigens der unter Hollywood subsumierten Filmwirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt; vgl. auch Keil 1998). Damit lässt sich auch die Ästhetik des Niedlichen (modern ausgedrückt: des Kitsches) in dem und im Umfeld des suburbanen Eigenheims als eine Reaktion auf die Ästhetik des Erhabenen deuten, dessen Dynamik einerseits auf kontingenten und komplexen globalen Prozessen basiert und durch lokale Manifestationen (von japanischen Bürohochhäusern bis hin zu Riots) transzendiert, und andererseits auch Kultur-Natur-Hybriden wie Erdbeben umfasst.

Die Verlagerung der Interpretation von der sozialen Sicherheit zur physischen Sicherheit infolge des globalisierungsinduzierten Kontrollverlustes territorialer fixierter Staaten erzeugt wiederum Verunsicherung, schließlich ist die eine Form von Sicherheit nicht durch die andere substituierbar. Die Sehnsucht nach sozialer Sicherheit (als Form der Angstreduzierung) und ihren ästhetischen Symbolen bei gleichzeitiger Verweigerung dieser sozialen Sicherheit induziert die physische Sicherung der (scheinbaren) Refugien der sozialen Sicherheit. Die exklusivistische Desurbanisierung ist ebenso ein Festhalten an den in der Moderne generierten Handlungs- und ästhetischen Deutungsmustern wie die zidatellenhafte Sicherung von Downtown L. A. Dem postmodernen Freisetzen des Individuums aus kollektiven sozialen Erlebnis- und Problemlösungskontexten und die damit erzwungene Individualisierung bedeutete auch eine Individualisierung von Angst (Baumann 2000: 95; Hervorh. im Orig.): Die große Angst wurde in kleine Einheiten parzelliert und dann privatisiert. Die Entkollektivierung von Lebenslagen unterbindet dabei eine aktive gemeinschaftliche Reaktion auf die Angst (etwa in Form einer Rebellion): Private Ängste begegnen selten anderen privaten Ängsten, und wenn es doch geschieht, dann erkennen sie einander nicht leicht (Bauman 2000: 95). Die Privatisierung von Angst induziert eine passive Reaktion, die sich in Rückzug und Verteidigung einer scheinbaren Sicherheit äußert, einer modernistisch-exklusivistischen Sicherheit, deren Brüchigkeit stets präsent bleibt, an der, in Ermangelung an adäquaten Deutungsmustern, aber festgehalten wird. Die Dimension der Ab- und Ausgrenzung als vormals stabile Unterscheidung zwischen uns und denen da, zwischen dem Eigenen und Fremden (Eickelpasch u. Rademacher 2004: 52; vgl. auch Tuan 1979, Eisel 2009) wird angesichts einer zunehmenden Mobilität, der Synthese von Regional- und Globalkultur sowie dem Hinterfragen von Definitionsmacht des Reinen in der Postmoderne verstärkt unscharf und inadäquat. Dennoch wird auf die Herausforderungen der Postmoderne (insbesondere der Pluralisierung) mit diesen modernen Strategien der Konfliktregelung (vorwiegend der Exklusion des Andersartigen) reagiert. Diese Reaktion lässt sich als kulturelle Phasenverschiebung (Ogburn 1964) deuten. Dennoch lösen diese Strategien aufgrund ihrer vielfach latenten, häufig manifesten Inadäquatheit wiederum Angst aus. Die Ablehnung der Flüchtigkeit der Postmoderne und der Versuch ihrer Wiederverfestigung aus Angst vor Unsicherheit manifestiert sich (nicht nur in Los Angeles, dort aber in besonders deutlicher Form) in einem Leben von Menschen hinter Mauern, dem Engagement von bewaffneten Wachen, der Nutzung gepanzerter Fahrzeuge, dem ständigen Mit-sich-führen von Tränengas und Pistolen, dem Betreiben von Kampfsport. Wobei die Problematik dieser Inadäquanz der Reaktion auf die Herausforderung der Netzwerkgesellschaft darin liegt, dass sie [den oben angesprochenen Verhaltensweisen; Anm. O. K.] das Gefühl der Unordnung, das wir mit ihnen bekämpfen wollen, bestätigen und erzeugen (Bauman 2008: 18), in der Terminologie der Kybernetik also positiv rückkoppeln, d. h. selbst verstärken. Die Funktion der Ästhetik in diesem Rückkopplungsprozess ist ganz im modernistischen Sinne die Codierung in schön und hässlich: Das Schöne, also die geordnet erscheinende Innenseite (des Bürokomplexes, der Gated Community oder der Shopping Mall), wird aus Angst vor Verlust gegen das ungeordnet scheinende (d. h. das von Kontingenz geprägte) Außen geschützt, Bürokomplexe, Gated Communities und Shopping Malls sind physische Repräsentanzen der Angst vor kognitiver Unbestimmtheit und Ungewissheit (Bauman 2009a: 237) und lassen sich als Versuche verstehen, die eigene Lebenswelt von Fremden freizuhalten (Bauman 2009a: 237; vgl. auch Stichweh 2010, Wyckoff 2010). Die Shopping Mall repräsentiert die Segregation in doppelter Hinsicht, einerseits schränkt sie durch ihre siedlungsstrukturelle Anordnung zumeist in Suburbien und durch ihre Ausrichtung auf die Strukturen des motorisierten Individualverkehrs ihren Nutzerkreis deutlicher ein als dies ein Central Business District vermag, andererseits erlauben sie als Repräsentanten des teilöffentlichen Raumes stärkere Zugangsbeschränkungen als öffentliche Räume. Die extreme Angst vor dem Fremden, die daraus resultierende soziale Segregation und Polarisierung, die daraus wiederum resultierenden physischen Manifeste der Angst und deren Ästhetisierung lassen Los Angeles als lokale und bisweilen apokalyptische Inkarnation der Huntigtonschen Vision des Kampfes der Kulturen (Huntington 1993; vgl. auch Stearns 2006) erscheinen. Ein traditionelles und immer wieder aktualisiertes Deutungs- und Begründungsmuster für die Zurückdrängung immer neuer Wildnisse (ob jene des Waldes, der Wüste oder einer Bewohnerschaft mit niedrigerer Ausstattung an symbolischem Kapital bzw. ethnischer Zugehörigkeit) liefert der Mythos der Frontier: der im Differenzschema des ästhetischen Modernismus geordnete Schönheit ungeordneter Hässlichkeit wird bestenfalls (postmoderne oder vormoderne) Erhabenheit entgegensetzt.

