Desktop-Version

Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Change Leadership

< Zurück   INHALT   Weiter >

5.3.1 Psychosoziale Abwehrmechanismen

Im Rahmen dieses Konzeptes wird vom Grundmotiv ausgegangen, dass Arbeit Angst auslöst und Gefahr droht, mit der in der Organisation umzugehen ist. Diese Angst kann konstruktiv aufgelöst werden, wodurch es zu produktiver Aufgabenbewältigung kommt. Andererseits können bestimmte Abwehrmechanismen eintreten, um gewisse angstmachende Aufgaben wegzuschieben oder aus der Wahrnehmung auszublenden.

Darstellung 7: Aufgabe und psychosoziale Abwehr226

Der Ablauf der Emotionen nach der Zuteilung einer Aufgabe kann wie in der Grafik dargestellt vor sich gehen: Mit einer Aufgabe wird Risiko in Verbindung gebracht, nämlich jenes, dass eine falsche Entscheidung getroffen werden könnte (Primäres Risiko). Dieses primäre Risiko löst Angst aus, mit der umgegangen werden muss. Wenn die Angst verarbeitet werden kann, dann kann die Aufgabe positiv erledigt

werden. Ist jedoch ein Umgehen mit der Angst nicht möglich, kommt es zu psychosozialen Abwehrmechanismen und die Aufgabenerfüllung misslingt.

In Situationen, in denen Menschen mit Angst reagieren, ist das Gehirn mit der Verarbeitung der Angst beschäftigt. Sie sind dann zu keinen anderen Reaktionen oder kognitiven Prozessen fähig. Je mehr die Angst wächst, desto weniger sind Menschen für rationale Argumente zugänglich, wobei es keinen Unterschied macht, ob die Angst berechtigt ist oder nicht.

Um Bedrohungen oder Unsicherheiten abzuwenden, kommt es zu Abwehrmechanismen, die unbewusst ablaufen. So ist aus psychosozialer Perspektive auch Widerstand ein sichtbarer Ausdruck von Abwehrmechanismen.

In Organisationen sind Abwehrmechanismen Teil der Unternehmenskultur und können zu einer Kultur der Verleugnung führen. In Veränderungsprojekten müssen BeraterInnen und Führungskräfte konsequent Abwehrmechanismen aufdecken und reflektieren. Die festgesetzten Ziele sind zu verfolgen und sie dürfen sich nicht der Kultur der Verleugnung anschließen.

In Organisationen ist das Phänomen der Abwehrmuster beobachtbar, welches dann auftritt, wenn es um Themen der Schuldzuweisung, Scham oder möglicher Bloßstellung geht. Abwehrverhalten wird geschickt ausgeführt und erfolgt intuitiv, möglicherweise auch unbewusst. Abwehrmuster können in einem System unabhängig von dessen Mitgliedern auftreten bzw. installiert sein, was daran erkennbar ist, dass verschiedene Mitglieder dasselbe Abwehrverhalten an den Tag legen und es bestehen bleibt, wenn verschiedene Organisationsmitglieder die Organisation verlassen haben. Abwehrmuster werden in der Sozialisation gelernt und warden aus Besorgnis und aufgrund realistischer Einschätzung ausgelöst. Auf Abwehrmechanismen werden weitere Verteidigungen und Vertuschung aufgebaut.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >

Related topics