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7.9 Einschreibungen von Macht, Angst und Sehnsucht im Stadtlandhybriden Los Angeles: Ein vorläufiges Fazit

Der angeeignete physische Stadtlandhybrid Los Angeles lässt sich als physische Einschreibung von Vorstellungen lokaler Politik und lokaler Behörden, globalisierungsbezogenen Wirtschaftsakteuren und einer angstzentrierten Paranoia der Einwohner, der mit modernistischen Derivationen die sich ihrerseits als Hybride von Emotion und Intellekt deuten lassen zu begegnen getrachtet wird, sowie mit kulturell aggregierten südkalifornienbezogenen Landschaft ereotypen (mediterran mit Orangenbäumen, Garten Eden, Strand) und symbolisch verörtlichten normativen Vorstellungen von Ungebundenheit, Freiheit und Streben nach persönlichem Glück, in einem Gebiet mit einer situationsabhängigen räumlichen Geometrie lesen (vgl. Soja 1989 und 1996; Abbildung 65). Los Angeles ist dabei ein Siedlungsgefüge, das in besonderer Weise von ökonomischer Verwertungslogik geprägt wird, dem allerdings soziale undkulturelle Vorstellungen von einem guten Leben zugrunde liegen. Soziale und ökologische, selbst politische Kalküle werden ökonomischen Interessen untergeordnet. Charakteristisch für Los Angeles ist die Emergenz einer Kulturökonomie, die sich einerseits in der Produktion gesellschaftlicher Landschaft (insbesondere durch Film und Fernsehen) und andererseits durch physische Manifestationen eines ästhetisch überformten ökonomischen Kalküls (wie in Shopping Malls, Gated Communites etc.) äußert. Dabei scheint symptomatisch, dass Los Angeles zur einer Welthauptstadt einer riesigen Kulturindustrie (Davis 2004: 40) geworden ist, die seit den 20er Jahren zahllose der talentiertesten Schriftsteller, Filmemacher, Künstler und Visionäre importiert (Davis 2004: 40),

Abbildung 65 Die Mechanismen von Desurbanisierung in der Agglomeration von Los Angeles und ihre Rückkopplungen mit Angst und Distinktionsbedürfnis (in Anlehnung an: Friedrichs 1983).

schließlich wird hier Kultur mit Ökonomie amalgamiert, was auch in ästhetischer Hinsicht Los Angeles eine herausragende Bedeutung in der postmodernen Gesellschaftsentwicklung (und davon abgeleitet auch Raumentwicklung) zukommen lässt.

Darüber hinaus lässt sich die angeeignete physische Stadtlandschaft von Los Angeles als physischer Ausdruck des modernistisch-exklusivistischen Strebens nach Reinheit rekonstruieren, die Zygmunt Bauman (2008: 130) als Mixophobie bezeichnet. Mixophobie äußert sich demnach in einem Streben nach Inseln der Ähnlichkeit mitten im Meer der Vielfalt und der Differenz (Bauman 2008: 130)[1]. Ästhetik wird damit zum derivativen Werkzeug von Macht und Machtausübung, sie liefert aber auch Begründungen für die Ausübung von Macht. Macht und die modernistische Ästhetik der Exklusion stehen also in einem rekursiven Bedingungsverhältnis. Mit Wolfgang Welsch (2006) lässt sich die exklusivistische Politik in Los Angeles als modernistische Politik des Strebens nach einem Ideal der Schönheit charakterisieren. Schließlich wolle diese die Gesellschaft zu einem harmonischen Ganzen fügen (Welsch 2006: 165). Im physischen Kontext wird dies als eine einheitliche Gestaltung begrenzter Raumkompartimente verstanden, die sich im Kontext des Wohnens als physisches Manifest der Gemeinschaft der Gleichen als Einschreibung der NIMBY-, LULU- und BANANA-Ideologie äußert. Soziale Homogenisierung, in distinkten räumlichen Einheiten manifestiert, senkt die Toleranz der Bewohner für Differenz und vervielfacht die Anlässe für mixophobische Reaktionen, was dazu führt, dass das Stadtleben risikoanfälliger und somit quälender erscheint, anstatt sicherer und damit entspannter und angenehmer (Bauman 2008: 136; vgl. auch Rapaport 1990). Mit dem Lakewood-Plan manifestiert sich das modernistische Streben nach Reinheit (und Invisibilisierung des Fremden) selbst auf der Ebene der administrativen Gliederung des Stadtlandhybriden. Ein modernistischer Prozess, dem sich selbst die um Toleranz bemühte Homosexuellengemeinde in Südkalifornien nicht verschloss, so dass West Hollywood 1984 als eigenständige Gemeinde inkorporiert wurde, die sich mit toleranter Einwohnerschaft nun als Standort der Kreativwirtschaft zu vermarkten begann (Keil 1993 und 1998, Starr 2006).