Dabei liefert der Mythos der Frontier (im Sinne einer Großen Erzählung) in der Ära der Postmodernisierung immer weniger Ansatzpunkte zur Weltdeutung: Wurde doch diese eindimensionale Vorstellung [] durch eine komplexe Perspektive von multiplen Grenzen, Multikulturalismus und Verschiedenheit ersetzt und die Vorstellung von Hybridität erfährt gegenwärtig eine besondere Resonanz (Campbell 2000: 102).

Die Entwicklung des Stadtlandhybriden Südkalifornien lässt sich in weiten Teilen als physischer Ausdruck des ästhetisierten Strebens nach Distinktion auf Grundlage der unterschiedlichen Akkumulation von ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital deuten. Die ästhetisch scheinbar legitimierten Kalküle von Eigentümern, Bewohnern und Planern sind dabei in Downtown Los Angeles und den Suburbien unterschiedlich. Unter dem ästhetischen Code der Urbanität als erstrebenswertes Ziel wird die Restrukturierung von Downtown Los Angeles durch die dortigen Grundbesitzer unter Rückgriff auf Planer und Forscher mit dem Deutungsmuster der Erhaltung und Erzeugung kompakter Städte betrieben. Auf der anderen Seite steht der Code der ästhetischen Bevorzugung des am Ländlichen ausgerichteten Lebens, der von Landentwicklern und ihren Planern befriedigt wird, indem immer neue Eigenheimsiedlungen errichtet werden. Während die Verfechter (insbesondere die beteiligten Planer) der Stärkung des Urbanen vielfach von einem idealistischen und pädagogischen Ehrgeiz geprägt sind, ist der Planungsanspruch der Suburbanisierer ein eher pragmatischer, Planung wird hier nicht als emanzipatorisches Projekt, vielmehr als Manifestierung sozialer Bedürfnisse verstanden (Fogelson 1993, zuerst 1967, Goodman 1973, Weinstein 1998, Tessin 2008). In diesem Zusammenhang weist der Stadtlandhybrid von Los Angeles eine Besonderheit auf: Der Widerstand gegen Suburbanisierungsprozesse ist hier auch unter Planern deutlich geringer ausgeprägt als in anderen amerikanischen (und insbesondre europäischen) Agglomerationen (siehe z. B. Waldie 2005)[3]. Die Diskurse um Siedlungserweiterungen sind stark von individuellen und kollektiven Eigeninteressen dominiert, so dass Kommunikation unterschiedlichen Offizialisierungsstrategien (im Sinne von Bourdieu 1976) unterworfen wird: Planer lehnen den Sprawl (mit wenigen Ausnahmen) ab, weil er ihren Prinzipien einer (von Planern) geordneten Welt widerspricht (auch im Sinne Paretos als Residuen der Klasse I interpretierbar). Hauseigentümer (organisiert in Homeowner Associations) lehnen ihn ab, weil bei Verknappung des Angebotes an Häusern die ökonomischen Werte bestehender Häuser steigen, Developer hingegen leben von dem Wachstum des Sprawls und befürworten ihn (offizialisiert als Wille der Hauskäufer) und Politiker streben nach Macht (und Anerkennung), die sich einerseits häufig an der Einwohnerzahl ihrer Kommunen/Kreise/Staaten bemisst, andererseits auf den Zuspruch der bestehenden Bewohner (nur die haben ein relevantes Wahlrecht) konstitutiv angewiesen ist (wodurch eine zumeist verhaltene Position verfolgt wird). Dabei finden sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern des Sprawls (objektbezogene) ästhetische Aspekte Verwendung (in unterschiedlicher Maßstabsebene): Während die Befürworter auf Haus und Nachbarschaft (gefälliges Design von Haus und Umgebung, nach Maßstäben insbesondere des mittleren und populären Geschmack) rekurrieren, beanstanden Kritiker eine mit dem Sprawl verbundene Gesichtslosigkeit und Austauschbarkeit, wie auch mangelnde historische Lesbarkeit, dabei beziehen sich diese Argumente eher auf die Makroebene oberhalb der Ebene des Hauses und der einzelnen (Wohn-)Siedlung.

