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8.6.1 Kosten und Nutzen freiwilliger Arbeit

Was fordert die ehrenamtliche/ freiwillige Arbeit von Ihnen?“ und „Was gibt Ihnen die ehrenamtliche/ freiwillige Arbeit?“ sind Fragen, die sich mit den Kosten und den Nutzen der freiwilligen Tätigkeit beschäftigen. Tabelle 33 zeigt die Häufigkeiten der Aussagen zur Frage 12 (Kapitel 7.2.1.1). Insgesamt wurden die 1.162 Aussagen zu 18 Nutzenarten zusammen-gefasst[1].

Tabelle 33: Subjektiver Nutzen freiwilliger Arbeit (Frage 13)

Nutzen

N

%

Freude/ Lebenssinn

169

28,3

Soziale Kontakte

144

24,1

(Lebens-) Erfahrung/ Weiterbildung

118

19,7

Zufriedenheit/ Gutes Gefühl

111

18,6

Helfen/ Etwas bewegen können

100

16,7

Lob/ Wertschätzung/ Soziale Anerkennung

77

12,9

Erfüllung eigener Ziele/ Ideale/ Erfolgserlebnisse

76

12,7

Selbstbestätigung

74

12,4

Sinnvolle Tätigkeit

52

8,7

Spaß

45

7,5

Gefühl gebraucht zu werden/ Vertrauensperson sein

41

6,9

Abwechslung/ Ausgleich/ Bewältigung eigener Probleme

39

6,5

Kraft/ Ruhe/ Innere Stärke

32

5,4

Anderes*

84

14,0

Gesamt

1.162

*Alle Nennungen unter 5,0 % zusammengefasst.

Werden die Freiwilligen nach ihrem subjektiven Nutzen der freiwilligen Tätigkeit gefragt, geben die meisten an, dass sie Freude, Dankbarkeit, einen Lebenssinn und Glück (28,3 %) erfahren. „Sinn im Leben“ (Befragter-ID 673, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Die (…) freundliche und dankbare Ansprache unserer Gäste auch, wenn man sie mal außerhalb trifft“ (Befragter-ID 868, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Einfach viel Freude, wenn ich merke, anderen geht es etwas besser, wenn ich mit ihnen gesprochen habe“ (Befragter-ID 612, Freiwilliger im kulturellen und religiösen Bereich), „Viel Dank und Zufriedenheit“ (Be-fragter-ID 634, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Ich habe etwas zu tun und kann mich der thematischen Vorbereitung mit Dingen beschäftigen, die mir selbst Freude machen“ (Befragter-ID 909, Freiwilliger im Bereich Freizeit und Geselligkeit).

(Neue) Sozialkontakte, Freundschaften und der daraus entstehende Zusammenhalt ist für 24,2 % der Freiwilligen ein Nutzen, den sie ihrer Tätigkeit zuschreiben. „Ich (…) bin mit Menschen zusammen, die meine Interessen teilen, mit denen ich mich austauschen kann, die mich anregen und bereichern“ (Befragter-ID 905, Freiwilliger im religiösen Bereich), „Gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas zu tun und sich über Gelingendes freuen“ (Befragter-ID 317, Freiwilliger im religiösen Bereich), „Kontakt mit Menschen, die zum Teil selbstverständlich gleiche Einstellungen haben“ (Befragter-ID 200, Freiwilliger der Aids-Hilfe), „Viele nette Menschen. So wie man hilft, so bekommt man Hilfe“ (Befragter-ID 921, Freiwilliger im Bereich Freizeit und Geselligkeit sowie der außerschulischen Kinder und Jugendarbeit).

(Lebens-) Erfahrung und die persönliche Weiterentwicklung geben 19,7 % der Freiwilligen als nützliches Gut ihrer Tätigkeit an: „(…) Die Arbeit öffnet mir neue Horizonte, indem ich viel von anderen Menschen, Kulturkreisen, Idealen und Ideen mitbekomme“ (Befragter-ID 510, Freiwilliger im sozialen Bereich),

„(…) inneres Wachstum“ (Befragter-ID 675, Freiwilliger im Gesundheitsbereich), „Interessante Erfahrungen und Begegnungen, Transfer von Theorie in die Praxis“ (Befragter-ID 331, Freiwilliger im sozialen Bereich und der Erwachsenenbildung), „Ich lerne Bereiche des menschlichen Lebens kennen, die mir sonst verschlossen blieben. (…) Ich lerne viel über mich selbst kennen“ (Befragter-ID 387, Freiwilliger der Telefonseelsorge).

