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7.2.1.5 Demographie

Fragen 54 bis 73 sind demographische Fragen zu den Befragten. Dieser Frageblock wird mit einem Hinweis eingeleitet, der das baldige Ende des Fragebogens ankündigt, der der befragten Person bereits für ihre Mitwirkung dankt und erklärt, dass nun einige allgemeine Fragen folgen.

Frage 54 nach dem Geschlecht der Befragten bietet die Möglichkeiten

männlich“ = 0 und „weiblich“ = 1 zur Auswahl. Frage 55 nach dem Alter bietet ein zweistelliges Zahlenfeld zum Ausfüllen, analog zu Frage Split 3/S1 des BiBIntegrationssurveys (Mammey und Sattig 2002, S. 24).

Die selbst konzipierte Frage 56 zum Geburtsland der befragten Person bietet drei Antwortmöglichkeiten: „Deutschland“ = 1, „Türkei“ = 2 sowie die offene Kategorie „Anderes Land, und zwar: “ = 3. Frage 57 zum Zuzug nach Deutschland ist dem Wortlaut des Freiwilligensurveys 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 480, D26.neu) nachempfunden, wurde hier aber mit dem (im Original bei der Geburtsland-Frage D23.neu eingesetzten) Filter „Wenn Sie nicht in Deutschland geboren sind:“ versehen. Das Antwortfeld ist ein vierstelliges Zahlenfeld in der Form „_ _ _ _“.

Die selbst konzipierte Frage 58 erfasst die vornehmlich gesprochene Sprache im Elternhaus. Dabei werden die Antwortmöglichkeiten „deutsch“ = 1 und „türkisch“ = 2 angeboten sowie die dritte offene Kategorie „andere Sprache, und zwar: “ = 3[1].

Frage 59 nach dem Geburtsland der Eltern ist wörtlich aus dem Freiwilligensurvey 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 480, D25.neu) übernommen worden. Allerdings unterscheiden sich die Antwortkategorien. Sie lauten hier: „Ja, beide“ = 1 (diese Kategorie ist gleichzeitig als Filter gekennzeichnet, der bei Bejahung die befragte Person die weiteren Fragen 60-64 zur Integration in Deutschland überspringen lässt), „Nein, meine Mutter nicht“ = 2 und „Nein, mein Vater nicht“ = 3. Die beiden letzteren Kategorien werden jeweils ergänzt durch die offene Antwortvorgabe „Und zwar in: “.

Für die folgenden Analysen wurde die Variable „Migrationshintergrund“ konstruiert. Zunächst wurden die offenen Antworten der Frage 56 nach dem Geburtsland codiert sowie die Frage 59 nach dem Geburtsland der Eltern. Die Frage 65 nach der Staatsbürgerschaft wurde für die Konstruktion nur verwendet, wenn keine weiteren Angaben zum Geburtsland der Person oder deren Eltern gemacht wurden, weil der Migrationshintergrund eine genauere Abgrenzung ermöglicht. So konnten Migranten 1. und 2. Generation identifiziert werden. Personen, die in Deutschland geboren sind, aber mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde, erhielten den Status 2. Generation (= 2). Personen, die selbst in einem anderen Land als Deutschland geboren wurden, erhielten den Status 1. Generation (= 1). Zusätzlich wurden solche Personen als Migranten 1. Generation identifiziert, die die Frage 57 beantwortet hatten, also eine Jahreszahl der Einwanderung nach Deutschland angaben. Trafen die Merkmale nicht zu, wurde die Personen zu solchen ohne Migrationshintergrund (= 0) hinzugezählt. So entspricht die Konstruktion der Variable der Definition des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (2010b, S. 6, 370, 375), das solche Personen als Migranten bezeichnet, die eine eigene Migrationserfahrung (1. Generation) gemacht haben, also als Ausländer nach Deutschland eingewandert sind. Personen, die in Deutschland geboren und keine eigene Migrationserfahrung haben, lassen sich in die 2. und 3. Migrantengeneration untergliedern, wenn ihre Eltern oder Großeltern nach Deutschland eingewandert sind. Letzteres wurde im Fragebogen jedoch nicht erhoben. In 14 Fällen wurden keinen weiteren Angaben hinsichtlich des eigenen Geburtslands oder das der Eltern gemacht, sehr wohl aber zur Staatsangehörigkeit. Um diese Personen nicht als fehlende Fälle zu behandeln, wurden diese zu den Migranten 1. Generation hinzugefügt.

