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„Lügenpresse“?

„Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ in den Medien

Britta Schellenberg

„Lügenpresse“ oder „ein Hort von Neonazis“ – das Spannungsfeld der Zuschreibungen ist breit, wenn es um tatsächlich oder vermeintlich extrem rechte und rassistische Vorfälle geht. Die „Pegida“ [1]-Demonstrationen in Dresden und die Berichterstattung hierüber verdeutlichen das im Jahr 2014/15. Hinter ihnen steckt eine komplexe langjährige Entfremdung von gemeinsamen Normvorstellungen. Ausgehend von einem konkreten Fall und der öffentlichen Debatte über ihn werden im Artikel die mediale Thematisierung von „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ ebenso wie die Debattenbeiträge von Akteuren, die an der Medienberichterstattung Kritik üben, betrachtet und in Beziehung zu ihren Normvorstellungen und Problemwahrnehmungen untersucht. Zunächst wird die mediale Berichterstattung über einen rassistischen und extrem rechten Übergriff in der sächsischen Kleinstadt Mügeln (2007) in ihrem zeitlichen Verlauf nachgezeichnet. Dabei wird aufgezeigt, durch welche äußeren Impulse und Stilmittel sie bestimmt ist. Anschließend werden die Akteure, die Kritik an „den Medien“ üben, in ihrer Positionierung zum Vorfall und ihren Einschätzungen gegenüber der Medienberichterstattung dargestellt. Ziel der empirischen Analyse ist es, problematische Strukturen jenseits des Neonazismus aufzuzeigen, die jedoch – wie aktuell „Pegida“ zeigt – grundlegende Herausforderungen für eine demokratische Auseinandersetzung und die Strategieentwicklung im Bereich „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ markieren.

  • [1] „Pegida“ ist die Abkürzung für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Seit Mitte Oktober 2014 demonstrierten sie – in Anlehnung an die bürgerbewegten Montagsdemonstrationen in der untergehenden DDR – jeden Montag in Dresden.
 
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