Ironischerweise lässt dieses Streben nach exklusivistischer Schönheit als ein Element der kulturellen Phasenverschiebung nach Ogburn (1964) ein Pastiche von Unvereinbarkeiten entstehen, demallein eine Ästhetik des Erhabenen gerecht (Welsch 2006: 164) wird. Eine postmoderne Politik hingegen würde sich unmittelbar am Ideal der Erhabenheit orientieren (Welsch 2006: 165): Sie müsste statt einer schönen Sozietät eine Assoziierung des Differenten in seiner unübersichtlichen Pluralität leisten, die mit Ganzheit nicht mehr paktieren dürfte, da sie den Ganzheitswunsch als gefährlich und als keineswegs unschuldigen, sondern sträflich-folgenreichen Fehler durchschaut hat, der zumindest strukturell den Weg zum Terror eröffnet (wenn er auch nicht immer dorthin führen muss).

Das Pastiche lokaler Staatlichkeit im Stadtlandhybriden Los Angeles repräsentiert die Aufgabe des Ziels der sozialen Sicherung seiner Bevölkerung mit Hilfe sozialstaatlicher Maßnahmen vor dem Hintergrund globaler Konkurrenzen und die Hinwendung zu einem Staat, der Sicherheit auf einem niedrigeren Niveau der Maslowschen Bedürfnispyramide ansiedelt, physische Sicherheit ersetzt soziale Sicherheit ohne soziale Sicherheit substituieren zu können (vgl. Castel 2005). In Form eines neu ausgerichteten Sicherheitsstaates entwickelt der Staat Aktivitäten gegen Bedrohungen wie Pädophile auf freiem Fuß, Serienmörder, aufdringliche Bettler, Straßenräuber, Stalker, Giftmörder, Terroristen oder noch besser all diese Bedrohungen vereint in Gestalt des illegalen Einwanderers (Bauman 2008: 26). Rezente Einwanderung wird dabei ein wesentlicher Ursprung der Unübersichtlichkeit und Unsicherheit in ihrer ambivalenten Wahrnehmung: Einerseits ist der Wohlstandskomfort weiter Bevölkerungsteile mit höherer und hoher Ausstattung an symbolischem Kapital von der nahezu allseitigen Verfügbarkeit illegaler (und deswegen billiger) Arbeitskraft abhängig, andererseits wird der illegale Einwanderer zum personalisierten Sinnbild mannigfacher Gefahren einer unsicher gewordenen Welt (vgl. auch Keil 1993, Noller/Ronneburger 1996, Straughan/ Hondagneu-Sotelo 2002, Berndt 2009)[2]. Dabei bildet Los Angeles ein nahezu idealtypisches Beispiel der fraktalen Agglomeration, einen Flickenteppich von Rauminseln (Hasse 2000: 32), deren Teile selektiv kraft ihres Geldes zur Mobilität noch fähig sind (Hasse 2000: 32). Dabei prägt sie selbst funktional nur noch unvollständig ein gebrochenes Ganzes aus und stellt ansonsten eine Einheit ohne räumlichen Zusammenhang (Hasse 2000: 3233) dar. Damit zeichnet die Stadteilgeographie wie Mike Davis (2004: 387) feststellt die Weltkarte neu, so dass El Salvador neben Korea, Armenien neben Thailand, Samoa neben Belize und Louisiana neben Jalisco liegt. Diese Weltkarte stellt auch eine physische Manifestation von Macht- und Angstprozessen dar: So dient Koreatown als ein durch die Wirtschaftsentwicklungspolitiken der weißen Politik gefördertes Kissen zwischen dem schwarzen Ghetto im Süden und den weißen Vierteln im Westen entlang Olympic Boulevard (Keil 1993: 296). Angst als Bezugsgröße für räumlich konstituierte Ab- und Ausgrenzungsprozesse stellt einen wesentlichen Beitrag zum Auf- und Ausbau sozialer Ungleichheit und dabei auch Chancenungleichheit dar (Gold/ Revill 2003) und repräsentiert die begrenzte Integrationskraft des hegemonialen Integrationsdiskurses auf Grundlage der WASP-Kultur.

