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5.3.5 Aufbereitungsverfahren

Um gesprochene Sprache qualitativ auszuwerten, muss diese in eine schriftliche Textform gebracht werden, was als „Transkription“ bezeichnet wird. Dies ist laut Mayring ein sehr aufwendiges Verfahren, jedoch für eine sorgfältige und vollständige Verarbeitung unbedingt notwendig.185

Mayring beschreibt verschiedene Transkriptionstechniken. Mit dem „Internationalen Phonetischen Alphabets“ ist es zum Beispiel möglich, die dialektische Aussprache im Interview in der Verschriftlichung zu übernehmen. Dies ist jedoch nicht immer erwünscht oder notwendig und daher besteht auch die Möglichkeit, den gesprochenen Text bei der Transkription in „normales Schriftdeutsch“ zu übertragen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Schwerpunkt der Interviews hauptsächlich auf der „inhaltlich-thematischen Ebene“ liegt.186

Dies ist auch bei den Interviews dieser Masterarbeit der Fall. Nicht die Besonderheiten des Ausdrucks der Interviewten, sondern die Informationen und Erkenntnisse, welche sie inhaltlich liefern können, stehen im Vordergrund.

Somit sind auch im hier vorliegenden Aufbereitungsverfahren, wie von Mayer beschrieben, „Pausen, Stimmlagen sowie sonstige parasprachliche Elemente“ nicht notwendig und die Transkription „muss lediglich den Inhalt des Gesprächs enthalten“.187

Da die durchgeführten Interviews allesamt zwischen 43 und 52 Minuten dauerten, betrug auch die Transkriptionszeit in etwa gleich lang. Die schriftlichen Fassungen der Interviews weisen jedoch größere Unterschiede in der Seitenanzahl auf. Bei einem Zeilenabstand von 1,5 und einer Schriftgröße von 11 umfasst das kürzeste Transkript 12, das längste 22 Seiten. Das Transkribieren erwies sich als sehr aufwendig, obwohl vermerkt werden muss, dass die Qualität der verwendeten Tonbandträger hervorragend war. Nur bei einem/r Interviewpartner/in gab es vermehrt unverständliche Stellen beim Abhören des Tonbandes, was jedoch mehr an der Aussprache der/des Interviewten als am Aufzeichnungsgerät lag.

Bei der Transkription wurde bereits darauf geachtet, dass alle personenbeziehungsweise ortsbezogenen Daten anonymisiert und durch das Kennzeichen „X“ ersetzt wurden. Zur besseren Verständlichkeit wurde anschließend in runden Klammen ergänzt ob es sich um den Namen einer Person oder um einen Ortsnamen handelt.

Die Anonymisierung ist ebenfalls eine ethische Vorgabe, damit Rückschlüsse auf Personen verhindert werden.188

Die Transkripte wurden in weiterer Folge zur Auswertung der Ergebnisse herangezogen.

 
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