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2.2.2 Angst und Unsicherheit in der Postmoderne

Angst begleitet das menschliche Leben (aber auch das von Tieren; Tuan 1979) in ihren zahlreichen Äußerungen: Sie greift tief in unser Leben ein, aktiviert den Einzelnen entweder und spornt ihn zu besonderen Leistungen an oder hemmt, lähmt, ja zerstört ihn (Krohne 2010: 13; vgl. auch Tuan 1979). Die Geschichte der Menschheit lässt sich auch als eine Geschichte der Auseinandersetzung mit Angst nachvollziehen, diese Geschichte

lässt immer neue Versuche erkennen, Angst zu bewältigen, zu vermindern, zu überwinden oder zu binden (Riemann 2009: 7, zuerst 1961). Dabei ist Angst ein unscharfer und schwer fassbarer Begriff: Auf der einen Seite suggeriert er irrationale Furcht, Ehrfurcht und Aberglauben einer vormodernen Welt; Aberglauben, Mythologien, Glauben und Rituale formen einen Ursprung von Erklärungen und Trost für primitive Menschen. Dennoch sagen uns Soziologen, dass wir zunehmend in einem von Angst dominierten Zeitalter leben, vollzogen auf jeder Bezugsebene, vom Individuum bis hin zum globalen ökonomischen System (Gold/Revill 2003: 1; vgl. auch Douglas 1993, Wouters 1998). Angst impliziert stets einen zeitlichen Bezug, wie Dominique Moïsi (2009: 20) Angst gegenüber Hoffnung und Demütigung kontrastierend konstatiert: Ein Mensch, dessen Leben von Angst beherrscht wird, fürchtet sich vor der Gegenwart und erwartet, dass die Zukunft immer gefährlicher wird. Hoffnung dagegen ist ein Ausdruck von Zuversicht; sie beruht auf der Überzeugung, dass die Gegenwart besser als die Vergangenheit ist und die Zukunft besser sein wird als die Gegenwart. Demütigung ist das gekränkte Selbstvertrauen, das die Hoffnung in die Zukunft verloren hat; ihre Hoffnungslosigkeit ist die Schuld von anderen, die sie in der Vergangenheit schlecht behandelt haben. Angst ist dabei häufig mit Verlust oder der Befürchtung eines Verlustes, also einer Differenz zwischen Sollen und konstruiertem Sein verbunden. In ästhetischem Sinne kann Angst also auch in Form von Angst vor dem (befürchteten) Verlust des begehrten Gutes

Schönheit oder aber auch in der Angst, das begehrte Gut Schönheit nicht zu erlangen, auftreten (Ronen 2009). Diese Verbindung von Angst und Schönheit bedeutet so Ronen (2010) eine paradoxe Situation: Ein Gut, dem Schönheit zugeschrieben wird (wobei diese prinzipiell ein Wohlgefallen auslöst), wird infolge von Verlustangst zum Gegenstand von Angst. Diese Bezogenheit von Angst auf ein Gut deutet auf die Objektvermitteltheit von Angst hin (Lacan 2010, zuerst 19621963). Objekte können demnach mit Angst besetzt werden, wobei physische Objekte auch durch imaginäre Substitute ersetzt werden können (Lacan 2010, zuerst 19621963).

Bereits Sigmund Freud (1971, zuerst 1893) unterschied Angst in einen aktuellen Zustand (Angstaffekt) und ein habituelles Persönlichkeitsmerkmal (Hysterie und Neurasthenie)[1]. Norbert Elias (1986 und 1987; siehe auch Stearns 2006) stellt emotionale Gestimmtheit (insbesondere Angst) in den Zusammenhang zur Fähigkeit, rational zu handeln:

1. Je stärker die emotionale Gestimmtheit, desto weniger sind Menschen in der Lage, Handlungen vernünftig zu planen.

2. Je weniger eine Situation kontrollierbar erscheint, desto stärker werden Emotionen und Affekte.

3. Je geringer und unrealistischer das Wissen über die relevanten Aspekte einer Situation, desto weniger ist eine Situation kontrollierbar.