Aufgrund des ungebremsten Nachgebens des Drangs nach Horizontalität infolge des exklusivistischen Strebens nach Reinheit der Gemeinschaft der Gleichen, nach Freiheit, Mobilität und Ungestörtheit (vgl. Didion 1979, Meinig 1979a, Sobchak 1994) und ihrer Ablehnung dessen, was in Europa (und teilweise auch an der Ostküste der Vereinigten Staaten) unter Urbanität verstanden wird, ließ Weinstein (1998: 22) Los Angeles als erste konsequent amerikanische Stadt bezeichnen.

Diese Entwicklungen sind eng mit der Bedeutung des Automobils für den Stadtlandhybriden Los Angeles verbunden: Zwar lässt sich in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten in den 1920er Jahren eine große Ausrichtung des Lebens auf das Automobil feststellen (Mauch/Zeller 2008, Jakle 2010), doch wurde keine andere Agglomeration so konsequent auf die automobil transformierten Bedürfnisse in den physischen Raum ausgelegt wie Los Angeles. Die durch das fordistische Kalkül nahezu marginalisierte Bedeutung von Downtown LA äußert sich auch in der Anlage des Netzes hochrangiger Straßenverbindungen: Ihre Trassen sind nicht mehr radial zum Zentrum geführt, sondern als netzartiges System ausgelegt (siehe Abbildung 43). Durch diese Gestaltung des dominanten Verkehrsnetzes wurde eine nahezu flächendeckende Verteilung von regional bedeutsamen Shopping Malls, Edge Cities und Edgeless Cities möglich, was wiederum rekursiv mit der Schwächung von Downtown LA verbunden war (vgl. Holzner 1988 und 1996, Mathieu 1993, Keil 1993, Sabagh/Bozorgmehr 1996). Downtown wiederum entwickelt sich in Rückgriff auf internationales (insbesondere japanisches) Kapitel und Gentrifizierungen zu einer New Downtown (Helbrecht/Dirksmeier 2009), die gesellschaftslandschaftlich symbolisch aufgeladen wird und in Rückgriff auf die Inszenierung und Simulation von Historizität weltweite Wahrnehmbarkeit und Spezifität entwickeln soll alles in Co-Evolution mit sich im physischen Raum durch Präsenzen von Überwachungskameras, Polizei und Wachdiensten, zum Schlafen unkomfortablen Bänken und Parkanlagen, Eingangsschleusen etc. manifestierenden angstinduzierten Sicherheitsideologien.

Der Versuch der Domestikation von Angst zu Risiko, um es so einer technischen Verfügbarkeit zuzuführen, bedeutet auf dem Feld der Wirtschaft die Produktion einer Angstökonomie (für Sicherheitsanlagen, Zäune, SUV), auf dem Feld der Politik eine (scheinbare) Legitimation der Vereinheitlichungs- und Exklusionspolitik. Damit wird Angst nicht nur ein Produkt oder ein Stimulus von Konflikten, sie wird selbst zu einer Arena des Konfliktes (Gold/Revill 2003: 12), auf dem Feld der Angst wird ebenso um Marktanteile wie um politische Mehrheiten gestritten. Dabei haben sich die physischräumlichen Konkretionen der Angst wie Gated Communities, automatisierte Überwachungsanlagen, restriktive Zugangskontrollstellen zu Flughäfen, Banken u. a. in der Post-9/11-Ära in Zahl und Umfang gesteigert, wie Coaffee (2005) feststellt. Eine Folge dieses Umgangs mit Angst Epstein (1976) spricht in diesem Zusammenhang von abnormer Angstkontrolle liegt darin, dass durch das Vermeidungshandeln von Angst keine Erfahrung in dem Umgang mit Stress-Situationen erfolgt, wodurch sich diese Personen im Umgang mit Angst ähnlich verhalten wie Personen, die keinerlei Auseinandersetzungen mit ähnlich geprägten Angstsituationen hatten (also beispielsweise Hinweisreize situationsinadäquat deuten). Vermeidungshandeln erzeugt rekursiv Angst vor der Angst mit der häufigen Rückwirkung auf eine Steigerung des Vermeidungshandelns, was wiederum Auswirkungen auf die physischen Grundlagen der angeeigneten physischen Landschaft aufweist (vgl. Seligman 1975, Stearns 2006, Krohne 2010).

