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5.1.7 Zusammenfassung der Studien zu freiwilliger Arbeit

Zusammenfassend lässt sich die Demographie der Freiwilligen wie folgt beschreiben. Insgesamt ist ca. ein Drittel der deutschen Bevölkerung in irgendeiner Form freiwillig tätig. In der Stadt ist der Anteil etwas kleiner als auf dem Land. Frauen sind in der Regel etwas seltener freiwillig tätig als Männer, was mit deren Engagement in Fußballvereinen zusammenhängt. Frauen arbeiten weiterhin häufiger im sozialen Bereich, Männer haben öfter Leitungsfunktionen oder Ehrenämter inne. In fast allen Studien ist ein kurvilineare Zusammenhang der freiwilligen Arbeit mit dem Alter zu finden. Hinsichtlich des sozioökonomischen Status lässt sich in allen betrachteten Studien eine höhere Freiwilligenquote bei besser gestellten Personen feststellen, sowohl bezogen auf das Einkommen, die Bildung und auch den Erwerbsstatus. Der Zeitaufwand, der für das freiwillige Arbeiten eingesetzt wird, ist sehr uneinheitlich abgefragt und dargestellt worden, was eine verallgemeinernde Aussage erschwert. Die Angaben reichen von knapp zwei Stunden bis 16 Stunden pro Woche über 14 bis 23 Stunden im Monat. Dagegen werden in allen Studien die Bereiche Sport und Religion als die Bereiche angegeben, in denen sich besonders häufig engagiert wird. An dritter Stelle stehen im Wechsel Bildungsangebote, Freizeitangebote und Kinder- und Jugendarbeit.

Personen mit Migrationshintergrund sind seltener freiwillig tätig als solche ohne Migrationshintergrund. Der Anteil derjenigen, die sich freiwillig engagieren, ist etwa zehn Prozentpunkte geringer als unter Einheimischen. Hier unterscheiden sich die Ergebnisse auch im deutschsprachigen Ausland nicht. Allerdings geben Personen mit Migrationshintergrund an, sich häufiger informell außerhalb von Vereinen zu engagieren. Die Aufenthaltsdauer hat einen positiven Einfluss auf freiwilliges Arbeiten: Je länger Personen, die in anderen Ländern geboren sind, in Deutschland leben, desto eher arbeiten sie freiwillig. Hinsichtlich der Betätigungsfelder unterschieden sich Deutsche und Migranten kaum voneinander. Sport und Bewegung ist auch unter ihnen das am häufigsten angegebene Betätigungsfeld. Allerdings scheinen sich die Determinanten freiwilliger Arbeit in den unterschiedlichen Migrantengruppen deutlich voneinander zu unterscheiden, wie die Untersuchung von Sundeen (2009) zeigte.

 
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