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5 Interessengruppen im Handlungsfeld Gender

„Geschlechter und Sexualität“ lässt sich inzwischen als eigenständiges Handlungsfeld in Niedersachsen ausmachen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bspw. förderte im Jahr 2014 Projekte für die Gleichstellung. Einen Förderschwerpunkt legte das Ministerium hierbei auf Initiativen zur Integration von Frauen in das Erwerbsleben sowie Maßnahmen gegen die häusliche Gewalt.61 Die Anzahl der Überschneidungen mit anderen Handlungsfeldern sind zahlreich und vielfältig. In nahezu jedem anderen Feld zivilgesellschaftlichen Engagements lassen sich Berührungspunkte mit den Themen Geschlecht, Sexualität und Familienplanung finden.

Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.

Im Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. (LFR) organisieren sich sechzig Frauenverbände und Frauengruppen. Der Hintergrund der Mitgliedsgruppen ist bunt gemischt. Neben parteioder kirchengebundenen Gruppen finden sich auch berufliche, kulturelle oder gesellschaftspolitische Vereinigungen. Gegründet wurde der LFR im Jahr 1970. Die Geschäftsstelle befindet sich in der Landeshauptstadt Hannover.62 Die Heterogenität seiner Mitgliedsorganisationen und die nach wie vor spürbaren Unterschiede zwischen „alter“ und „neuer“ Frauenbewegung macht ein Handeln des Frauenrats oftmals nur auf der Ebene des kleinsten gemeinsamen Nenners möglich. Die Satzung des Frauenrats aus dem Jahre 198963 legt daher fest, dass der Verein sich bei Wahrung der Eigenständigkeit und Verschiedenartigkeit aller Mitglieder für die Verbesserung der Situation der Frauen in Familie, Beruf und Gesellschaft und für die Verwirklichung des in Art. 3 GG verankerten Gleichheitsund Gleichberechtigungsgebotes sowie des Gleichstellungsgebotes einsetzt.

Wichtigstes Mittel zur Erreichung seiner Ziele ist die Verabschiedung von Resolutionen. Diese werden von den jeweiligen Unterstützerinnen unterschrieben, solange sie nicht einstimmig verabschiedet werden. Die Resolutionen enthalten Stellungnahmen zu aktuellen Einzelaspekten größerer frauenpolitischer Themen. Neben der Einflussnahme auf politische Institutionen und Vereinigungen zählt die Pressearbeit zu einem wichtigen Mittel, um Aufmerksamkeit für Themen zu erzeugen. Zusätzlich stellt der Landesfrauenrat durch die Teilnahme an Diskussionsveranstaltungen oder Tagungen Expertenwissen bereit. Der Landesfrauenrat ist Mitglied in 13 Gremien, darunter im NDR-Rundfunkrat und im Landespräventionsrat Niedersachsen. Des Weiteren entsendet der Verein Vertreterinnen zu zehn Arbeitsgruppen auf Landesebene. Im sog. Niedersachsen-Ring, dem Landesbeirat zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, ist der Landesfrauenrat ebenfalls als Mitglied vertreten.

 
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