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7.2 Werden wir zu emsigen Rentnern?

Entgegen dem Szenario der Berufsunfähigkeit gibt es viele Rentner, die sich weit nach Eintritt in den Ruhestand fit für die Arbeitswelt fühlen. Auch diese Gruppe kann sich somit vor Armut im Alter schützen.

Es gibt zahlreiche Jobs, die sich gut für Rentner eignen. Je nach gesundheitlichem Zustand umfassen diese die komplette Berufspalette. Arbeitgeber beschäftigen mitunter gern ihre Angestellten über die Rente hinaus, um deren Expertenwissen weiter zu nutzen. Das wird im Zeitalter des Fachkräftemangels noch bedeutsamer. Kurz: Trotz Jugendwahn stehen die Chancen gut, auch nach der Rente einen Job zu finden. Rentner haben nämlich einen entscheidenden Vorteil: Sie sind versichert. Dem Arbeitgeber bleiben somit die Ausgaben zur Sozialversicherung erspart. Aber wie viel darf ein Rentner selbst steuerfrei dazuverdienen?

Zunächst gilt, dass Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, unbegrenzt dazuverdienen dürfen. Wird bereits vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze eine Altersrente bezogen, gelten besondere Regelungen. Diese umfassen:

• Altersrente für langjährig Versicherte

• Altersrente für Schwerbehinderte, Berufsoder Erwerbsunfähige

• Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

• Altersrente für Frauen

• Altersrente für besonders langjährig Versicherte

• Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute (Deutsche Rentenversicherung 2014, S. 4) Weiterhin gilt: Die Regelaltersgrenze liegt bei vor dem

1. Januar 1947 geborenen Versicherten bei 65 Jahren. Bei nach dem 31. Dezember 1946 Geborenen wird die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben (Deutsche Rentenversicherung 2014, S. 4 f.).

Im Falle der besonderen Regelungen wird die Altersrente als Volloder Teilrente gezahlt. Als Hinzuverdienst zählt dabei der Bruttoverdienst bzw. -gewinn. Für Renten in voller Höhe gilt in alten und neuen Bundesländern die Hinzuverdienstgrenze von 450 € (Deutsche Rentenversicherung 2014, S. 6). Übersteigt der Verdienst die Grenze, wird die Teilrente ohne gesonderten Antrag gezahlt. Anders verhält es sich im umgekehrten Fall. Wird der Hinzuverdienst weniger, dann muss die höhere Leistung innerhalb von drei Kalendermonaten beantragt werden (Deutsche Rentenversicherung 2014, S. 6). Der arbeitende Rentner muss also keine Steuern abführen.

Doch nicht jeder Rentner ist mit langer Gesundheit gesegnet. Und entgegen vielen politischen Initiativen, welche die „Rente mit 70“ propagieren, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass mit dem Alter die Leistungsfähigkeit sinkt. Wie später noch erläutert wird, ist dies in den Genen einprogrammiert. Bereits mit dem 30. Lebensjahr baut die Muskelmasse ab. Es ist fast schon grotesk, sich einen 70-Jährigen auf der Baustelle vorzustellen. Möglichweise mit schlafwandlerischer Sicherheit als Dachdecker auf dem Spitzdach balancierend – in der Hand ein Stapel Steine. Auch die 70-jährige Oberstufenlehrerin ist eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Die Politik wird die biologische Uhr nicht zurückdrehen.

Neben der Muskelmasse lässt auch die Konzentration nach, wodurch die Unfallgefahr steigt – und damit das Verletzungsrisiko und Krankheiten. Ein älterer Mensch erholt sich davon nicht so schnell wie ein junger Mensch. Daher ist es kein Wunder, dass die Angst vor Krankheiten steigt. Das folgende Kapitel gibt Aufschluss darüber, ob die Angst vor Krankheiten im Alter berechtigt ist.

 
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