Auch wenn Los Angeles vielfach als das (Standard-)Beispiel für eine postmoderne Postmetropole gilt, ist es bis heute durch strukturbildende Prozesse geprägt, die in der Logik (und Ästhetik) der exklusivistischen Moderne ihren Ursprung haben. Ein wesentliches Charakteristikum der von Soja (2000) so genannten Postmetropole ist die großflächige Rekonfiguration von Grenzen (Soja 2005: 40), Grenzen, die das urbane Leben definieren und konfigurieren. Dabei verrändern einige Grenzen zunehmend zu einem weiten Übergangsraum, dem Stadtlandhybriden, der sich nicht mehr durch Pendlereinzugsbereiche oder die Konsumtion lokaler Medien abgrenzen lässt (Soja 2005). Doch diese Verränderungstendenzen fordern eine stärkere Toleranz gegenüber dem Uneindeutigen, dem Kontingenten und fordern Modernisten dazu heraus, Ränder wieder in Grenzen umzuwandeln. Probleme aufgrund der postmodernen Aufhebung allgemeingültiger Werte, Normen und Rollenmuster, der globalen Vernetzung, der Fokussierung von extremer Armut und extremem Reichtum auf wenigen Quadratkilometern wird mit Residuen moderner Handlungsmuster begegnet. Die postmoderne Ästhetik von Los Angeles resultiert aus dem Verlust an nach Zusammenstimmung strebendem Schönem, dem Abschied von Harmonie und Vereinigung des Verschiedenen. Sie basiert auf dem Pastiche von Unvereinbarkeiten, dem allein eine Ästhetik des Erhabenen gerecht (Welsch 2007: 164) werden kann. Diese Erhabenheit ist mit modernen Prinzipien nicht erreichbar. Eine Postmodernisierung im Sinne einer Toleranzkultur des Vielfältigen stellt auch die Basis für die Regression der Hegemonialbestrebungen als Große Erzählung der WASP-Kultur gegenüber den Kulturen von Schwarzen, Hispanos, Ureinwohnen und diversen Hybridbildungen dar. Daraus könnte die gleichberechtigte Integration sämtlicher Interpretationen von Landschaft in der gesellschaftlichen Landschaft wie auch ihrer physischen Manifeste erwachsen (vgl. Westling 1996). Eine wesentliche Bezugsgröße der Entwicklung des Stadtlandhybriden (in allen landschaftlichen Dimensionen) Los Angeles ist Angst. Die starke Postmodernität mit ihrer Zulassung von Emotion, der Globalisierung des Lebens, der Unsicherheit produzierenden Flexibilisierung und Individualisierung, steigert Angst. Dieser Angst wird mit modernen Mitteln begegnet. Angst vor Devianz manifestiert sich im physischen Raum in Form von Gated Communites, Autobahnen mit SUVs, Einbruchsicherungen von Häusern, Überwachungskameras, der Ausprägung von Ghettos, Polizeipräsenz etc. Diese Auszählung zeigt auch den (modernistischen) Versuch, Angst in Risiko zu transformieren, um es (scheinbar) technisch beherrschbar zu machen. Die (moderne) Stadt ist eine Maschine systematischer Kontingenzvernichtung:

t Auf Ebene der gesellschaftlichen Landschaft wird sie vom Land geschieden.

t Auf Ebene des physischen Raumes werden unterschiedlich große, unterschiedlich gegliederte Flächen defi t, die infolge differenzierter Funktionen unterschiedliche physische Strukturen erhalten (im doppelten Wortsinne), wodurch einerseits

infolge der Persistenz physischer Strukturen (vgl. Bertels 1997) eine kontingente Raumstruktur unter erschwerten Bedingungen möglich wird (Abriss und Neubau, was mit erhöhtem Aufwand, insbesondere ökonomischen Kapitals verbunden ist), andererseits die Ausprägung alternativer Funktionen durch existierende physische Strukturen erschwert wird (und ebenfalls nur unter Auswendung symbolischen Kapitals erfolgen kann).

t Diese Strukturen des physischen Raumes sind funktional hierarchisiert (Soja 2000), womit sie die Kontingenz alternativer funktionaler Bezüge vernichten.

Kontingenzvernichtung stellt eine Folge der Angst vor dem Unverständlichen dar. Ästhetik wird hier als Weltdeutungsmuster genutzt, um Zusammengehöriges sozial zu definieren, davon unterschieden Klassifiziertes auszuschließen. Die moderne Stadt ist also ein Ort der rekursiven Produktion der Ästhetik der Angst: Sie ist aus Angst vor Kontingenz entstanden und anhand ihrer werden Deutungsmuster der Ordnung sozial vermittelt. Damit lässt sich Los Angeles (in Teilen) als physisches Manifest residualer Handlungsbegründungen (in Anschluss an Pareto 2010, zuerst 1916) deuten:

t Residuen der Klasse I (Instinkt der Kombinationen) äußern sich im Willen zur Konstruktion von Eindeutigkeiten im Siedlungsverband (z. B. Gated Communities), aber auch in dem Bemühen, Funktionstrennungen durchzusetzen.