Zufriedenheit und ein gutes Gefühl nennt bereits Andreoni (1989, S. 1449) mit seinem „warm glow“. 18,6 % der Freiwilligen der vorliegenden Studie beschreiben dieses Gefühl der Zufriedenheit: „Zufriedenheit; Fröhlichkeit“ (Befragter-ID 915, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Zufriedenheit; Glück; Dankbarkeit; Sinn; Freude; Spaß; Gemeinschaft“ (Befragter-ID 792, Freiwilliger u.a. im religiösen Bereich und der Jugendarbeit), „Ich bin zufrieden, eine Tätigkeit auch in der Pensionierung auszuüben. Ich bin ausgefüllt und habe etwas zu tun“ (Befragter-ID 634, Freiwilliger in der Altenhilfe), „Lebensfreude; Zufriedenheit; Selbstwertgefühl“ (Befragter-ID 461, Freiwilliger in der Suchthilfe).

Helfen und etwas bewegen können ist für 16,7 % der Freiwilligen an ihrer Tätigkeit nützlich. Es ähnelt dem „warm glow“, ist jedoch auf die Tätigkeit oder die Zielgruppe bezogen. „(…) Ein gutes Gefühl, etwas für andere Menschen tun zu können (…)“ (Befragter-ID 79, Freiwilliger in der Behindertenhilfe [!]), „Gutes Gefühl Kindern helfen zu können. Gutes Gefühl Eltern und Freunden helfen zu können. (…)“ (Befragter-ID 493, Freiwilliger im Bereich Kultur und Musik sowie Soziales), „Es gibt mir eine gewisse Zufriedenheit anderen Menschen durch meine Erfahrungen helfen zu können“ (Befragter-ID 392, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Mir gibt es das Gefühl gebraucht zu werden und anderen zu helfen“ (Befragter-ID 518, Freiwilliger im Gesundheitsbereich), „(…) etwas Gutes tun, anderen Menschen zu helfen und Angehörige somit zu unterstützen“ (Befragter-ID 386, Freiwilliger in der Altenhilfe).

Soziale Anerkennung (12,9 %) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Nutzen freiwilliger Arbeit. Die Freiwilligen geben an, dass sie Lob, Wertschätzung, Zuneigung und Liebe für ihr Engagement erhalten. „(…) In Gesprächen erfahren, dass diese Hilfe nützlich und wertvoll ist“ (Befragter-ID 553, Freiwilliger u.a. im religiösen Bereich), „(…) Anerkennung durch Kollegen“ (Befragter-ID 55, Freiwilliger im sozialen Bereich für Obdachlose und Drogenabhängige), “(…) Bestätigung, Dank und Anerkennung, Wertschätzung meiner spezifischen Fähigkeiten und Art und meines Engagements. Das Gefühl, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein, in der ich lebe“ (Befragter-ID 695, Freiwilliger in einer Initiative für Frauen), „(…) ich erhalte Anerkennung und Respekt in der Gemeinde“ (Befragter-ID 17, Freiwilliger u.a. im Bereich Schule, Kindergarten und Religion), „Anerkennung und Lob“ (Befragter-ID 403, Freiwilliger im Bereich Kinder-, Jugend- und Altenhilfe).

Einige Freiwillige versuchen, durch ihr Engagement ihre eigenen Ziele zu erreichen und sich ihre Ideale zu erfüllen. Dazu gehört auch, Erfolgserlebnisse zu haben und Herausforderungen zu meistern (12,7 %): „(…) Herausforderung, sich mit Arbeitsange-legenheiten und Bestimmungen auseinanderzusetzen“ (Befragter-ID 143, Freiwilliger im Bereich Schule und Kindergarten), „Das Lesen in der Kirche bedeutet eine ständige Herausforderung für mich. Ich muss mich auf die Texte vorbereiten und in der Vergangenheit habe ich Sprechkurse besucht“ (Befragter-ID 490, Freiwilliger im Seniorenheim), „Erfolgserlebnisse der besonderen Art“ (Befragter-ID 621, Freiwilliger u.a. im sozialen Bereich und der Erwachsenenbildung), „Erfolgserlebnisse, wenn anderen geholfen wird, sich selbst zu helfen und selbstständiger zu werden“ (Befragter-ID 890, Freiwilliger im kulturellen Bereich sowie Schule und Kindergarten), „(…) Erfolge in den Zielen“ (Befragter-ID 476, Freiwilliger im Bereich Freizeit und Geselligkeit), „(…) Ich freue mich mit der Betriebsleitung, wenn ein Ziel erreicht wurde“ (Befragter-ID 383, Freiwilliger im Gesundheitsbereich).

