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Ratschläge

Die wichtigsten Ratschläge, wie ein Interviewer auf das Verhalten der befragten Person reagieren kann, haben wir in der nachfolgenden Übersicht zusammengestellt. Besonders günstig ist es, wenn der Interviewer das Verhalten schon im Vorgespräch erkennt, sich angemessene Reaktionen überlegt und möglichst schon im Vorgespräch ausprobiert.

Verhalten des

Reaktionen des Interviewers

Befragten

Unentschiedenheit

Warum-Fragen nach einzelnen Entschei-

dungsmöglichkeiten, Festlegen des Befragten

durch interpretierende Nachfrage

Meinungslosigkeit

Alternativen vorgeben; geschlossene Fragen,

dann trichtern

Uninformiertheit,

Nach wenigen Fragen Interview abbrechen

Verweigerung

Spannung: Hinund

Kurze Fragen, Pausen, offene Fragen, nach

Herrücken,

offenen Fragen gezielte geschlossene Fragen

Ringen der Hände,

stellen; Fragen stellen, die keine schwierigen

unruhige Beine

Entscheidungen erfordern; nonverbal ermun-

tern; auf den Alltag des Befragten eingehen

Unklare

Nachfrage stellen; Interpretation der Antwort

Antworten

geben, dann neue Frage stellen; Beispiele

nennen lassen; Überlegen: Was bedeutet das

für unsere Empfänger?

Ausweichen

Nachfragen, z.B. „Heißt das nun, Sie ...“,

„Könnten Sie das genauer sagen?“; evtl. un-

terbrechen „Was heißt das praktisch?“, „Das

habe ich noch nicht verstanden“.

Notfalls: Metakommunikation (Beziehung

Interviewer Befragte ansprechen)

Vielredner

Kurze Fragen, unterbrechen, geschlossene

Fragen mit speziellem Inhalt, Antwortalterna-

tiven vorgeben; Hand heben, Mund öffnen

Scheuheit

Pausen, ausreden lassen, nonverbal bestärken:

Blicke, Nicken, hmm, Lächeln; keine Sugges-

tivfragen, keine Unterstellungen

Unsicherheit,

Im Vorgespräch die erste Frage des Inter-

Unerfahrenheit

views nennen.

Offen fragen, da geschlossene Fragen Prü-

fungscharakter haben können; bei Antwort

nonverbale Zustimmung zeigen, Pause nach

Antwort lassen

Wortkargheit,

Auf keinen Fall lange Fragen stellen; Pausen

Zurückhaltung

machen, offene Fragen stellen; Beispiele

erfragen;

auf die offene Fragen mit Warum-Frage fort-

fahren; evtl. Beispiele vorgeben „Wie wäre

das in einem Fall ...?“; nonverbal ermutigen;

kontroverse Ansichten einführen (andere

Ansichten, andere Fakten); Faktenfragen

Mauern

Geht meist auf Interessengegensatz Befragte -

Interviewerin zurück und/oder Furcht der

Befragten vor den Reaktionen ihrer Bezugs-

gruppe.

Strategie wie oben, zusätzlich: keine Unter-

stellungen, keine Suggestivfragen; bei politi-

schen Interviews: neutrale Punkte finden und

hierzu Meinung geben lassen, dann mit die-

sem Antwortmaterial weiter fragen, erst offen,

dann zielgerichtet geschlossen; Beispiele

bringen und um Entscheidung bitten, dann

Warum Frage für die gewählte Alternative;

gute Recherche vor dem Interview, um ver-

schiedene Beispiele und Ansichten vorlegen

zu können

Fachchinesisch

Wenn nicht im Vorgespräch erkennbar

und/oder durch Hinweis auf die Empfänger

 
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