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3 Die Integration eines neuen Landes – Voraussetzungen, Praxis und Folgen einer Identitätspolitik

Angesichts der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen insbesondere zwischen Hannover und Oldenburg, aber auch mit Westfalen war die Situation im neuen Land äußerst fragil. In der Besatzungszeit herrschte allerdings zwischen den Kontrahenten weitgehend ein Burgfrieden, da die machtpolitische Lage keine offenen Auseinandersetzungen über die Länderfrage oder gar eine Korrektur der Situation möglich machte. Dies zeigte auch ein erster Versuch Kopfs, die Mittelinstanzen und damit auch die eigenständigen Verwaltungsbezirke Oldenburg und Braunschweig wieder abzuschaffen, der 1947 an Widerständen im Land scheiterte – aber natürlich das Misstrauen zumindest in Oldenburg gegenüber der Politik der Landesregierung in Hannover verstärkte.18 Erst die Gründung der Bundesrepublik, die erste Stabilisierung der Ernährungsund Versorgungssituation und die größeren politischen Spielräume erlaubten Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre einen erneuten politischen Diskurs über Niedersachsen, seine Grenzen und seine innere Struktur. Am einfachsten stellte sich dabei die Situation im Verhältnis zu Westfalen dar: Eine von den Niedersachsenbefürwortern erneut gewünschte Korrektur der Grenzen zugunsten einer Integration ostwestfälischer Gebiete stieß auf den heftigen Widerstand eines mittlerweile ebenfalls relativ gefestigten neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die Westfalen erhoben ihrerseits Ansprüche auf westniedersächsische Gebiete – die alten Auseinandersetzungen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre feierten auch in vielen der verwendeten Argumente fröhliche Urständ, wobei die Interessenlage für Niedersachsen noch schwieriger war, da nach 1945 auch einige Repräsentanten westniedersächsischer Gebiete, so etwa im Oldenburger Münsterland, im Emsland und im Raum Osnabrück, offen Sympathien für Westfalen artikuliert hatten.19 Daher gab es noch 1951 bis 1954 im Zuge der Diskussionen um eine Neugliederung des Bundesgebietes Auseinandersetzungen: Das Gutachten, das der von der Bundesregierung eingesetzte Ausschuss unter Leitung des früheren Reichskanzlers und Reichsbankpräsidenten Hans Luther schließlich 1955 vorlegte, empfahl – jedenfalls vorläufig – eine Beibehaltung der niedersächsisch-westfälischen Grenze, sodass der Status quo erhalten blieb. Die Auseinandersetzungen waren an dieser Front also endgültig beendet, die Grenzen Niedersachsens standen fest, ebenso wie übrigens auch im äußersten Westen des Landes, wo die Niederlande nach Kriegsende umfangreiche Gebietsabtretungen gefordert hatten, damit aber gescheitert waren.

Dagegen sollten die Konflikte innerhalb Niedersachsens über den Bestand des Landes noch andauern, ja an Heftigkeit gewinnen, wobei die entscheidende Konfliktlinie zwischen Hannover und Oldenburg verlief, während die Integration der anderen alten Länder, also Braunschweig und Schaumburg-Lippe, deutlich reibungsloser geschah. In Oldenburg war man durch die oben genannten politischen Maßnahmen kaum befriedigt, im Gegenteil: Im Juli 1948 wurde der „Oldenburgische Landesbund“ gegründet, der von Politikern der FDP und der CDU, von den Präsidenten der drei Wirtschaftskammern sowie von zahlreichen kommunalen Repräsentanten getragen wurde und binnen kurzem fast 4.000 Mitglieder vereinigte. Er setzte sich „für eine Föderalisierung Niedersachsens in Form einer staatlichen Union mit einem selbständigen Landesteil Oldenburg [...], für die Beibehaltung starker staatlicher Mittelinstanzen mit erweiterten Kompetenzen, für die Schaffung eines höheren Kommunalverbandes und für die Durchführung einer Volksabstimmung über das künftige Schicksal Oldenburgs [ein]“20 und propagierte seine Ziele durch eine intensive Werbeund Lobbyarbeit. Bei der geäußerten Kritik am hannoverschen „Zentralismus“ war es übrigens eher zweitrangig, ob die Landesregierung tatsächlich so agierte – entscheidend war, dass die Akteure die Landespolitik so wahrnahmen.