4. Je geringer die Fähigkeit ist, die eigenen Gedanken zu steuern und zu kontrollieren, desto weniger ist Wissen situationsangemessen.

Eine rationale (im Sinne Paretos auf logischen Handlungen basierende) Gesellschaft wäre demgemäß eine angstfreie Gesellschaft (vgl. Robin 2000). Werden Residuen hingegen durch Derivationen einer Rationalisierung unterzogen, bleiben irrationale Angst bestände. Eine durch Willkür in Angst versetzte Gesellschaft wäre hingegen leicht zu beherrschen (Robin 2000).

Zygmunt Bauman (2008: 23) konstatiert einen grundlegenden Unterschied zwischen

heutigen Erscheinungsformen von Ängsten und denjenigen, mit denen Menschen in vergangenen Epochen vertraut waren. Er geht von einer Loslösung angstinspirierter Handlungen von solchen existenzieller Erschütterungen aus, die die Angst erzeugen, die unseren Handlungen zugrunde liegt (Bauman 2008: 23). Die Bewältigung von Angst, Furcht und Stress vollzieht sich im individuellen wie sozialen Kontext. Cohen/ Lazarus (1979; vgl. auch Krohne 2010) benennen fünf Möglichkeiten der Bewältigung von Angst, Furcht und Stress:

1. Reduzierung des Einflusses schädigender Umwelteinflüsse und Verbesserung der Aussicht auf Erholung,

2. Tolerierung als negativ bewerteter Ereignisse,

3. Sicherung des emotionalen Gleichgewichts,

4. Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes,

5. Fortsetzung bzw. Erlangung befriedigender Beziehungen mit anderen Menschen.

Bei der Bewältigung von Angst erlangen Rationalisierungs- und Derivationsvorgänge eine hohe Bedeutung: Kognitive Annäherungen (durch logische Analyse und positive Neubewertung von Situationen) und kognitive Vermeidungen (resignierendes Akzeptieren von logisch hinterfragten Situationen) treten neben verhaltensmäßig-annähernde (Suche nach Unterstützung bei der Problemlösung) und verhaltensmäßigvermeidende (Suche nach alternativen Belohnungen und emotionale Distanzierung) Strategien (Valentiner/Holahan/Moos 1994, vgl. auch Krohne 2010). Angst veranlasst den Menschen dazu, Maßnahmen zu seiner Verteidigung zu ergreifen, wodurch die Angst [] wiederum unmittelbar greifbar (Bauman 2008: 18) wird. Angst ist inkorporiert und befinden sich in einem steten Zustand der Latenz, sie durchdringt unseren Alltag; sie bedarf kaum weiterer Reize von außen, denn die Handlungen, zu denen sie uns tagein, tagaus veranlasst, liefern ausreichend Motivation und Energie, damit sie sich selbst reproduziert (Bauman 2008: 18; siehe auch Bauman 2009b). Das Streben nach Verteidigung ist vielfach mit der Entstehung von Hass auf das Andere, gegen das es sich zu verteidigen zu gelten scheint, verbunden. Hass bedeutet damit ein Rückgriff auf prämoderne Modi des Umgangs mit Welt (Ignatieff 1994, Allen/Seaton 1999), Residuen, die wenn überhaupt lediglich einer geringen Derivation unterliegen.Als eine andere Strategie des Versuchs der Kontrolle von Angst lässt sich mit Gold/Revill (2003) die Transformation von Angst in Risiko bezeichnen, wodurch sie [die Angst; Anm. O. K.] zu uns als technische Lösungen durch Politiker, Mediziner, Planer, die Versicherungsindustrie und viele andere zurückkommen (Gold/Revill 2003: 2). Risiko erscheint berechenbar und rational beherrschbar (und lässt sich als Derivation, insbesondere der Klasse I im Sinne Paretos 2006, beschreiben).

