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5.4 Bundestagswahlergebnisse

Ein Jahr nach Gründung des niedersächsischen Landesverbandes stellte die Bundestagswahl 1980 eine erste Herausforderung für die junge Partei dar. Die Euphorie, die sich in der gerade gegründeten Partei bundesweit aufgrund des Wahlergebnisses bei der Europawahl 1979 mit 3,6 Prozent breit gemacht hatte, erhielt bei der Bundestagswahl einen kräftigen Dämpfer. Auch in Niedersachsen war das Wahlergebnis, das mit 1,6 Prozent sogar noch geringfügig über dem Bundesergebnis von 1,5 Prozent lag, eine Enttäuschung. Erst bei der vorgezogenen Bundestagswahl 1983 gelang es den Grünen nicht nur bundesweit, sondern auch in Niedersachsen, die Fünfprozenthürde knapp zu überschreiten. Mit 5,7 Prozent lag das Ergebnis des Landesverbandes wiederum minimal über dem Bundesergebnis von 5,6 Prozent. Einen Sprung nach vorn machten die Grünen bei der Bundestagswahl 1987, als der Landesverband 7,4 Prozent der Stimmanteile für sich verbuchen konnte. Bei dieser Wahl fiel allerdings das niedersächsische Wahlergebnis der Grünen merklich hinter das bundeweite Ergebnis mit 8,3 Prozent der Zweitstimmen zurück.

Tab. 4 Bundestagswahlergebnisse der Grünen in Niedersachsen

Jahr

Erststimme

Zweitstimme

absolut

prozentual

absolut

prozentual

1980

101.049

2,1

77.475

1,6

1983

220.143

4,5

278.597

5,7

1987

299.636

6,3

353.721

7,4

1990

222.755

4,8

205.449

4,5

1994

274.378

5,8

338.087

7,1

1998

220.746

4,5

292.799

5,9

2002

247.447

5,1

353.644

7,3

2005

224.575

4,7

354.853

7,4

2009

370.188

8,4

475.742

10,7

2013

299.885

6,8

391.901

8,8

Quelle: Eigene Darstellung aufgrund der Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen und des Bundeswahlleiters.

Betrachtet man die Bundestagswahlen in den Jahren 1983 bis 2005 fällt auf, dass sich auch auf dieser Ebene die Wahlergebnisse der niedersächsischen Grünen in einem schmalen Korridor zwischen 4,5 und maximal 7,4 Prozent der Stimmenanteile bewegten. Dem Landesverband ist es lange Zeit weder bei Kommunalund Landtagswahlen noch bei Bundestagswahlen gelungen, seine elektorale Basis wesentlich zu erweitern. Nur bei der Bundestagswahl 2009 konnte der Landesverband zum ersten und einzigen Mal mit 10,7 Prozent ein zweistelliges Ergebnis einfahren.

5.5 Europawahlergebnisse

Bei der Europawahl 1979 erreichten die niedersächsischen Grünen, damals noch unter dem Namen Sonstige Politische Vereinigung (SPV) Die Grünen, ein Ergebnis von 3,6 Prozent. Fünf Jahre später konnten sie ihr Ergebnis mit 8,2 Prozent mehr als verdoppeln und lagen damit genau im Bundestrend der Grünen. Das gilt auch für das Wahlergebnis von 8,4 Prozent bei der Europawahl 1989. Eine deutliche Zunahme war im Wahljahr 1994

– wenige Monate vor der Bundestagswahl – zu verzeichnen, als die Grünen in Niedersachsen 9,8 Prozent der Stimmenanteile erlangten und bundesweit mit 10,1 Prozent sogar zweistellig wurden. Bei der Europawahl 1999, kurz nach dem Antritt der ersten rot-grünen Bundesregierung, erlebte die Partei jedoch einen Einbruch. Die Startschwierigkeiten der Regierung und die heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen um die Beteiligung an Einsätzen der Bundeswehr im ehemaligen Jugoslawien warfen die niedersächsischen Grünen auf ein Wahlergebnis von nur 6,1 Prozent zurück.

Tab. 5 Europawahlergebnisse der Grünen in Niedersachsen

Jahr

Stimmen absolut

Prozente

1979

133.088

3,6

1984

274.790

8,2

1989

296.804

8,4

1994

298.780

9,8

1999

158.834

6,1

2004

290.271

12,1

2009

305.758

12,5

2014

324.221

10,9

Quelle: Eigene Darstellung aufgrund der Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen.

2004 gelang es jedoch, dieses Wahlergebnis nahezu zu verdoppeln, und mit 12,1 Prozent lag der Landesverband sogar noch über dem Bundesergebnis der Grünen von 11,9 Prozent. In den Folgewahlen blieb das Wahlergebnis zweistellig, auch wenn der Landesverband 2014 nur noch 10,9 Prozent der Stimmenanteile erreichte. Zusammenfassend lässt sich für die Europawahlen sagen, dass der niedersächsische Landesverband seit 1984 bei Europawahlen jeweils seine besten Wahlergebnisse erzielte. Nur die Kommunalwahl 2011 und die Landtagswahl 2013 bilden eine Ausnahme.

 
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