Die Diskussionen um eine mögliche Neugliederung des Nordwestens zogen sich noch mehrere Jahre hin; in den Beratungen mit dem Luther-Ausschuss Mitte der 1950er Jahre zeigten sich erneut die Unterschiede: Während Braunschweig lediglich eine stärkere Berücksichtigung innerhalb Niedersachsens forderte21, hörten die Mitglieder der Kommission beim Besuch in Oldenburg das „Oldenburg-Lied“ und erfuhren von der Delegation des Landesbundes, „die Oldenburgische Bevölkerung werde den ‚Rechtsbruch des Jahres 1946' nicht hinnehmen und da ein Ausgleich mit Hannover gescheitert sei, bliebe nur noch der Weg über das Volksbegehren nach Art. 29 des Grundgesetzes.“22 Der Luther-Ausschuss folgte diesen Argumenten nicht, doch der Landesbund, der schon 1950 120.000 Unterschriften gesammelt hatte, warb weiter für seine Forderungen und erreichte 1956 zumindest ein erstes Etappenziel, indem in Oldenburg (wie in einigen anderen Regionen, so auch in Schaumburg-Lippe) ein Volksbegehren zugelassen wurde. Die intensive Propaganda23 zeigte Wirkung: Das erforderliche Quorum von zehn Prozent der Wahlberechtigten wurde in beiden niedersächsischen Regionen mit 12,9 Prozent in Oldenburg und sogar 15,3 Prozent in Schaumburg-Lippe deutlich überschritten. Und auch wenn diese Volksbegehren keine unmittelbaren Folgen hatten, weil die eigentlich notwendigen Volksentscheide fast zwanzig Jahre lang verzögert wurden – ihre Ergebnisse zeigten die anhaltenden Vorbehalte gegenüber der Landesgründung.

Die Integration des neuen Landes erwies sich aber nicht nur wegen der regionalistischen Konflikte zwischen Hannover und Oldenburg als überaus schwierig. Hinzu kamen neben der wirtschaftlichen Lage (die Niedersachsen allerdings mit vielen anderen deutschen Regionen gemeinsam hatte) zwei zusätzliche Belastungen für den inneren Zusammenhalt: Zum einen hatte sich die Zusammensetzung der Bevölkerung durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen erheblich verändert; fast ein Drittel der Bevölkerung war auf diesem Wege nach Niedersachsen gekommen. Zunächst waren noch viele Flüchtlinge und auch manche einheimischen Politiker davon ausgegangen, dass es sich nur um eine temporäre Veränderung handelte, weil die Flüchtlinge bald wieder in ihre Herkunftsländer zurückkehren würden. Mit zunehmender Blockkonfrontation aber war schon bald vielen Betroffenen und politischen Akteuren klar, dass die neuen Bürger auf lange Zeit in Niedersachsen leben würden. Ihre Integration war angesichts ihrer historischen und kulturellen, teils auch konfessionellen Prägung, ihrer bedrückenden Erfahrungen sowie der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Niedersachsen eine überaus schwierige Aufgabe. Dass seit 1950 eine eigene Flüchtlingspartei, der „Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ (BHE), besonders erfolgreich und sogar an niedersächsischen Landesregierungen beteiligt war24, zeigt, dass hier ein Protestpotenzial vorhanden war. Zum anderen war Niedersachsen, z.T. in Kontinuität zu der Zeit vor 1933 bzw. vor 1945, ein Hort des Rechtsradikalismus, wie hohe Wahlergebnisse für „Deutsche Rechts-“ bzw. „Deutsche Reichspartei“ und „Sozialistische Reichspartei“ in den Wahlen von 1948, 1949 und 1951 zeigten.25

Für die Landespolitik ergaben sich hieraus mehrere Herausforderungen, denen sie sich in den 1950er Jahren auch annahm: Um sowohl dem politischen Radikalismus als auch einer dauerhaften eigenständigen Flüchtlingsvertretung den Boden zu entziehen, musste die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen im Land verbessert werden – und dies geschah auch in einem längeren Prozess in den 1950er und 1960er Jahren, wobei die Erfolge nur zu einem kleineren Teil eigener Wirtschaftsund Infrastrukturpolitik auf Landesebene geschuldet waren, sondern vor allem dem allgemeinen Aufschwung im Zuge des sog. „Wirtschaftswunders“. Der politisch organisierte Rechtsradikalismus wurde außerdem zum einen durch juristische Maßnahmen zurückgedrängt, wie im Falle der Sozialistischen Reichspartei, die 1952 vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde. Zum anderen gelang eine Integration mancher ihrer Repräsentanten durch bürgerliche Listen oder Parteien wie die FDP, die in Niedersachsen zunächst ein ausgeprägtes deutschnationales Profil besaß.26 Ob eine solche Integration von Personen, deren demokratische Gesinnung überaus fragwürdig war, politisch legitim oder gar notwendig war, soll hier nicht diskutiert werden – Zweifel sind aber angebracht.

