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4.2.4 Datenaufbereitung und -auswertung

Die Gespräche wurden auf ein Tonband aufgezeichnet und anschließend transkribiert. [1] Lediglich in zwei Fällen war eine Tonbandaufzeichnung nicht erwünscht, weshalb diese beiden Interviews von einer während des Interviews anwesenden Protokollantin niedergeschrieben wurden. Unmittelbar nach dem jeweiligen Interview wurden die schriftlich fixierten Aussagen der Befragten im Dialog zwischen Interviewerin und Protokollantin kontrastiert und wechselseitig ergänzt sowie kommentiert.

Da das Hauptinteresse thematisch-inhaltlichen Informationen galt, wurden Dialekte und den Inhalt nicht verändernde oder überflüssige Äußerungen bei der Abschrift weggelassen. Pausen, Stimmlagen und andere parasprachlichen Elemente wurden lediglich hinzugezogen, sofern sie den Inhalt bestimmter Aussagen beeinflussten bzw. veränderten (vgl. Langer 2010).

Die Interviewtranskripte und Protokolle[2] wurden mittels einer qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet. Dabei wurden aus der Vielzahl an speziellen Ansätzen der qualitativen Inhaltsanalyse (vgl. z. B. Flick/Kardorff/Keupp/Rosenstiel/ Wolff 1995; Lamnek 1995; Mayring 2007) zwei Verfahren ausgewählt, die eine angemessene Auswertung und Interpretation des Untersuchungsmaterials erlaubten. Für einen ersten Überblick über das Material wurden die Transkripte und Protokolle anhand der Globalauswertung nach Legewie (1994) gesichtet. Die Texte wurden nach ihrer Relevanz für die Fragestellung bzw. nach ihrer Informationsdichte sortiert und es wurden Sachverhalte ermittelt, die über die zentrale Thematik der Untersuchung hinausgingen oder diese weiterführend ergänzten.

Da es sich bei den mittels der ExpertInneninterviews erhobenen Daten um das spezifische Wissen einer Funktionselite handelt und das Ziel der Auswertung die Herausarbeitung des „Überindividuell-Gemeinsame[n]“ (Meuser/Nagel 1991: 452) war, erfolgte die Feinanalyse nach dem von Mühlfeld, Windolf, Lampert und Krüger (1981) entwickelten sechsstufigen Verfahren. In einem ersten Schritt wurden alle Antworten markiert, die den Fragen des Leitfadens eindeutig zugeordnet werden konnten, da der Leitfaden zugleich das Kategoriensystem bildete. Im Kontext der Globalauswertung wurde das Kategorienschema nach einer weiteren Durchsicht der Daten verfeinert und um relevante Sachverhalte, die über die zentrale Thematik der Untersuchung hinausgingen, ergänzt. Nach der Einordnung des Materials in das Kategorienschema wurde eine innere Logik hergestellt und schriftlich festgehalten. In einem letzten Schritt wurden die Auswertungsergebnisse interpretiert und anschließend in einem Text sinnvoll zusammengestellt und mit entsprechenden Interviewausschnitten belegt.

Aufgrund der notwendigen Anonymisierung der erhobenen Daten wurde jeder bzw. jedem Gesprächsteilnehmenden eine Kennung (z. B. AmU1) zugewiesen, die sich aus dem Unternehmen (A, B, C, D), dem Geschlecht (männlich/weiblich), der Führungsebene (unteres/mittleres/oberes Management) und der Chronologie der durchgeführten Interviews (1, 2, 3 etc.) zusammensetzt. [3]

Die Auswertung erfolgte in einem Vergleich zwischen den ausgewählten Unternehmen, im Hinblick auf das Geschlecht der ProbandInnen sowie unter besonderer Berücksichtigung derjenigen, die hauptsächlich mit der Gleichberechtigungspolitik befasst waren oder sich in besonderer Weise mit dieser Thematik auseinandersetzten (siehe Kapitel 5).

Während die Feinanalyse dazu diente, Hypothesen über die Gründe der Unterrepräsentanz weiblicher Führungskräfte zu generieren, waren die so gewonnenen Erkenntnisse in einem letzten Schritt zugleich Prüfinstanz für die Reichweite der Geltung der dieser Untersuchung zugrundegelegten theoretischen Erklärungsansätze. Das heißt, die im Kapitel 3 vorgestellten Theorien und Konzepte wurden auf ihre relative empirische Qualität hin überprüft (siehe Kapitel 6). Das Anliegen war die Ermittlung der Erklärungskraft des jeweiligen Erklärungsansatzes vor dem Hintergrund der vorgefundenen betrieblichen Realität.

  • [1] Die verwendeten Transkriptionsregeln können von der Autorin angefordert werden.
  • [2] Die vollständigen Interviewtranskripte und Protokolle können von der Autorin angefordert werden.
  • [3] Eine Übersicht der geführten Gespräche mit der jeweiligen Kennung und mit weiteren Informationen zur Gesprächsdauer können von der Autorin angefordert werden.
 
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