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5.3.2 Stichprobenauswahl

Mayer geht in seinen Ausführungen darauf ein, dass es generell bei Forschungen nur selten möglich ist, sämtliche für eine Untersuchung relevanten Daten einzuholen. Er veranschaulicht dies am Beispiel, dass unter Umständen nicht alle Arbeitnehmer/innen einer Branche oder auch nicht alle Student/innen eines Landes befragt werden können. Somit kann es notwendig werden, mittels einer Stichprobe Ergebnisse zu erhalten, welche auch auf andere Fälle übertragbar sind. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten die Stichprobe einer Forschung fest zu legen. Zum Einen kann dies schon im Vorhinein gemacht werden, indem gewisse Kriterien bestimmt werden welche eingehalten werden müssen. Zum Anderen kann die Stichprobenbildung auch während der Forschung selbst, aufgrund den erworbenen Erkenntnisse, durchgeführt werden.175

Bei der Planung der Interviews für diese Masterarbeit war von vornherein erkennbar, dass eine Stichprobenbildung notwendig wird. Aufgrund des Umfangs der Arbeit und der Zugänglichkeit zu den in Frage kommenden Personen, wobei auch jeweils deren Freiwilligkeit an der Teilnahme als Voraussetzung gilt, können nicht alle Personen, welche als Kinder fremd untergebracht wurden, als Teilnehmer/innen an den Interviews betrachtet werden.

Die Kriterien für die Stichprobenbildung wurden bereits zu Beginn festgelegt. Es sollten Personen interviewt werden, welche als Kinder durch die Jugendwohlfahrt fremd untergebracht wurden und bei denen die Maßnahme aktuell bereits beendet ist. Ein weiteres Kriterium ist, dass die potenziellen Interviewpartner/innen gegenwärtig nicht mehr durch die Jugendwohlfahrt unterstützt oder von dieser in irgendeiner Art begleitet werden, auch nicht hinsichtlich eigener Kindererziehung. Die Unterbringungsform (Einrichtung, Pflegefamilie, Kinderdorffamilie, etc.) ist nicht ausschlaggebend für eine Teilnahme an den Interviews. Adoptierte Personen werden aus der Zielgruppe ausgeschlossen, da diese nicht im Rahmen der vollen Erziehung durch die Jugendwohlfahrt bei Adoptivfamilien untergebracht werden. Das Geschlecht sowie das Alter spielen keine Rolle bei der Stichprobenbildung. Gegenwärtige situative Faktoren wie der aktuelle Familienstand der Betroffenen, werden nicht berücksichtigt.

Aufbauend auf dem theoretischen Teil der Masterarbeit, welcher sich mit der Jugendwohlfahrtssozialarbeit in Tirol samt gesetzlicher Grundlage beschäftigt, wurde anfangs auch eine Unterbringung durch die Jugendwohlfahrt Tirol als Kriterium für die Stichprobe angedacht. Da sich jedoch bald schon zwei Personen als Interviewpartner/innen bereit erklärten, welche nicht primär durch eine Tiroler Behörde fremd untergebracht wurden, wurde dieses Kriterium wieder verworfen. Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern können ebenso zur Beantwortung der Forschungsfrage herangezogen werden können und sind als gleich wertvoll zu beurteilen.

 
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