Der Übergang von der Moderne zur Postmoderne lässt sich mit Zygmunt Bauman (2008: 7) auch als Übergang von der festen zur flüchtigen Moderne interpretieren und ist damit auch Teil und Ausdruck der kulturellen Phasenverschiebung (Ogburn 1964; vgl. auch Davis 2004). Soziale Formen, die einerseits individuelle Entscheidungsspielräume begrenzen, Institutionen, als Überwachungsmechanismen von Routineabläufen wie auch allgemein akzeptiere Verhaltensmuster, werden zunehmend nur für kurze Zeit beibehalten und zerfallen so schnell, dass sie schon geschmolzen sind, während sie noch geformt werden (Bauman 2008: 7). In der Multioptionsgesellschaft (Gross 2005: 7) schwinden die Chancen, eine konsistente und kohärente Strategie zu entwickeln oder gar einen individuellen Lebensentwurf zu verwirklichen (Bauman 2008: 7; siehe auch Flam 2002). Die zugleich ablaufende sich der politischen Kontrolle immer mehr entziehende Globalisierung wird zur Quelle und im Prinzip unbezähmbarer Ungewissheit (Bauman 2008: 8; vgl. auch Beck 2006, Bauman 2009b), zu deren Komplexitätsminderung häufig auf Emotionen zurückgegriffen wird (Moïsi 2009). Der Übergang der Beschreibung der Gesellschaft von einer festen Struktur zu einem flüchtigen Netzwerk[2] verdeutlicht die Zunahme gesellschaftliche Kontingenz: Gesellschaft

wird als Matrix wahrgenommen und behandelt, die aus zufälligen Verbindungen und Trennungen sowie aus einer im Prinzip unendlichen Fülle möglicher Permutationen besteht (Bauman 2008: 9). Diese Permutationen bedeuten eine Zunahme der Unübersichtlichkeit, die Situationen weniger kontrollierbar erscheinen lässt. Nach Zygmunt Bauman (2008a) gehört Unsicherheit jenseits der Sicherheit der (physischen) Lebensgrundlagen Maslows somit zu den problematischen Phänomenen der Postmoderne [3]. Unsicherheit umfasst Bauman (2000a) zufolge drei Dimensionen:

1. Das Gefühl der Ungewissheit (uncertainty), also die nicht mehr vorhandene Kenntnis des Unterschieds zwischen vernünftig und dumm, glaubwürdig und irreführend, nützlich und nutzlos, passend und unpassend oder vorteilhaft und schädlich (Bauman 2000a: 31).

2. Das Gefühl nicht vorhandener Sicherheit (insecurity), also die Abwesenheit des Vertrauens, das jenes, was erworben und gewonnen wurde, auch Bestand hat und als Quelle von Stolz und Achtung gilt. Sicherheit lässt die Welt beständig und verlässlich (Bauman 2000a: 31) erscheinen, sie basiert auf der Annahme, die eigenen Maßstäbe seien die Richtigen, die erlernten Gewohnheiten erfolgreichen Handelns wie auch die erlernten Fertigkeiten, die man angesichts der Herausforderungen des Lebens braucht (Bauman 2000a: 31) seien für eine erfolgreiche Lebensführung geeignet (vgl. auch Bauman 2009a).

3. Das Gefühl der Schutzlosigkeit (unsafety), also das Gefühl der Abwesenheit der Gewissheit, mit einem richtigen Verhalten Schaden von dem eigenen Körper und seinen Verlängerungen Besitz, Zuhause und Nachbarschaft wie auch dem Raum, dem all diese Elemente eines größeren Ich eingeschrieben sind (Bauman 2000a: 31), abhalten zu können.