12,4 % geben an, die freiwillige Arbeit als Selbstbestätigung zu nutzen. „(…) Selbst-zufriedenheit, wenn es gelingt, schwierige Situationen zu bewältigen, zunächst unlösbare erscheinende Aufgaben gut zu bewältigen (…)“ (BefragterID 350, Freiwilliger im Bereich Schule und Kindergarten), „Bestätigung, meiner Fähigkeiten“ (Befragter-ID 65, Freiwilliger im Bereich Kinder- und Jugendhilfe), „Es ist in erster Linie die Selbstbestätigung (…). Hier finde ich die persönliche Achtung und Akzeptanz meiner Person, trotz Handicap, wie es im beruflichen Bereich fast nie erfolgt“ (Befragter-ID 121, Freiwilliger im sozialen Bereich für Sehbehinderte [!]).

Die Kosten der freiwilligen Arbeit wurden einerseits offen erhoben, andererseits anhand vorgegebener Items, um die vorliegende Befragung mit dem Freiwilligensurvey vergleichen zu können (Gensicke et al. 2005, S. 453). Dazu wurden acht mögliche Anforderungen aufgelistet, denen die Freiwilligen nicht, in gewissem oder in starkem Maße zustimmen konnten. Die Ergebnisse sind in Abbildung 5 abgetragen. Mit Menschen gut umgehen zu können wird mit 79,1 % am häufigsten genannt, gefolgt von hoher Einsatzbereitschaft mit 57,7 % und Belastbarkeit.

Abbildung 5: Anforderungen an die freiwillige Arbeit, in %

N (max.)=573.

Diese drei Anforderungen sind auch im Freiwilligensurvey von 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 251) jene, die am häufigsten in starkem Maße genannt werden und auch insgesamt ist die Rangfolge der häufigsten Nennungen mit jener des Freiwilligensurveys identisch. Einige der vorgegebenen Items tauchen auch in der offenen Frage nach den Kosten der freiwilligen Arbeit wieder auf[2] (Tabelle 34). Einige Kosten, die bei der offenen Frage zutage treten, wurden jedoch in der geschlossenen Frage des Freiwilligensurveys nicht berücksichtigt. Dazu zählen Zeit, Herzlichkeit, Mobilität, Geduld oder auch die Möglichkeit, regelmäßige Dienste übernehmen zu können. Im Folgenden werden die Ergebnisse der offenen Frage dargestellt.

Insgesamt konnten die Aussagen zur Frage, was die freiwillige Arbeit fordert, zu 26 verschiedenen Kostenarten zusammengefasst warden[3]. Die Freiwilligen machten 1.475 Aussagen, von denen die acht häufigsten Nennungen im Folgenden vorgestellt werden.

Ein bestimmtes (Fach-)Wissen und die Bereitschaft zur Weiterbildung (32,3 %) wird von den meisten Freiwilligen genannt: „(…) Bibelkenntnis“ (Befragter-ID 542, Freiwilliger im Bereich Kultur, Religion und sozialer Bereich),

Ich leihe mir aus der Stadtbücherei sprachlich gut formulierte Bücher mit netten Illustrationen aus und entscheide nach umfangreicher Lektüre, mit welchen Büchern ich mit den Schüler/innen arbeite“ (Befragter-ID 333, Freiwilliger in der Erwachsenenbildung), „Eine gründliche Ausbildung stand am Anfang. (…) mich weiterbilden in speziellen Themen, mit den[en] ich am Telefon konfrontiert bin“ (Befragter-ID 73, Freiwilliger in der Telefonseelsorge), „(…) ausführliches Wissen über Alkohol, Drogen und Hilfsangebote etc.“ (Befragter-ID 723, Freiwilliger in der Hilfe für psychisch Kranke und deren Angehörige).

