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10.2 Für wen eignet sich betreutes Wohnen?

Das betreute Wohnen gehört ebenfalls zu den beliebten Wohnformen im Alter. Hier werden die unterschiedlichsten Angebote miteinander kombiniert. Häufig mietet der Betroffene eine spezielle, zentrale gelegene Wohnung in einer altersgerechten Wohnanlage. Zusätzlich gibt es ein Paket an Grundleistungen, die ein spezieller Service bietet. Dazu gehören Essen, Reinigung, Therapie und Pflege. Diese Leistungen werden bei Bedarf in Anspruch genommen (Naegele et al. 2006, S. 12). Zusätzlich zum Mietvertrag wird ein Betreuungsvertrag geschlossen.

Betreutes Wohnen ist besonders für diejenigen geeignet, die sich in den eigenen vier Wänden zunehmend unsicher fühlen. Mitunter besteht keine Möglichkeit, die langjährige Wohnung barrierefrei umzugestalten. Ein großes Hindernis stellt eine Wohnung in oberen Etagen dar – insbesondere wenn es keinen Lift gibt –, denn Treppen können zum unüberwindbaren Hindernis werden. Auch eine schlechte infrastrukturelle Anbindung (Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte) kann zum Umzug in ein betreutes Wohnen führen. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Einsamkeit. Einige ältere Menschen fühlen sich in ihrer Wohnung zunehmend von der Außenwelt abgeschnitten, vor allem wenn der Partner verstorben ist und die Kinder weggezogen sind. Das betreute Wohnen bietet sozialen Anschluss. Die Mahlzeiten können – müssen aber nicht – gemeinsam eingenommen werden. Es gibt spezielle Wochenpläne, die gegen einen geringen Unkostenbeitrag jeden Nachmittag bzw. Abend ein kulturelles Programm bieten. Häufig werden auch gemeinsame Reisen organisiert.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das betreute Wohnen ein individuell gestaltetes Leben ermöglicht, ohne dass der ältere Mensch vom sozialen und kulturellen Leben abgeschnitten ist.

10.3 Wie steht es mit Seniorenresidenzen?

Auch in den Seniorenresidenzen werden Wohn- und Betreuungsangebote miteinander verbunden. Zudem besitzen die Senioren eine abgeschlossene Wohnung. Die Vorteile sind also die gleichen wie beim betreuten Wohnen. Der Unterschied besteht in der Verpflichtung zur Abnahme weiterer Betreuungsleistungen. Dazu gehören die Versorgung mit Mahlzeiten bzw. die Reinigung der Wohnung. Diese Verpflichtungen sind in einem Heimgesetz geregelt (Naegele et al. 2006, S. 12).

Wie der Name „Seniorenresidenz“ ausdrückt, sind die Wohnungen für gehobene Ansprüche gedacht. Logisch, dass für diese gehobenen Ansprüche auch gehobene finanzielle Möglichkeiten vorhanden sein sollten. Seniorenresidenzen stehen also im Widerspruch zur erwarteten Altersarmut – besonders im Osten Deutschlands.

 
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