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1 Prolog: Holt der Sensenmann die Armen früher?

Wer arm ist, muss früher sterben. Die meisten haben diesen Spruch schon einmal gehört. Möglicherweise wird er sich in ein paar Jahrzehnten bewahrheiten, wenn die jetzige Erwerbsgeneration der Rente entgegensieht.

Der wohlverdiente Ruhestand wird häufig verbunden mit langen, ausgedehnten Reisen. Bleibt den künftigen Generationen nur noch die Kaffeefahrt, bei der ihnen die letzten Cents aus der Tasche gezogen werden? Endet die Weltreise im Nachbardorf? Und überhaupt: Wie hoch ist die Lebenserwartung? Welchen Bedeutungszuwachs erfährt der Satz „Wer arm ist, muss früher sterben“ in der Zukunft? Die Vorstellungen erscheinen wie aus einem Science-Fiction-Film: Asiatische Pflegekräfte wuseln emsig in einem Acht-Quadratmeter-Zimmer. Die Betten stehen dicht an dicht. Darin liegen bedauernswerte Alte, die zum Pflegefall geworden sind, wobei „Pflege“ noch schmeichelnd ausgedrückt ist, denn die Alten werden nur minimal versorgt. Mit Lebensqualität hat das nichts mehr zu tun. Sie dämmern vor sich hin. Ein gemeinschaftliches Warten auf den Sensenmann – auf die Erlösung.

In Zukunft wird es immer mehr ältere Menschen geben, weil die geburtenstarken Jahrgänge der BabyboomGeneration in den Ruhestand gehen. Pflege gibt es dann nach Klassen unterteilt. Angemessene Pflege mit kleinem Betreuungsschlüssel können sich nur die ehemaligen Gutverdiener leisten. Das setzt eine lückenlose, gut bezahlte Erwerbstätigkeit voraus. Das Nachsehen haben Menschen mit langen Phasen der Erwerbslosigkeit. Auch Kindererziehung wird bestraft, wenn sie über die staatlich festgelegten Zeiträume hinausgeht.

Eigens für die Pflege wurde asiatisches Personal importiert. Hat Deutschland keine eigenen Leute mehr? Müssen immer mehr Fremde ins Land geholt werden, die den Deutschen die begehrten Arbeitsplätze wegnehmen? Die Antwort ist ein schlichtes Ja. In einigen Jahren wird Arbeitslosigkeit zum Fremdwort. Die geburtenschwachen Jahrgänge können sich ihre Stelle raussuchen, und so mancher wird sich insgeheim freuen, dass sich das Blatt wendet. Nicht mehr die Bewerber müssen ihre Talente, Kenntnisse und Fertigkeiten in den schillerndsten Farben anpreisen – nein, der Kelch wandert zu den Unternehmen. Eine neue Art der Kriegsführung beginnt: der „War for Talents“. Kriegsschauplatz ist der Arbeitsmarkt mit einem Angebot, das die Nachfrage übersteigt. Besonders begehrt sind dann qualifizierte Fachkräfte. Diese wollen mehr als einfach nur ihre Brötchen verdienen: Sie möchten Karriere machen und gleichzeitig eine Familie gründen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist somit die Aufgabe der Zukunft. Vielleicht ist diese Vereinbarkeit das Gebot der Stunde, angesichts des systematischen Rückgangs des Sozialstaates. Es ist vorstellbar, dass Familiensolidarität einen Bedeutungszuwachs erfährt, denn die Renten sind nicht mehr sicher.

Auch arme Menschen möchten leben. Naja, nicht einfach nur leben, sondern gut leben mit einer (wenn auch bescheidenen) Lebensqualität. Ist dies möglich? Und wenn ja: Wie ist dies zu erreichen? In welcher Gesellschaft leben wir? Wie wird sie sich in Zukunft entwickeln? Was kann der Einzelne tun, um der Armut im Alter zu entgehen? Worin liegt die beste Altersvorsorge? Ist eine stabile Familienstrukturmöglicherweise auch eine Investition vergleichbar mit einer Lebensversicherung? Ist der einzig wahre Halt die Familie? Was kann der Einzelne für eine stabile Familienstruktur tun?

Diese und viele weitere Fragen werden in den folgenden Kapiteln beantwortet. Dieses Buch bietet somit einen umfassenden Überblick über das Thema der Altersvorsorge und richtet sich an alle diejenigen, die wissen wollen, was im Alter wirklich auf sie zukommt.

 
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