t Residuen der Klasse II (Persistenz der Beziehungen eines Menschen mit anderen und mit Orten) wird durch das Bemühen um lokale Selbstvergewisserung (insbesondere in der Gemeinschaft der Gleichen) räumlich relevant.

t Residuen der Klasse III (Bedürfnis nach Gefühlsausdruck durch äußere Handlungen) stehen in Verbindung zur Nutzung (und Wahl) eines bestimmten Automobils wie auch sportlicher (aktiv wie passiv) wie religiöser Aktivitäten.

t Residuen der Klasse IV (Residuen der Soziabilität) finden in Gemeinschaften (bisweilen Gesellschaften) repräsentierenden repräsentativen Gebäuden wie Kirchen, Sportarenen, aber auch der City Hall von Los Angeles ebenso ihren Niederschlag wie in Gated Communities, Golfplätzen, Anlagen von Gärten u. a. (Abbildung 89)[4].

Abbildung 89 Die zwischen 1999 und 2002 erbaute katholischeCathedral of Our Lady of the Angels in Downtown Los Angeles ist Zentrum einer der größten katholischen Gemeinden der Welt undstellt sowohl ein physisches Manifest der normativen privaten Vergemeinschaftung (Residuum der Soziabilität) in den Vereinigten Staaten, als auch ein Beispiel für postmoderne Architektur dar. Einerseits rekurriert die Architektur in ihrer Monumentalität auf das Dynamisch-Erhabene, andererseits soll sie durch das Aufgreifen unterschiedlichster regionaler Zitate die Diversität der ethnischen Herkunft der Katholiken von Los Angeles repräsentieren. Darüber hinaus soll die Beleuchtung des Innenraums durch Alabasterfenster eine erleuchtende Gestimmtheit hervorrufen (vgl. Mahle 2004, The Roman Catholic Archbishop of Los Angeles 2008), eine Reminiszenz an die mittelalterliche Ästhetik also, die charakteristisch für die postmoderne Wertschät-

zung des Historischen ist. Der Standort in Downtown Los Angeles stellt einen symbolischen Kontrapunkt der Zentriertheit gegen die protestantische Dezentralität der Crystal Cathedral im suburbanen Garden Grove (Orange County) dar (Aufnahmen: August 2010).

t Residuen der Klasse V (Unverletztheit, intégrité) des Einzelnen und der Seinen wird in der räumlichen Praxis durch den Kauf und Gebrauch von SUVs und Haussicherheitstechnik, die Anlage von Gated Communities sowie in Forderungen nach einem härteren Durchgreifen der Sicherheitsorgane deutlich.

t Residuen der Klasse VI (gesellschaftliche Formen der Sexualität) äußern sich insbesondere in der Konstruktion des Anderssein von Los Angeles als Sündenpfuhl.