Die Zeit (31,1 %), die die freiwillige Arbeit in Anspruch nimmt, nennt fast ein Drittel der Befragten. „Zeit (im Dezember ca. 6-7 Std/ Woche wegen Projektarbeit)“ (Befragter-ID 198, Freiwilliger im religiösen und Freizeitbereich), „Zeitlicher Einsatz“ (Befragter-ID 93, Freiwilliger im Bereich Freizeit und Geselligkeit, Soziales und Gesundheit).

20,1 % der Freiwilligen geben an, dass ihre Tätigkeit Organisationstalent, Planung und Vorbereitung fordert: „Wöchentliche Treffen, Organisieren, Akquise, Kontakte aufnehmen, Studienberatung organisieren“ (Befragter-ID 550, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Verwaltungsaufgaben, Organisationstalent“ (Befragter-ID 756, Freiwilliger im Bereich Freizeit und Geselligkeit, Soziales und Religion), „Feste Termine wie Vorstandssitzung oder Veranstaltungen mitpla-nen, durchführen“ (Befragter-ID 815, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Verlässlichkeit, gute Vorbereitung bei Gesprächskreis und Gottesdienst im Altenheim“ (Befragter-ID 749, Freiwilliger in der Hilfe für Angehörige von psychisch Kranken).

Die von den Freiwilligen angegebene Kommunikationsfähigkeit (19,9 %) beinhaltet vor allem, gut zuhören zu können, aber auch, sich im Gespräch auf die Zielgruppe einlassen zu können: „Den Umgang mit Demenzkranken musste ich in Vorträgen/ Kursen lernen. Überhaupt den Umgang, das Zuhören, das langsame Sprechen (…)“ (Befragter-ID 158, Freiwilliger in der Hilfe für Demenzkranke), “(…) Einfühlungsvermögen bei Gesprächen und Beraten mit Kunden; Zuhören ohne zu bevormunden“ (Befragter-ID 169, Freiwilliger im sozialen Bereich), “(…) Ich muss zuhören, trösten, Mut machen, tolerant und aufgeschlossen sein“ (Befragter-ID 339, Freiwilliger der Telefonseelsorge), “Auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, Geduld haben, ganz andere Kommunikation als wie ich es auf Managementebene gewohnt bin“ (Befragter-ID 467, Freiwilliger im Bereich Schule und Kindergarten).

Tabelle 34: Subjektive Kosten freiwilliger Arbeit (Frage 12)

Kosten

N

%

(Fach-) Wissen/ Weiterbildung

193

32,3

Zeit

186

31,1

Organisationstalent/Vorbereitung/Planung

120

20,1

Kommunikationsfähigkeit

119

19,9

Sozialkompetenzen

113

18,9

Belastbarkeit

94

15,7

Herzlichkeit/Freundlichkeit/Offenheit/Liebe

80

13,4

Regelmäßige Dienste

66

11,0

Verantwortungsbewusstsein/Zuverlässigkeit/Selbstständigkeit

65

10,9

Engagement

60

10,0

Geduld

57

9,5

Herausforderungen bewältigen/Mut/Konzentration

44

7,4

Toleranz/Kritikfähigkeit/Auseinandersetzung/Akzeptanz

42

7,0

Mobilität/Flexibilität

40

6,7

Anderes*

196

32,8

Gesamt

1.475

*Alle Nennungen unter 5,0 % zusammengefasst.

Weiterhin geben die Freiwilligen an, vielfältige Sozialkompetenzen (18,9 %) haben zu müssen, um die Arbeit durchführen zu können. Dazu zählen Teamfähigkeit, die Fähigkeit, Trost zu spenden, Verständnis für andere, Menschenkenntnis und Empathie aufzubringen: „Ich bin einfühlsam und muss Respekt haben für auch außergewöhnliche Lebenssituationen“ (Befragter-ID 858, Freiwilliger im sozialen und Justizbereich), „Freundlichkeit, Fachwissen, soziale Kompetenzen, Umgang mit Menschen in schwierigen Situationen“ (Befragter-ID 829, Freiwilliger im sozialen Bereich für homosexuelle Männer), “(…) Einfühlungsvermögen; Geduld; Verständnis; Zuwendung und Aufmunterung für den Betreuten und Angehörigen und ein offenes Ohr, sowie einen verschlossenen Mund für beide Seiten“ (Befragter-ID 775, Freiwilliger in der Altenhilfe).