Weiterhin wurden Variablen konstruiert, die das Herkunftsland der Befragten und deren Eltern darstellen. Dabei wurden folgende Kategorien ermittelt: 1 = „EU“, 2 = „Rest Europa“, 3 = „Asien (und Kasachstan)“, 4 = „Südu. Mittelamerika“, 5 = „Russlan“, 6 = „Afrika“, 7 = „USA+Kanada“, 8 = „Türkei“. Diese wurden, falls nötig, noch weiter zusammengefasst.

Ein Ausfüllhinweis weist erneut darauf hin, dass die nachfolgenden Fragen 60-64 nur dann beantwortet werden sollen, wenn bei Frage 59 „Nein“ geantwortet wurde. Die Fragen 60-64 sollen Hinweise auf die Integration der Befragten mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft geben.

Fragen 60 und 61 fragen nach dem vorwiegenden Sprachgebrauch zu Hause und unter Freunden und sind aus dem BiB-Integrationssurvey (Mammey und Sattig 2002, S. 105 f., Split 1/3a und 3d) verändert übernommen. Die erste Frage ist dabei gekürzt um die Worte „mit Ihren Eltern“ und die zweite um das Wort

türkischen“ (aus „mit Ihren türkischen Freunden“). Bei beiden Fragen werden

deutsch“ = 1 und „türkisch“ = 2 als Antworten vorgegeben, wodurch die im Original gegebene Relativierung „eher“ für die Antworten der zweiten Frage wegfällt, ebenso wie die ursprüngliche Antwort „Eltern verstorben“ für die erste Frage. Dafür werden beide Antwortvorgaben ergänzt durch die offene Kategorie

andere Sprache, und zwar: “ = 3.

Frage 62 stammt ebenfalls aus dem BiB-Integrationssurvey (Mammey und Sattig 2002, S. 106, Split 1/4a) und fragt nach der Sprache, in der Zeitungen und Zeitschriften gelesen werden. Im Gegensatz zum Original werden hier „Comics“ nicht erwähnt. Die Antwortvorgaben lauten angelehnt an die des Integrationssurveys: „überwiegend deutsch“ = 1, „überwiegend türkisch“ = 2, „beides, ich mache da keinen Unterschied“ = 3 und werden wieder ergänzt durch „andere Sprache, und zwar: _“ = 4.

Analog fragt Frage 63 nach der Sprache der Fernsehprogramme, die die befragte Person schaut. Hier lauten die Frage und die Antwortvorgaben identisch zum Original aus dem BiB-Integrationssurvey (Mammey und Sattig 2002, S. 106, Split 1/4b): „überwiegend deutsche“ = 1, „überwiegend türkische“ = 2, „je nachdem, hängt vom Programm ab“ = 3 und wieder „andere Sprache, und zwar:

_“.

Frage 64 zielt auf die Integration bzw. Marginalisierungsgefühle der befragten Person ab. Sie ist ebenfalls aus dem BiB-Integrationssurvey (Mammey und Sattig 2002, S. 108, Split 1/7) übernommen und um den Hinweis „Ich lese Ihnen jetzt verschiedene Aussagen vor“ und um den Zusatz „oder nicht“ am Ende des Fragetexts gekürzt. Die Antwortkategorien entsprechen denen des Originals, außer dass „Herkunftsland meiner Eltern“ anstatt „Türkei“ eingesetzt wurde, um die Frage allgemeiner zu formulieren. Ein weiterer Unterschied in der Formulierung ist, dass im vierten Item „fühle ich mich […]“ statt dem ursprünglichen „bin ich [...]“ verwendet wurde. Für jedes Item können die Befragten (in umgekehrter Reihenfolge zum Original) zwischen „trifft nicht zu“ = 0 und „trifft zu“ = 1 wählen.

