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Mitglieder

Ein uneinheitlicheres Bild ergibt sich bei der Frage, wie viele Mitglieder die Organisationen haben (vgl. Tabelle 21).

Vom Ergebnis her lassen sich keine klaren Muster erkennen. Clusterorganisationen im Sample existieren in allen Mitgliedschaftsgrößen. Jedoch lässt sich feststellen, dass 65,2 Prozent der teilnehmenden Organisationen unter 100 Mitglieder haben und lediglich 4,5 Prozent eine Mitgliederzahl von über 500 Mitgliedern.

Tabelle 21:

Mitgliederzahl

Ausprägung

n

Prozent

1 – 20

18

16,1%

21 – 50

34

30,4%

51 – 100

21

18,8%

101 – 200

16

14,3%

201 – 500

10

8,9%

Mehr als 500

5

4,5%

Ohne formelle

Mitgliedschaft

8

7,1%

Gesamt

112

100,0%

Frage: „ How many members are participating in your cluster organisation?“, n=112, Ordinalskala

Ein signifikanter Zusammenhang besteht zwischen der Mitgliederzahl der teilnehmenden Organisationen und ihrer Herkunft. Clusterorganisationen aus Westeuropa sind deutlich häufiger größer: 46 Prozent der befragten Clusterorganisationen aus Westeuropa haben mehr als 100 Mitglieder, während es im Durchschnitt aller Clusterorganisationen nur 27,7 Prozent sind (vgl. Tabelle 22).

Tabelle 22: Mitgliederzahl nach Herkunft in Europa Gesamt

n

%

n

%

n

%

n

%

n

%

1 – 100

27

54,0%

24

100,0%

20

87,0%

10

66,7%

81

72,3%

> 100

23

46,0%

0

0,00%

3

13,0 %

5

33,3%

31

27,7%

Gesamt

50

100,0%

24

100,00%

23

100,0%

15

100,00%

112

100, 0%

Chi-Quadrat-Test, p:S0,05; Cramer's V: 0,43, n=112

Um die Mitgliederzusammensetzung zu erfragen, wurden die Teilnehmer gebeten, die drei größten Mitgliedergruppen absteigend nach ihrer Größe anzugeben. Die Gruppen waren segmentiert in Großunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Verbände und Kammern, staatliche Institutionen und Intermediäre sowie schließlich Ausbildungsund Forschungseinrichtungen. Entsprechend der EU-Definition von 2005 gelten als KMU alle Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter und unter 50 Millionen Euro Jahresumsatz haben oder deren Bilanzsumme kleiner als 42 Millionen Euro ist (vgl. Europäische Gemeinschaften 2006: 16). Als Großunternehmen gelten entsprechend Unternehmen, die diese Schwellen überschreiten.

In 72,3 Prozent der Organisationen nehmen KMU den größten Anteil an den Mitgliedern ein, nur in jeweils 10,7 Prozent der Clusterorganisationen bilden Großunternehmen bzw. Ausbildungsund Forschungseinrichtungen die größte Gruppe. Damit ist die überwiegende Mehrheit der Clusterorganisationen maßgeblich durch KMU geprägt. Zählt man die Organisationen hinzu, in denen Großunternehmen die größte Mitgliedergruppe sind, lässt sich konstatieren, dass in 83 Prozent der Clusterorganisationen Unternehmen den größten Anteil an der Mitgliederzusammensetzung haben.

Ausbildungsund Forschungseinrichtungen sind bei 35,7 Prozent der befragten Clusterorganisationen die zweitgrößte Gruppe bzw. bei 38,4 Prozent die drittgrößte Mitgliedergruppe. Ähnlich verhält es sich mit Großunternehmen, die für 32,1 Prozent der Clusterorganisationen die zweitgrößte Mitgliedergruppe und für 28,6 Prozent die drittgrößte sind.

Verbände und Kammern sowie staatliche Institutionen und Intermediäre sind von der Anzahl her nur nachrangige Mitglieder und sind zusammen in 19,7 Prozent der Organisationen die zweitgrößte Mitgliedergruppe bzw. in 30,4 Prozent die drittgrößte Gruppe. Dies bedeutet, dass sie vor allem an dritter Stelle an Bedeutung gewinnen, nach Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Tabelle 23: Mitgliederzusammensetzung

Frage: „How is the membership structure?“, n=112, Nominalskala

Es lassen sich deutliche Unterschiede bei der Mitgliederzusammensetzung nach Branchenbezug der jeweiligen Clusterorganisation erkennen (vgl. Tabelle 24). Clusterorganisationen der Automobilwirtschaft haben so signifikant häufiger Großunternehmen als größte Mitgliedsgruppe. Dies ist bei mehr als einem Viertel aller teilnehmenden Clusterorganisationen der Automobilwirtschaft der Fall.

Tabelle 24: Großunternehmen als größte Mitgliedsgruppe nach Branche

Chi-Quadrat-Test, p:S0,05; Cramer's V: 0,30, n=112

Aus evolutionärer Perspektive ist es interessant, ob und inwieweit sich die Zusammensetzung der Mitglieder bei den teilnehmenden Clusterorganisationen seit Gründung verändert hat. Entsprechend wurde im Rahmen der Umfrage für jeden Mitgliedertyp abgefragt, ob Mitglieder dieses Typs zugenommen oder abgenommen haben bzw. ob es dabei keine Veränderung gab (vgl. Tabelle 25).

Tabelle 25: Wandel der Mitgliederzusammensetzung

Frage: „Where there any significant changes in the membership structure over the course of the lifetime of the cluster organisation?“, n=112, Nominalskala

Die Auswertung über alle Fälle hinweg zeigt einzig für die Gruppe der KMU eine überdurchschnittliche Zunahme. Mitglieder dieses Typs haben bei 56,3 Prozent der teilnehmenden Unternehmen in der Mitgliederzusammensetzung zugenommen. Einen vergleichsweise hohen Zuwachs haben mit 43,8 Prozent auch Ausbildungsund Forschungseinrichtungen aufzuweisen. Großunternehmen haben bei etwas über einem Viertel der Clusterorganisationen zugelegt, während staatliche Institutionen und Intermediäre sowie Verbände und Kammern mit Werten um die 14 Prozent vergleichsweise wenig Dynamik gezeigt haben. Bei rund einem Drittel der Fälle – 35,7 Prozent – hat gar kein Wandel der Mitgliederzusammensetzung stattgefunden. Eine Abnahme einer Mitgliedergruppe lässt sich am ehesten bei den Großunternehmen konstatieren – die Gruppe hat bei rund 10 Prozent der Organisationen im Laufe ihrer Lebenszeit abgenommen.

 
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