Diese drei Tendenzen sind Symptome eines nagenden existenziellen Misstrauens (Bauman 2000a: 31; Hervorh. i. O.), die sich auch in der Auflösung von Alltagsroutinen (die bereits aufgrund ihrer Gleichförmigkeit geeignet waren, Angst auszulösen; vgl. Massumi 1993, Bauman 2009b) und dem ständigen Zwang äußern, gewohnt, gewiss und sicher Scheinendes einer ständigen Überprüfung zu unterziehen. Die damit einhergehende Wahrscheinlichkeit unerwünschter Konsequenzen, die jede Wahl mit sich bringt, und das Bewusstsein, solche Konsequenzen nicht genau kalkulieren zu können, wecken weniger das Verlangen, die Ergebnisse des eigenen Handelns zu kontrollieren (was kaum realistische Aussichten hätte), als den Wunsch, sich gegen die Risiken, die alle Handlungen bergen, abzusichern und die Verantwortung für die Ergebnisse abzuschütteln (Bauman 2000a: 32). Dieses Verlangen nach Sicherheit [4], Risiken zu minimieren und Verantwortung zu externalisieren, wird zu einer zentralen Motivation menschlichen Handelns, der Gewissheit zum Trotz, dass das Streben nach Sicherheit in einer Welt der Unsicherheit zusätzliche Angst vor dem Verlust der neu gewonnen (scheinbaren) Sicherheit impliziert, und somit zur Steigerung von Unsicherheit beiträgt. Unsicherheit und Angst sind hierbei rekursiv verkoppelt. Die Ungewissheit hinsichtlich des Eintretens der intendierten Folgen eines Handelns und die Ungewissheit, ob dieses Handeln nicht von einem überraschendem Umfang an Nebenfolgen gekennzeichnet ist, wird durch eine Meta-Ungewissheit verschärft, die Ungewissheit im Hinblick auf den Grad an Gewissheit, den man vernünftigerweise als den eigenen und insbesondere sicheren Besitz beanspruchen kann (Bauman 2000a: 45).Unsicherheit wird dadurch gestärkt, weil weder die Wissenschaft noch die herrschende Politik, noch die Massenmedien, noch die Wirtschaft, noch das Rechtssystem oder das das Militär [] in der Lage [sind], Risiken rational zu definieren oder zu kontrollieren (Beck 2006: 107), wodurch die Person sich gezwungen sieht, den Rationalisierungsversprechungen dieser Institutionen zu misstrauen (Beck 2006: 107). Die Unsicherheit reicht tief in moralische Weltdeutungen (Bauman 2009a: 38; Hervorh. i. O.): Unsere Zeit ist eine der tiefempfundenen moralischen Ambiguität: sie offeriert eine nie zuvor gekannte Entscheidungsfreiheit und befängt uns gleichzeitig in einem nie gekannten Zustand der Unsicherheit. Angst wird damit wie auch Ergebnisse von Zeidner (1998) nahelegen zu einem Charakteristikum postmoderner sozialer Gefüge.

Die postmoderne Unsicherheit lässt zwar einerseits (insbesondere in den Vereinigten Staaten mit ihren weitgehend privatwirtschaftlichen Sicherungssystemen) die physische Sicherheit fragiler werden, doch erlangt andererseits die Unsicherheit infolge brüchig gewordener Rollen-, Normen- und Wertestrukturen ebenso eine zusätzliche Bedeutung wie die Auslösung kollektiver Handlungs- und Deutungsmuster, die zumeist einem impliziten Wissen unterliegen (Werlen 2003)[5]: Vormoderne Residuen, die modernen Derivationen unterlagen, werden durch die Dekonstruktion dieser Derivationen aktualisiert. Die Meta-Ungewissheit (Bauman 2000a) infolge des Wissens über die zunehmende Inadäquanz kollektiver wie individueller Deutungs- und Handlungsschemata verunsichert, da die Erfolgsaussichten von Problemlösungsstrategien ungewisser werden. Die zunehmende (und irrationale) Angst- und (vergebliche) Angstvermeidungskommunikation umfasst lediglich eine Dimension des Angsthandelns und -verhaltens, das eigentliche gesellschaftliche Problem dieser Kommunikation

[6] liegt so David L. Altheide (2003) in den aus ihr entwickelnden sozialen und physischen Folgen und Nebenfolgen. Diese Folgen und Nebenfolgen der Angstkommunikation stellen den zentralen Gegenstand dieser Abhandlung dar.