Aber neben dieser konkreten Politik in Landesregierung und demokratischen Parteien, die indirekt auch eine zunehmende Anerkennung des neuen Landes in der Bevölkerung zur Folge haben sollte, bemühte sich die Landesregierung sowohl unter dem Sozialdemokraten Kopf als auch unter Heinrich Hellwege von der „Deutschen Partei“ darüber hinaus um eine direkte Förderung des Landesbewusstseins durch eine aktive Identitätsund Geschichtspolitik.27 Der wichtigste Akteur dieser Politik jenseits der Landesregierungen war der bedeutendste niedersächsische Landeshistoriker und Archivdirektor Georg Schnath, der schon vor 1933 mit seinen Studien zur Geschichte Nordwestdeutschlands historische Argumente für die Niedersachsenbefürworter und gegen westfälische Ansprüche geliefert hatte.28 Nunmehr verband Schnath in seinem Wirken mehrere der wichtigsten regionalen Institutionen miteinander: die Landesuniversität Göttingen, wo er 1942 einen Lehrauftrag „für allgemeine deutsche, insbesondere Heimatgeschichte“ erhalten hatte, nach 1945 dann als Honorarprofessor mit Lehrauftrag für Niedersächsische Landesgeschichte arbeitete und schließlich 1959 den neuen Lehrstuhl für niedersächsische Landesgeschichte besetzte; den Niedersächsischen Heimatbund, dessen Ehrenmitglied und langjähriger aktiver Mitarbeiter er war; die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen, der er seit 1938 vorsaß; und die Landeszentrale für Heimatdienst, in deren Beirat er 1956 gewählt wurde und den er seit 1958 leitete. In allen diesen Einrichtungen und Organisationen war er beratend, gutachtend und publizierend tätig. Vor allem aber prägte Schnath das Niedersachsenbild in den mit den Organisationen verbundenen Kreisen der Landeseliten, Funktionsträger und Multiplikatoren durch zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen. So betonte er z.B. in seiner Festrede beim Staatsakt zum zehnjährigen Bestehen des Landes 1956 zum Thema „Die geschichtlichen Grundlagen des Landes Niedersachsen“, neben den besonderen Leistungen des Sachsenstammes und seiner Herrscher bei der Führung des Reiches und – ein klassischer Topos der Niedersachsenideologie – bei der Ostkolonisation, vor allem die historische Sinnhaftigkeit der territorialen Zusammenfassung des niedersächsischen Raums durch die Landesgründung: „1. Die in Niedersachsen vereinigten Gebiete weisen von ihrer geschichtlichen Grundlage her eine noch heute lebendige sprachliche und stammliche Einheit auf. 2. Ihre nach dem Verfall des Stammesstaats eingetretene territoriale Sonderung ist in einem ständig fortschreitenden Prozeß der staatlichen Sammlung durch die Jahrhunderte bis auf kleinere Reste überwunden worden. 3. Auch für diese hatte sich die jetzt getroffene Lösung schon vor 1933 aus wirtschaftlichen und verwaltungspolitischen Notwendigkeiten im Rahmen einer reichseinheitlichen Regelung deutlich angebahnt.“29 So war die britische Militärregierung gleichsam nur der Vollstrecker des Willens der Geschichte. Schnaths Streben war es, dem neuen Land durch historische Sinnstiftung eine eigene Identität zu verleihen, indem die Gründung Niedersachsens als sinnvolle Konsequenz einer nahezu 2000-jährigen Entwicklung dargestellt und die besonderen Leistungen der Vorfahren betont wurden, auf die die heutigen Niedersachsen stolz sein sollten. Dieser Argumentation entgegenstehende Tatsachen hatten bei dieser Art der Traditionskonstruktion nicht nur aus Sicht Schnaths, sondern auch aus Sicht der Landesregierung keinen Platz: Nicht nur, dass eine Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte nicht stattfand, auch die langen regionalistischen Konflikte innerhalb der Region sollten aus dem kollektiven Gedächtnis der Niedersachsen verschwinden, obwohl die Wunden kaum verheilt waren. Das zeigt ein Beispiel: 1956 sollte die Landeszentrale für Heimatdienst zum zehnjährigen Landesjubiläum einen Regestenband herausgeben. Dieser wurde aber auf Weisung der Staatskanzlei zurückgezogen, als sich herausstellte, „daß ein Teil des Materials, insbesondere dasjenige, das über die seinerzeitigen braunschweigischen und oldenburgischen Bestrebungen gegen die Bildung eines Landes Niedersachsen Aufschluß gibt, für eine Veröffentlichung nicht oder zumindest noch nicht geeignet sein dürfte“.30 Auch zehn Jahre nach der Gründung des Landes Niedersachsen war zumindest aus Sicht der Landesregierung der Integrationsprozess noch längst nicht abgeschlossen, zumal die regionalistische Karte bei aktueller Unzufriedenheit immer wieder gezogen werden konnte, wie ja das Ergebnis der Volksbegehren im selben Jahr auch eindrucksvoll zeigte. Auch einige Jahre später war man sich auf politischer Ebene noch sehr unsicher: Zwar stellte Georg Schnath in seinem von der Landeszentrale für Heimatdienst herausgegebenen Essay „Heimat und Staat“ die Bemühungen der letzten Jahre von Landesregierungen und Heimatbewegung als Erfolgsgeschichte dar: „Nicht zum wenigsten dadurch ist es gelungen, dem Lande Niedersachsen in der Reihe der übrigen Länder ein eigenes Gesicht zu geben.“31 Aber er betonte auch, dass noch erhebliche Defizite vorhanden waren, ebenso wie Ministerpräsident Kopf selbst, der 1961 forderte, „aus dem Heimatbewußtsein ein Landesbewußtsein wachsen zu lassen, das nicht nur im nüchternen Kalkül und in Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit, sondern im Herzen der Bevölkerung wurzelt.“32