Der Stadtlandhybrid Los Angeles ist in wesentlichen Teilen geprägt durch die patchworkhaften Strukturen in Form der Kombination polyvalenter, monovalenter und nonvalenter Flächen. Er ist damit physischer Ausdruck desVerzichts auf einen Masterplan als planerische Große Erzählung, wodurch eine Entwicklung des Landschaftspastiches kleiner Einheiten infolge lokaler und regionaler Aushandlungsprozesse entsteht. Die postmoderne Wertschätzung des Historischen (auch wenn dieses teilweise simuliert ist) entwickelt sich zu einer Wiederzuwendung zur Downtown, in der sich auch (in Form von Lofts) eine Wiederverbindung von Wohnen und Arbeiten vollzieht. Darüber hinaus verweisen einzelne Bauwerke und bauliche Arrangements (wie das Bonaventure Hotel oder der CityWalk) auf Zusammenführungen unterschiedlicher Funktionen (z. B. Hotel und Einkaufsgelegenheiten) in einer post-funktionalistischen Ästhetik.

Auch wenn Los Angeles als Prototyp räumlicher Konkretionen postmoderner gesellschaftlicher Entwicklungen gilt, ist der Stadtlandhybrid durchsetzt mit physischen Manifesten eines modernistisch-exklusivistischen Zugangs zu Welt, die sich als Derivationen vormoderner Residuen ausprägen (vgl. auch Abbildung 66):

t Die Entmischung infolge von Mixophobie (Bauman 2008) verweist auf Residuen der Unverletztheit (intégrité; Klasse V) des Einzelnen und der Seinen und auf Residuen der Soziabilität (insbesondere der Gleichförmigkeit; Klasse IV).

t Die Sehnsucht nach Reinheit in Sozialstruktur (Gemeinschaft der Gleichen) und physischen Repräsentanzen des Städtischen (Abwesenheit von Schmutz) verweist auf Residuen der Unverletztheit (intégrité) des Einzelnen und der Seinen (Klasse V), die Residuen der Soziabilität (insbesondere der Gleichförmigkeit; Klasse IV) und Persistenz der Beziehungen eines Menschen mit anderen und mit Orten (Klasse II).

Abbildung 66 Residuen, Derivationen und räumlich-exklusivistisches Handeln in Los Angeles (auf Grundlage von: Krohne/Hock 2007).

t Der Versuch der Ziehung klarer Grenzen anstelle des Zulassens von Rändern in Gated Communities, der Abgrenzung der Zitadelle vom übrigen Downtown Los Angeles (insbesondere in der physischen Repräsentanz der Pedways) verweist auf den Instinkt der Kombinationen (Klasse I) in Verbindung mit den Residuen der Soziabilität (insbesondere der Gleichförmigkeit; Klasse IV).

t Die weite Verbreitung der Funktionstrennung von Wohnen und Arbeiten und das Vertrauen auf die technische Lösbarkeit von ökologischen und sozialen Herausforderungen (insbesondere durch die Errichtung technischer Infrastrukturen; Varnelis 2009a) vereist auf den Instinkt der Kombinationen (Klasse I).

t Die starke Freizeitorientierung verweist auf das Bedürfnis nach Gefühlsausdruck durch äußere Handlungen (Surfen; Klasse III) und Soziabilität (Klasse IV).

t Die exklusivistische Ausrichtung auf den Automobilverkehr lässt sich als Ausdruck der Residuen der Unverletztheit (intégrité; Klasse V) und als Bedürfnis nach Gefühlsausdruck durch äußere Handlungen (Klasse III) interpretieren.

t Die Stigmatisierung des Nicht-Sesshaften verweist auf die Residuen der Unverletztheit (intégrité; Klasse IV) und die Residuen der Soziabilität (insbesondere der Gleichförmigkeit; Klasse IV).