Los Angeles lässt sich als physisches Manifest eines Raumpastiches von nonvalenten, monovalenten und polyvalenten räumlichen sozialen Konkretionen verstehen (was auf Postmodernität hindeutet), allerdings setzt sich Los Angeles auch (in Teilen) aus physischen Manifestationen radikaler Intoleranz zusammen und folgt dadurch einer modernistischen Geisteshaltung. Die physischen Bezüge der Ästhetik des Stadtlandhybriden Los Angeles resultieren auch aus einer (in dieser Form sicherlich auch distinktiven) Romantisierung einer Siedlungsstruktur und Architektur, die in großen Teilen durch einen meritokratisch-hedonistischen Lebensstil geprägt ist, dessen Grenzen die Nachhaltigkeitsdebatte seit geraumer Zeit aufgezeigt hat. Damit lässt sich der gegenwärtige Stadtlandhybrid Los Angeles als physisches Manifest sowohl der Postmoderne aus der Perspektive Foucaults und Baudrillards, als auch aus jener der Postmoderne Lyotards und Lipovetskys (und teilweise Sloterdijks und Welschs) beschreiben, wie sie als optimistisch-postmoderner Stadtlandhybride für Siedlungsentwicklungen übersetzt wurde (siehe Abschnitt 4.8.2):Der Stadtlandhybrid Los Angeles lässt sich nicht als physischer Ausdruck von Chancengerechtigkeit interpretieren. Weder Bildungsinfrastrukturen noch grüne Infrastrukturen (wie Parks, Grünzüge) und Sicherheit stehen in notwendigem Maße allen Teilen der Bevölkerung zur Verfügung. Ebenso wenig ist Los Angeles ein Ausdruck der Reflexion ökologischer Bedingtheiten (oder Wertschätzung und Anerkenntnis von Natur). Der Stadtlandhybrid ist (in modernistischer Tradition) gegen regionale ökologische Bedingungen errichtet (was die Berücksichtigung von Erdbeben, Buschbränden, insbesondere aber die Verfügbarkeit von Wasser betrifft). Die Verbindung zwischen ökologischer und sozialer Nicht-Nachhaltigkeit lässt sich in der Kolonisierung eines großen Teiles von Kalifornien zur Generierung von Trinkwasser deuten. Die starke Tendenz, physische Strukturen zu revidieren (häufig für den Bau von Straßen), widerspricht dem Ziel, durch ein langlebiges Design Ressourcen zu schonen. Die Tendenz, statt Wiedernutzungen neue Flächen in Anspruch zu nehmen und damit die Expansion des Stadtlandhybriden zu fördern, widerspricht (aufgrund zunehmender insbesondere öffentlicher Remanenzkosten) dem Ziel der chancengerechten Siedlungsentwicklung (Engler 1997, Fayet 2003). Zugleich ist der Stadtlandhybrid nicht als Große Erzählung konzipiert, sondern als Pastiche Kleiner Erzählungen entwickelt, wobei diese zumeist nicht als vorsichtiger partnerschaftlicher Suchprozess durch Personen unterschiedlicher symbolischer Kapitalausstattung organisiert sind (siehe Brown 1989, Laclau/Mouffe 2000, Hartz/Kühne 2007), sondern insbesondere durch exklusive soziale Netzwerke[5]. Dennoch werden dabei selten hegemoniale ästhetische Deutungsnormen in den physischen Raum eingeschrieben; in Teilen sind die physischen Grundlagen angeeigneter physischer Landschaft emotional zugänglich (was vielfach auch eine Grundlage für ökonomischen Erfolg darstellt) und kognitivverständlich (was sicherlich Wohngebiete, Shopping Malls und sofern vorhanden Downtowns eher betrifft als Edgeless Cities). Der Stadtlandhybrid ist in den teilweise eng und räumlich differenziert gezogenen Grenzen sozialer Normen offen für die Darstellung von Individualität und die individuelle Auseinandersetzung mit Gemeinschaft und Gesellschaft (so sind die Normen am Strand andere als in der Gated Community, was beispielsweise den Dress Code betrifft Ferner fi sich physische Manifeste der Wertschätzung des Historischen, wie bei der Revitalisierung von Downtown L. A., wobei hier durch reglementierte Gentrifizierungsprozesse das Prinzip der Chancengerechtigkeit untergraben wird[6]. Somit lässt sich Los Angeles auch als Patchwork von unterschiedlichen räumlichen Manifesten des hybriden Utopie-Dystopie-Kontinuums beschreiben. Die verräumlichte Bedeutung ist individuell von der Verfügbarkeit symbolischen Kapitals abhängig: Eine Gated Community kann für ihre Bewohner (mit einer hohen Ausstattung an symbolischen Kapital) die räumlich manifeste Utopie einer Resort-Phantasie sein (vgl. Campbell 2000), während sie für Obdachlose dystopische Züge annimmt (das sie durch die Anwendung auch von Aktionsmacht ferngehalten werden).