Die Identitätspolitik war damit nicht gescheitert – aber sie konnte, wenn überhaupt, nur mittelund langfristig Wirkung zeigen und nur, wenn auch auf anderen Politikfeldern Erfolge für die Profilierung des Landes zu verzeichnen waren, die die Menschen auch akzeptieren konnten. Wenn man die Situation Anfang der 1960er Jahre näher betrachtet, so waren die scharfen innerniedersächsischen Spannungen immerhin wohl deutlich abgeflaut: In Oldenburg waren zwar immer noch latente Vorbehalte vorhanden, die Aktivitäten scheinen sich nach dem Scheitern der politischen Ambitionen aber von der Politik auf den Bereich der Erhaltung der kulturellen Eigenart der Region verlagert zu haben; die Gründung der „Oldenburg-Stiftung“ 1961, der Keimzelle der späteren „Oldenburgischen Landschaft“, war ein Symbol hierfür. Was die sonstigen Spannungen angeht, so spricht die Forschung auf der politischen Ebene von einer „verzögerten Normalisierung“ des Parteiensystems, indem auch Niedersachsen – deutlich verspätet, aber jetzt immerhin – auf den „Normalfall“ Dreiparteiensystem zusteuerte. Potenziell integrationshinderliche oder gar -feindliche politische Regionalmilieus wie rechtsradikale, welfische, explizit katholische (Zentrum) oder politische Flüchtlingsmilieus wurden weitgehend von CDU, SPD und FDP aufgesogen.33

Schwieriger zu beurteilen ist die Breitenwirksamkeit der Identitätspolitik. Die Akteure dieser Politik bemühten sich durchaus darum, ihre Vorstellungen der politischen Räume zu popularisieren und auch die nachwachsenden Generationen hiermit vertraut zu machen. Dies zeigt etwa ein Vorfall in Oldenburg 1953: Als ein Oldenburger Lehrer seine Schüler eine Arbeit mit dem Titel „Unsere Heimat Niedersachsen!“ schreiben ließ, befasste sich der Aktionsausschuss des Oldenburgischen Landesbunds hiermit, bezeichnete dies als „geschmacklos und untragbar“ und empfahl dem Vorstand, „sich wegen der Einstellung einzelner Lehrer zu der Frage Niedersachsen und Oldenburg ihren Schülern gegenüber mit der Schulbehörde der Regierung in Verbindung zu setzen und dagegen zu protestieren“.34 Der Kampf um den politischen Raum war eben auch ein Kampf um die Köpfe und Herzen seiner künftigen Bürger, weshalb sich auch Georg Schnath und die Heimatbewegung stark in der Lehrerfortbildung engagierten. Die Rezeption dieser Diskurse ist allerdings schwer zu überprüfen – vermutlich war der Kreis der Adressaten und Rezipienten beschränkt auf die politischen Eliten, die Leser von auf die Region bezogenen Zeitschriften und die Zuhörer von Versammlungen, aber wie die Ergebnisse der Volksbegehren von 1956 zeigen, konnte es in einer günstigen politischen Situation gelingen, die Identitätspolitik auch breitenwirksam zu machen, auch wenn zweifelhaft ist, ob dieses zu einer nachhaltigen Beeinflussung von Raumvorstellungen führte.

 
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