Im postmodernen Los Angeles werden residuale modernistische Prozeduren der Einhaltung von Reinheit mit dem Wohlfühlambiente der (imaginierten und stereotyp konstruierten) vormodernen Stadt kombiniert.

Ein wesentlicher Aspekt der Ästhetik der Angst in dem Stadtlandhybriden von Los Angeles liegt in dem derivativen Charakter modernistischer Reinheits-Schönheits-Ästhetik. Diese Ästhetik dient als Derivation residualer Bedürfnisse, deren Nichterfüllung Unsicherheit und Angst auslöst. Dieser Zusammenhang ist mit stereotypen ästhetischen Implikationen versehen: Von einer arkadischen Utopie entwickelte sich Los Angeles zu einer ökologischen Dystopie (FitzSimmons/Gottlieb 1998), eine Entwicklung, die mit Unsicherheiten und Ängsten versehen ist und in Rückgriff auf tradierte Handlungsmuster in einer weiteren Desurbanisierung mündet, die mittlerweile die Mojavewüste erreicht hat (vgl. Abschnitt 8.4 Twentynine Palms: die postmoderneFrontier, die Wüste und das verzögerte Ausgreifen des Stadtlandhybriden) und dabei mobilitätsbedingt eine Ursache für die Flucht aus L. A. qualitativ einschränkt: eine saubere Umwelt. Aus ästhetischer Sicht lässt sich Los Angeles also eher als eine Agglomeration bezeichnen, deren sozialer, ökonomischer und politischer Postmetropolitanität mit einer Übersteigerung modernistischer Manifestationen begegnet wird, nichtmit einer umfassenden ästhetischen Postmodernisierung. Dabei wird ein wesentliches Charakteristikum des Postmodernisierungsprozesses auch in Bezug auf den physischen Raum bzw. auf die angeeignete physische Stadtlandschaft deutlich: Der Prozess der Postmodernisierung verläuft nicht einheitlich und gleichförmig, sondern ist von retardierenden Momenten und Residuen modernistischer Derivationen geprägt.

Die Fragmentierung der Lebenswelten führt in Verbindung mit der Angstkommunikation und damit in rekursiver Verbindung stehend der immer weiteren Verbreitung von Sicherheitstechnik zu einer immer kleinteiligeren Gliederung des Patchworks in dem Stadtlandhybriden von Los Angeles. Gerade das Beispiel Skid Row zeigt das unmittelbare Aufeinandertreffen höchsten und geringsten symbolischen Kapitals in unmittelbarer räumlicher Nähe. Das von Dear/Flusty (1998) netzartig symbolisierte Beieinander der scharf abgegrenzten Lebenswelten von Los Angeles hat in den vergangenen Jahren die räumliche Mikroebene unterhalb des Quartiers erreicht.

  • [1] Diese lassen sich als Einschreibungen der Paretoschen Residuen der Klassen I, II, IV und V deuten.
  • [2] Ein Beispiel für die populäre Aufbereitung des Themas ist Hansons 2007 in zweiter Auflage erschienenes Buch Mexifornia. A State of Becoming, in dem zwar die sozialen Verhältnisse illegaler mexikanischer Einwanderer beschrieben werden, allerdings trotzdem vor einer Mexikanisierung des Südens der Vereinigten Staaten gewarnt wird. Die Zukunft der Gesellschaft (hier der kalifornischen) solle nicht nur in Bezug auf Einwanderung vollständig in der Hand der heutigen Einwohner (Hanson 2007: xxxv) liegen und insbesondere den Bedürfnissen entsprechen aus Perspektive nachhaltiger Regionalentwicklung eine Einstellung, die das Th intergenerationelle Chancengerechtigkeit unzureichend refl tiert, aber auch hinsichtlich intragenerationeller Chancengerechtigkeit die transnationale Perspektive nicht berücksichtigt.
 
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