Um die Gesamtvarianz der Items durch möglichst wenige Faktoren aufzuklären, wurde einer Hauptkomponentenanalyse[2] durchgeführt. Es wurde eine eindimensionale Lösung für die Items gefunden (Tabelle A 10, Tabelle A 11 und Tabelle A 12). Cronbachs Alpha zeigt eine reliable Lösung mit a = 0,712, die Inter-Item-Korrelation beträgt r = 0,334, das Eigenvalue beträgt 2,34, der MSA = 0,772 und der Bartlett-Test x² = 100,2, p < 0,001, was eine adäquate Faktorlösung anzeigt [3].

Nach Frage 64 weist ein Anleitungstext darauf hin, dass sich die folgenden Fragen wieder an alle Befragten richten.

Frage 65 ist selbst konzipiert und fragt nach der Staatsangehörigkeit. Hier gibt es die Auswahlmöglichkeiten „türkisch“ = 1, „deutsch“ = 2, „deutsche und türkische“ = 3 sowie die offenen Kategorien „eine andere, und zwar: “ = 4 und „deutsch und eine andere, und zwar: “ = 5.

Frage 66 nach dem Familienstand ist ebenfalls selbst konzipiert. Die Antwortmöglichkeiten lauten: „verheiratet“ = 1, „ledig/ Single“ = 2, „geschieden“ = 3 und „verwitwet“ = 4.

Frage 67 fragt ab, mit welchen Personen die befragte Person zusammenlebt, und ist identisch in Wortlaut und Antwortvorgaben zu Frage E12 des Freiwilligensurveys 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 433).

In der selbst konzipierten Frage 68 geht es um das Alter der Kinder, die im Haushalt der befragten Person leben. Hierfür sind zehn zweistellige Zahlenfelder in der Form „1. Kind: _ _“ usw. in zwei Spalten angeordnet.

Die Zahl der Haushaltsmitglieder wird in Frage 69 abgefragt, die ebenfalls identisch zu Frage E11 des Freiwilligensurveys 2004 ist (Gensicke et al. 2005, S. 433). Auch hier steht ein zweistelliges Zahlenfeld in der Form „_ _ Personen“ zur Verfügung. Die Haushaltstypen wurden anschließend aus einer Kombination der Fragen 66 bis 68 konstruiert und umfassen die Kategorien: Verheiratet oder unverheiratete Partner, die gemeinsam mit ihren Kindern zusammen leben, Verheirate oder Partner, die zusammenleben, Alleinerziehende, die zusammen mit ihren Kindern leben, Verwitwete, die allein leben und Ledige, die allein leben[4]. Die Frage 70 nach dem gesamten Haushaltseinkommen ist aus dem Fragebo gen der Studie „Doppelt benachteiligt?“ (Blasius et al. 2008, S. 190, Frage P) übernommen und verändert. Der Zusatz „Wenn Sie alle regelmäßigen Einkünfte zusammen rechnen:“ des Originals ist weggelassen worden, genauso wie „Geben Sie bitte den monatlichen Nettobetrag an, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Regelmäßige Zahlungen wie Kindergeld, Wohngeld, Sozialhilfe etc. rechnen Sie bitte dazu“ und durch „das heißt das Einkommen aller in Ihrem Haushalt lebenden Personen (inkl. z.B. Hartz IV und anderen Sozialleistungen, Kindergeld oder Rente etc.)“ ersetzt worden. Die Kategorien 500 € bis 750 € und 750 € bis 1.000 € wurden zusammengefasst sowie die drei Kategorien über 3000 €. Die Variable bietet die Möglichkeit, zwischen „weniger als 500 €“ = 1 bis „500 € bis 999 €“ = 2 in 500 € bzw. 499 €-Schritten, ab „1000 € bis 1249 €“ = 3 bis „über 3000 €“ = 11 in 249 €-Schritten abzustufen. Der Hinweis auf die Liste konnte aufgrund der schriftlichen Befragung ebenfalls wegfallen. Zur Berechnung des bedarfsgewichteten Netto-Haushaltseinkommens wurde der Gruppenmittelwert nach den empfohlenen OECD-Bedarfsgewichten verwendet (Information und Technik Nordrhein-Westfalen 2009). Die älteste Person des Haushalts erhielt demnach das Gewicht 1,0 und weitere Personen des Haushalts über 14 Jahren den Gewichtungsfaktor 0,5. Kinder bis 14 Jahren erhielten den Faktor 0,3. Für die folgenden Analysen wurden die so berechneten bedarfsgewichteten Netto-Haushaltseinkommen in die folgenden Kategorien zusammengefasst: 1 = „bis 999 €“, 2 = “1.000 bis 1.499 €“, 3 = “1.500 € bis 1.999 €“, 4 = “2.000 € bis 2.499 €“ und 5 = “2.500 € und mehr“.

