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3.2.4. Subventionen

Subventionen, die unmittelbar mit dem Erwerb, der Herstellung oder der Verbesserung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens zusammenhängen, werden von der Besteuerung freigestellt, Art. 11 Buchst. a RL-E. In Konsequenz mindern diese nach Art. 33 Nr. 3 RL-E die Abschreibungsbasis des subventionierten Wirtschaftsguts des Anlagevermögens, wodurch es zu einer, wenn auch zeitverzögerten Besteuerung kommt.

Dem Einzelabschluss fehlt eine vergleichbare gesetzliche Regelung zur bilanziellen Erfassung solcher Zuwendungen. In der deutschen Bilanzierungspraxis haben sich hierfür drei Darstellungsvarianten etabliert. Grundsätzlich können die erhaltenen Subventionen sofort als Ertrag vereinnahmt werden (1). Zudem besteht die Möglichkeit der Minderung der Anschaffungsoder Herstellungskosten des subventionierten Wirtschaftsguts (2), da diese Zuwendungen den Zweck verfolgen, die vom Unternehmen aufzubringenden Mittel zu vermindern. Als weitere Form der zeitverzögerten Ertragsvereinnahmung wird zudem die Einstellung des Zuschusses in einen gesonderten Passivposten (3) als zulässig erachtet, welcher parallel zur Abschreibung des subventionierten Wirtschaftsguts erfolgswirksam aufzulösen ist.

Die Auswirkungen auf die Steuerlatenzen ergeben sich in Abhängigkeit der kaufmännischen Ermessensausübung. Im Falle der sofortigen Ertragsvereinnahmung (1) bleibt der handelsrechtliche Wertansatz des Wirtschaftsguts unvermindert, wohingegen der Wertansatz in der GKB um die Subventionen zu kürzen ist. Als Folge ergeben sich passive latente Steuern. Die beiden Methoden der zeitverschobenen Ertragsvereinnahmung (2, 3) unterscheiden sich zwar nicht in ihrer Gewinnwirkung, allerdings in ihrer Bilanzwirkung. Übereinstimmung zur GKB besteht nur dann, sofern auch im Einzelabschluss eine Kürzung der Anschaffungsoder Herstellungskosten um die Subventionen (2) erfolgt. Die latente Steuerabgrenzung entfällt soweit. Wird die Zuwendung stattdessen in einen gesonderten Passivposten (3) eingestellt, ergibt sich in Bezug auf das subventionierte Wirtschaftsgut die gleiche Wirkung wie bei der sofortigen Ertragsvereinnahmung. Das Wirtschaftsgut wird auf der Aktivseite höher bewertet als in der GKB, wodurch passive latente Steuern entstehen. Zugleich steht dem handelsrechtlichen gesonderten Passivposten kein vergleichbarer Wertansatz in der GKG gegenüber, was zu aktiven latenten Steuern führt.

 
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