Die Diskussion um die Zukunft von Landschaften lässt sich als Kampf um symbolische Deutungshoheit über Objekte verstehen (vgl. Kühne 2008), in dem unterschiedliche (in der Regel inkommensurabel konzipierte) Deutungsalternativen mit unterschiedlichen Konsequenzen für eine sozial nachhaltige Entwicklung um Geltung ringen. Dabei lassen sich vier Deutungsalternativen finden (Kühne 2011):

1. Die Erhaltung der physischen Objekte der angeeigneten physischen Landschaft ist als problematisch zu charakterisieren, da die Interessen künft er Generationen nicht (zwingend) hinreichend gewahrt werden, da die Lebenschancen künftiger Generationen eingeschränkt werden, wenn die physischen Grundlagen angeeigneter physischer Landschaft schuldenbasiert erhalten werden, die Nutzungsfähigkeit der Objekte für künftige Generationen gering ist bzw. die Revidierung der Objekte kostenintensiv ist.

2. Die Veränderung der physischen Grundlagen der angeeigneten physischen Landschaft als Nebenfolge insbesondere ökonomischer und ökologischer Entwicklungen impliziert ein großes Veränderungspotenzial für die physischen Grundlagen der angeeigneten physischen Landschaften und kann milieuspezifisch und kulturell differenziert in Bezug auf Chancengerechtigkeit als ebenfalls problematisch charakterisiert werden, da auch heimatlich-symbolisch besetzte Objekte einem großen Revidierungsdruck unterliegen.

3. Die Umdeutung der gesellschaftlichen Landschaft beinhaltet die Änderung bis hin zur vollständigen Revidierung sozialer Deutungen von heimatlicher und stereotyper Landschaft. Die Umdeutungsbestrebungen gesellschaftlicher Landschaft lassen eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei stereotyper Landschaft als bei heimatlicher Normallandschaft vermuten, da diese stärker erzieherisch lenkbar ist (insbesondere durch Schulen). Vor dem Hintergrund der Idee der Chancengerechtigkeit ist eine solche Strategie allerdings zurückhaltend zu beurteilen, da eine symbolische Besetzung von Objekten im Kontext der sozialen Konstruktion von Heimat stattfindet und heimatliche Bindungen (zumindest gegenwärtig) einen Bedeutungsgewinn erfahren.

4. Die reflexive Umgestaltung (und Inszenierung) angeeigneter physischer Landschaften rekurrieren zumeist weniger auf die heimatlichen Normallandschaften als auf die stereotypen Landschaften. Häufig werden als unattraktiv stereotypisierte Objekte durch attraktiv stereotypisierte ersetzt, unabhängig davon, ob die unattraktiv stereotypisierten Objekte als Symbole für Heimat dienten).

Wird die Idee der Chancengerechtigkeit in das Zentrum des Umgangs mit Landschaft (auf allen Ebenen) gerückt, erscheint eine selektive Erhaltung der physischen Grundlagen angeeigneter physischer Landschaft bei gleichzeitiger Umdeutung der gesellschaftlichen Landschaft vielversprechend. Hierbei werden, wenn Objekte ihre (zumeist ökonomische, aber auch soziale, politische oder kulturelle) Funktion verlieren, wie in Phase 4 in Abbildung 6 dargestellt, die so entstehenden semantischen Leerfelder (Hasse 1993: 18) neu besetzt, wodurch Objekte also (selektiv) erhalten werden und ihnen eine neue Bedeutung zugeschrieben wird. Darüber hinaus werden Objekte, denen lediglich eine geringe symbolische Bedeutung zugeschrieben wird, physisch ersetzt.

Als zentral für eine chancengerechte Entwicklung von Siedlungen lässt sich die postexklusivistische Anerkennung von Hybridität, insbesondere jene von Stadt und Land, Natur und Kultur [7], von heimisch und fremd, Intellekt und Emotion beschreiben. Diese Anerkenntnis stellt eine Grundlage für einen toleranten Umgang mit dem als anders Konstruierten dar. Das Bewusstsein und die Akzeptanz von Residuen können ein Abstandnehmen von modernistischen Derivationen induzieren; so muss sich Angst im physischen Raum nicht durch Exklusionen manifestieren.

