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5 Empirische Untersuchung

Um die Zielsetzung dieser Masterarbeit zu erreichen, bedarf es neben den theoretischen Ausführungen auch eines empirischen Teiles. Wie eben beschrieben besteht dieser aus durchgeführten Leitfadeninterviews. Im Folgenden wird genau auf die empirische Vorgehensweise eingegangen, sowie das verwendete Forschungsverfahren vorgestellt.

5.1 Forschungsfrage

Jede Forschung braucht eine Forschungsfrage. Diese entsteht meist aufgrund verschiedener Annahmen oder Vorstellungen, welche sich in der anfänglichen Bearbeitung des Themas durch eine theoretische Auseinandersetzung bilden.141

Flick macht den Erfolg einer Forschung von der Forschungsfrage und ihrer Formulierung abhängig. Dazu beschreibt er, dass die Fragestellung möglichst präzise und zeitlich so früh wie möglich formuliert sein soll, jedoch kann sie während des Forschungsverlaufs jederzeit „wieder konkretisiert, fokussiert, weiter eingegrenzt und revidiert“ werden. Ist die Forschungsfrage zu offen formuliert, fehlt die zur Orientierung notwendige Struktur bei der Durchführung der Forschung. Zu enge Formulierungen hingegen könnten eine Blockade bezüglich neuer Erkenntnisse bewirken.142

Bei der hier vorliegenden empirischen Untersuchung entstand die Forschungsfrage aus dem immer größer werdenden Interesse am Thema Fremdunterbringung im Rahmen der Vollen Erziehung als Jugendwohlfahrtsmaßnahme. Berufsbedingt ist eine Auseinandersetzung mit diesem Bereich der Jugendwohlfahrtssozialarbeit unabwendbar und dadurch wuchs auch stetig der Wunsch, die Masterarbeit in diese Richtung zu gestalten. Somit entwickelte sich folgende Forschungsfrage als Grundlage dieser Arbeit Wie erlebten betroffene Minderjährige eine Fremdunterbringung durch die Jugendwohlfahrt und wie beurteilen sie diese Maßnahme aufgrund ihres subjektiven Erlebens aus der Retrospektive?

Aus dieser Forschungsfrage ergaben sich weitere verschiedene Unterfragen, welche es in Anlehnung an die Forschungsfrage zu beantworten gilt.

Ÿ Wie wurde der Prozess der Fremdunterbringung persönlich erlebt?

Ÿ Wie war die Situation während und nach der Fremdunterbringung in Bezug auf das Herkunftssystem beziehungsweise den/die zuständigen Sozialarbeiter/in?

Ÿ Welche Veränderungen beziehungsweise Auswirkungen hinsichtlich des eigenen Lebens konnten wahrgenommen werden?

Ÿ Wie wird die Maßnahme aus heutiger Sicht von den Betroffenen bewertet?

Ÿ Welche besonders positiven beziehungsweise negativen Aspekte sind dem/der Betroffenen in Erinnerung geblieben?

Durch die Auseinandersetzung mit diesen Unterfragen soll es möglich werden die Forschungsfrage zu beantworten und Einblick in die subjektiven Beurteilungen einzelner Betroffener zu erhalten. Die Forschung soll Raum geben negativ und positiv erlebte Begebenheiten anzusprechen und persönliche Ansichten zu offenbaren. Die Beantwortung der Forschungsfrage kann in weiterer Folge zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vorgehensweise der Jugendwohlfahrt führen oder ebenso eine Bestätigung der bisher angewandten Methoden liefern.

 
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