  • [1] Freud verstand (durchaus essentialistisch) unter Angst einen spezifischen persönlichen Aspekt einer universalen Struktur (Ronen 2009: 9). Die aktuelle Angstemotion lässt sich als ein mit bestimmten Situationsveränderungen intraindividueller variierender und affektiver Zustand des Organismus verstehen, der durch erhöhte Aktivität des autonomen Nervensystems sowie durch die Selbstwahrnehmung von Erregung, das Gefühl des Angespanntseins, ein Erlebnis des Bedrohtwerdens und verstärkte Besorgnis gekennzeichnet ist (Krohne 2010: 17; vgl. auch Flam 2002, Riemann 2009, zuerst 1961). Das Persönlichkeitsmerkmal Ängstlichkeit hingegen, bezeichnet die intraindividuell relativ stabile, aber interindividuell variierende Tendenz, Situationen als bedrohlich wahrzunehmen und hierauf mit einem erhöhten Angstzustand zu reagieren (Krohne 2010: 17). Die zeitgenössische Psychologie unterscheidet zudem vielfach zwischen Angst, Furcht und Stress. Angst soll dabei dann ausgelöst werden, wenn eine Situation als gefährlich erlebt wird, ohne dass momentan angemessen reagiert werden kann (Krohne 2010: 27). Furcht hingegen soll dann vorliegen, wenn in derartigen Situationen Reaktionen möglich sind. Stress bezeichnet zum Dritten in neueren psychologischen Theorien [] eine spezifische Beziehung zwischen Umwelt und Person, in der Anforderungen vorliegen, die die Bewältigungsmöglichkeiten der betroffenen Person stark beanspruchen (Krohne 2010: 27).
  • [2] Peter Sloterdijk (2007: 134) ironisiert Netzwerke als eine interidiotische Beziehungsarchitektur, in der versucht wird, schwache Intelligenzen so zu verschalten, dass sie zusammen klüger sind.
  • [3] Die postmoderne Unsicherheit betrifft insbesondere die Residuen der Klasse II (Persistenz der Beziehungen eines Menschen mit anderen und mit Orten), die Verlässlichkeit sozialer Gefüge (Klasse IV: Residuen der Soziabilität) und ihre räumliche Verortbarkeit wie auch Residuen der Klasse V (Unverletztheit (intégrité) des Einzelnen und der Seinen).
  • [4] Eine solche Sehnsucht nach Sicherheit (in den genannten drei Dimensionen) spiegelt sich auch in dem Liedtext Irgendwas bleibt der Gruppe Silbermond, in dem das Private als Gegenstück zur unsicheren Öffentlichkeit stilisiert, aber dennoch auch die Hoffnungslosigkeit dieses Verlangens transzendiert wird.
  • [5] Die postmoderne Unsicherheit (in allen drei Dimensionen) unterscheidet sich grundsätzlich von der vormodernen Unsicherheit, die durch die modernen Strategien der Sicherheitsgenerierung und -steigerung zurückgedrängt wurde: War die vormoderne Unsicherheit vor allem eine Unsicherheit hinsichtlich der physischen Grundlagen des Lebens (Hunger, Krankheit, ständige Bedrohung durch physische Gewalt), brachte die Moderne mit ihrem Ausbau des Gesundheitssystems, der industriellen Landwirtschaft und dem Gewaltmonopol des Nationalstaates eine Sicherung dieser Hierarchiestufe der Bedürfnispyramide mit sich.
  • [6] In Anlehnung an Aufermann (1971) fasst Faulstich (2002) das Grundmodell der Kommunikation in fünf Bestandteilen zusammen:

    1. den Kommunikator (Sender, Adressant, Sprecher),

    2. den Zeichenvorrat (Code),

    3. das Medium (Signalsystem, Kommunikationsmittel, Kanal),

    4. den Rezipienten (Empfänger, Adressat, Hörer)

    5. den Prozesscharakter (Encodierung plus Zeichenübermittlung plus Dekodierung). Angstkommunikation setzt an allen Bestandteilen des Prozesses an, so greift der in Angst versetzte Kommunikator (oder auch der Kommunikator, der Angst erzeugen will) auf bestimmte gesellschaftlich sozialisierte Codes der Angst zurück, die er über bestimmten Medien (auch in Form von Artefakten) dem Rezipienten sendet, mit dem Ergebnis, dass der Prozess der Kommunikation in unterschiedlicher Weise von Angst beeinflusst und bestimmt ist.

 
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