Frage 71 ist selbst konzipiert und fragt nach der finanziellen Unterstützung vom Staat. Die Antwortmöglichkeiten umfassen „keine Leistungen“ = 0, „Wohngeld“ = 1, „Kindergeld“ = 2, „Unterhaltszahlungen“ = 3, „Arbeitslosengeld I“ = 4, „Arbeitslosengeld II/ Hartz IV“ = 5, „Sozialleistungen nach SGB XII (z.B. Grundsicherung im Alter oder für dauerhaft Erwerbsunfähige)“ = 6, „BAföG“ = 7, „Andere, und zwar: “ = 8.

Frage 72 nach dem Erwerbsstatus ist wörtlich übernommen aus dem Freiwilligensurvey 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 431, E3). Mit kleinen Unterschieden zum Original lauten die Fragekategorien „Erwerbstätig“ = 1, „Arbeitslos“ = 2 (statt „arbeitslos gemeldet“), „Student, Schüler oder in Ausbildung“ = 3 (statt „Schüler oder in Ausbildung“), „Rentner/ Pensionär“ = 4, „Hausfrau/ Hausmann“ = 5 und „sonstiges“ = 6.

Frage 73 und 74 fragen nach dem Schulabschluss. Hier wird nach einem in Deutschland (Frage 73) oder in der Türkei (Frage 74) erworbenen Schulabschluss getrennt gefragt. Für einen deutschen Schulabschluss können folgende Möglichkeiten angegeben werden: „keinen Schulabschluss“ = 0, „Hauptschulabschluss“ = 1, „Realschulabschluss“ = 2, „Fachabitur“ = 3, „Abitur“ = 4. Für die Personen, die in der Türkei zur Schule gegangen sind, werden folgende Antwortmöglichkeiten geboten: „Habe nie eine Schule besucht“ = 0, „Keinen Schulabschluss“=1, „Ilkokul“ = 2, „Ortaokul“ = 3, „Lise“ = 4. Für die folgenden Berechnungen wurden die Schulabschlüsse, die in der Türkei oder Deutschland erworben wurden, kombiniert und ihren jeweiligen Pendants zugeordnet. So wurden die Befragten zusammengefasst, die einen Hauptschulabschluss und Ilkokul erworben hatten, die einen Realschulabschluss und Ortaokul erworben hatten und jene, die Fachoder Abitur und Lise erworben hatten. Für Befragte, die angaben, in der Türkei und in Deutschland einen Abschluss gemacht zu haben, wurde der höherwertige Abschluss gezählt.

  • [1] Aufgrund der Frageformulierung („überwiegend“) war für diese Frage sowie für die weiteren sprachbezogenen Fragen 60 bis 63 keine Mehrfachnennung vorgesehen. Ein Teil der Befragten kreuzte jedoch mehrere Antwortmöglichkeiten an (z.B. „deutsch“ und „türkisch“ oder „deutsch“ und „andere Sprache“). Für diesen Fall wurde hier und in den anderen Fragen auto- matisch „deutsch“ als am häufigsten benutzte Sprache eingegeben
  • [2] Mehr zum methodischen Vorgehen der Faktorenanalyse in Kapitel 7.3.1
  • [3] Die genannten Maße werden ebenfalls in Kapitel 7.3.1 erläutert
  • [4] Oder in einer Wohngemeinschaft
 
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