  • [1] Sie lässt sich damit als das Ergebnis von Überlegungen auf der Ebene der kognitiven Dimension der individuell aktualisierten gesellschaftlichen Landschaft beschreiben.
  • [2] Raum und Zeit werden infolge von Simulationen und Rückwirkungen von Simulationen auf die somit systemisch interpretierten Lebenswelten, die Nutzung von Autos, zunehmend kontingent (vgl. Graham 1997): So wird das physische Los Angeles in phänomenologischer Rekonstruktion (z. B. auf Basis kontemplativer Zuwendung) zum Sonderfall der individuellen Raum- und Landschaft onstruktion.
  • [3] Hinsichtlich der Ablehnung der amerikanischen Stadtlandhybriden eigens in ihrer übersteigerten Form Los Angeles stellt sich die Frage, ob diese Position seitens der Experten des Raumes nicht im Wesentlichen durch das Kalkül des Eigeninteresses von Planern bestimmt ist, die in einer ökonomisch bestimmten Entwicklung des physischen Raumes eine Unterminierung ihrer Tätigkeit sehen.
  • [4] Die Idee des Gemeinschaftlichen in der nordamerikanischen und der europäischen Kultur weist unterschiedliche Dimensionen auf: Wirkt sie in den USA normativ stärker in der Sphäre des Privaten, wird sie diesseits des Atlantiks stärker im öffentlich-politischen Kontext gepfl Diese unterschiedlichen Defi tionen von Gemeinschaft äußern sich auch in den angeeigneten physischen Stadtlandhybriden: Manifestiert sich die private normative Vergemeinschaftung in den USA auch gegenwärtig in monumentalen religiösen Bauwerken, wäre ein ausgedehnter sozialer Wohnungsbau nur schwer umsetzbar (siehe auch Zelinsky 2010a).
  • [5] Aufgrund der nur durch Machtprozesse in ihrer Kontingenz zu unterbrechenden Perspektivenvielfalt erscheint eine allein Experten geleitete Planung aus postmoderner Perspektive weder begründbar noch chancengerecht. Dies bedeutet eine stärkere und konstitutive Einbindung der Bevölkerung in die Planung von Siedlungen, weniger allein kurzfristiger ökonomischer Vorteil von Entwicklern, sondern stärkere Ausrichtung auf mittel- und langfristige Bedürfnisse (Pincetl 1999).
  • [6] Reurbanisierungstendenzen bringen die Gefahr mit sich, durch Gentrifizierungsprozesse ansässige Bevölkerung mit einer geringen Ausstattung symbolischen Kapitals zu verdrängen, und so neue Konflikte zu produzieren, da eine Abwanderung dieser Bevölkerung aufgrund mangelnder räumlicher Mobilität in weiter entfernte Suburbien nicht möglich ist. Insofern scheint sollten die Tendenzen der Re-Urbanisierung von Personen mit einer hohen Verfügbarkeit an symbolischem Kapital fortgesetzt werden eine Abkehr von der rigorosen Verweigerung der Bevölkerung (aber auch weiter Teile der Politik) gegenüber öffentlichem Wohnungsbau notwendig, da ansonsten weitere Bevölkerungsteile von Obdachlosigkeit und Kriminalisierung bedroht sind.
  • [7] Aus einer postmodernen Dekonstruktion des modernen Naturbegriff als das dichotom von ihr geschiedene Gegenüber von Kultur (Groß 2006a) lässt sich eine (weitere) Begründung für die Entwicklung nachhaltig orientierter Stadtentwicklung ableiten (Wolch 1996, Dear 2000), schließlich ist der Mensch auf mindestens auf biotischer Ebene auch ein natürliches nicht-kultürliches Wesen.
 
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