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4.3.2. Korruptionsstraftäter der öffentlichen Verwaltung

Für Bedienstete von Behörden gelten oben genannte Aspekte in gleichem Maße, da auch hier angenommen wird, dass Korruptionstäter sich ähnlich zu Wirtschaftsstraftätern verhalten.

Abbildung 13: Auswirkungen auf Bedienstete von öffentlichen Körperschaften nach Entdeckung von Korruption

In 78% der berichteten Fälle wurden somit Innentäter aus Korruptionsstraftaten entlassen, was zu einem Totalverlust des Einkommens führt und somit jegliche Ziele unerreichbar machen. Bei Personen im Beamtenverhältnis bspw. bedeutet dies nicht nur den Verlust der Vergütung sondern auch den Verlust jeglicher Pensionsansprüche. Ein wegen Korruption entlassener Beamter wird damit zunächst zum Sozialfall. Einzig die Vorbildung bzw. das Vorhandensein von Fachwissen kann zu einer Chance auf Beschäftigung führen. Dies ist insofern bei Monopolbehörden ein Problem, da nur diese eine entsprechende Tätigkeit anbieten:

Entlassene Polizeibeamte können keiner finanziell vergleichbaren Beschäftigung nachgehen welche eine Polizeibehörde bietet, Bedienstete von Ordnungsämtern oder Kulturämtern sind ebenfalls kritisch zu sehen. Aufgrund einer entsprechenden Verurteilung ist eine Beschäftigung bei anderen Behörden nicht möglich.

Bisher liegen jedoch keine empirischen Daten bezüglich den Konsequenzen auf die soziale und wirtschaftliche Existenz von ehemaligen Amtsträgern vor, so dass hier keine allgemeingültige Aussage getroffen werden kann.Tatsächlich führt eine Nichtentdeckung der Korruption zu einer deutlichen Steigerung der Einkommensverhältnisse von Amtsträgern. Dies ermöglicht ein Lebensstandard über den legal möglichen Verhältnissen. Problematisch ist hierbei ebenfalls eine Verstärkung und Enthemmung der illegalen Handlungen, ebenso steigt das Entdeckungsrisiko mit jeder Korruptionshandlung an. Aus dem Zugewinn des Amtsträger erwächst durch den dem Einkommen nicht angepassten Lebensstil ein Bild nach außen, welches eine Entdeckung wahrscheinlich macht und im weiteren Verlauf die Korruptionshandlung auch beweisbar.

4.3.3. Zusammenfassung

Korruptionsstraftäter erleiden aus korruptem Verhalten überwiegend Nachteile. Diese bestehen nicht nur im juristischen Bereich, sondern auch im sozialen und finanziellen Umfeld. Problematisch dabei ist, dass ein Abwägen der erläuterten Aspekte scheinbar nicht stattfindet; der kurzfristige, persönliche Gewinn steht im Vordergrund. Dies bedeutet, dass Einzelakteure aus der Wirtschaft als auch Bedienstete der öffentlichen Körperschaften noch immer in Korruption eine Rentabilität sehen.

4.4. Hypothesen: Auswirkungen der Korruption

Aus den bisher durchgeführten Untersuchungen über die Auswirkungen von Korruption auf die beteiligten Elemente, lassen sich weitere Thesen ableiten:

Hypothese 5: Korruption ist für Unternehmen, unabhängig von der Entdeckungswahrscheinlichkeit, nicht rentabel, da die negativen Auswirkungen die positiven Effekte einer Bestechungshandlung überwiegen.

Hypothese 6: Korruption wirkt sich auf öffentliche Körperschaften ausschließlich negativ aus. Positive Auswirkungen sind nicht vorhanden.

Hypothese 7: Korruption ist für Einzelakteure nicht lohnenswert, da die negativen Auswirkungen im Falle einer Entdeckung, die positiven Effekte überwiegen.

Hypothese 8: Die Kosten der Korruption trägt immer die Gesellschaft.

Die hier formulierten Thesen der Ziele und Auswirkungen von Korruption sollen im folgenden Kapitel durch empirische Erhebungen bestätigt oder widerlegt werden.

 
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