15,7 % der Freiwilligen geben an, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit gewissen Belastungen ausgesetzt sind, denen sie standhalten müssen, um ihre Arbeit auszuführen. Sie stellen dar, dass die Arbeit Energie, Kraft, Nerven, Ausdauer und Durchhaltevermögen fordert. Folgende Aussagen zählen zu diesen Kosten:

(…) Aushalten von Stress“ (Befragter-ID 519, Freiwilliger in der Erwachsenenbildung), „Viel Kraft und Ruhe“ (Befragter-ID 410, Freiwilliger u.a. im Bereich Kultur und Freizeit), „(…) Es ist manchmal sehr anstrengend und nervenaufreibend“ (Befragter-ID 59, Freiwilliger in einem Kindergarten), „(…) emotionale und körperliche Kraft“ (Befragter-ID 81, Freiwilliger in der Telefonseelsorge), „Ausdauer, da man auch gegen andere Meinungen seinen Standpunkt verteidigen muss“ (Befragter-ID 312, Freiwilliger u.a. im religiösen und sozialen Bereich), „Geduld, Einfühlungsvermögen, gewisse Belastbarkeit“ (Befragter-ID 65, Freiwilliger im Bereich Kinder- und Jugendhilfe), „Die Arbeit fordert mir Disziplin, eine innere Überzeugung dessen, was ich tue, körperliche und seelische Belastbarkeit, (…) und eine hohe Arbeitsmoral und Kraft, Ausdauer für viele praktische Arbeiten ab“ (Befragter-ID 640, Freiwilliger im sozialen und Freizeitbereich).

Herzlichkeit, Freundlichkeit, Offenheit und Liebe (13,4 %) zählen ebenfalls zu den acht häufigsten Anforderungen der freiwilligen Tätigkeit. „(…) Einfühlungsvermögen und Verständnis; Geduld und vor allem Nächstenliebe“ (Befragter-ID 471, Freiwilliger im Bereich Religion und Gesundheit), „(…) Herzlichkeit; Menschlichkeit; Offenheit“ (Befragter-ID 192, Freiwilliger in der Strafgefangenenhilfe), „(…) Liebe zu anderen, meist älteren Menschen“ (Befragter-ID 913, Freiwilliger im Gesundheitsbereich), „Begegnung mit Menschen; Gedankenaustausch; Offenheit; Neugierde; Aufgeschlossenheit“ (Befragter-ID 165, Freiwilliger im Bereich Schule und Kindergarten sowie außerschulische Kinder und Jugendarbeit), „Meine ehrenamtliche Arbeit fordert von mir (…) Toleranz und Offenheit“ (Befragter-ID 62, Freiwilliger u.a. im Bereich außerschulische Kinder und Jugendarbeit).

Eine Anforderung, die eng mit der aufgewendeten Zeit in Verbindung steht, ist die regelmäßige Teilnahme an Treffen (11,0 %). „Regelmäßiges Erscheinen zu den Sitzungen“ (Befragter-ID 612, Freiwilliger im kulturellen und religiösen Bereich), „(…) Wöchentliche Bibelarbeit (mindestens 2x wöchentlich)“ (Befragter-ID 553, Freiwilliger u.a. im religiösen Bereich), „806 (…) 1x im Monat Gruppentreffen/ Supervision – manchmal: Infostände und Spenden sammeln“ (Befragter-ID 806, Freiwilliger im sozialen Bereich), „Da sein. (…) Wöchentliche Koordinationstreffen“ (Befragter-ID 603, Freiwilliger in einer Einrichtung für Homosexuelle).

Der folgenden Abschnitt 8.6.2 beschäftigt sich mit der Frage, ob sich die Motive zwischen den Freiwilligen unterschiedlicher Organisationsformen unterscheiden. In einem zweiten Schritt wird untersucht, ob sich die angenommenen Motivstrukturen für die Freiwilligen der Organisationsformen bestätigen lassen.

  • [1] Die Kategorie „Anderes“ umfasst fünf Aussagen, die jeweils von weniger als 5,0 % der Freiwilligen genannt wurden
  • [2] Die offene Frage nach den Kosten der freiwilligen Arbeit wurde vor der geschlossenen Frage gestellt
  • [3] Die Kategorie „Anderes“ umfasst 12 Aussagen, die jeweils von weniger als 5,0 % der Freiwilligen genannt wurden
 
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