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4.6 Zusammenfassung der Evaluationsergebnisse

Zur Klärung der forschungsleitenden Frage – welche Effekte und nachhaltigen Wirkungen der Titelgewinn auf die wissenschaftsbasierte Stadtentwicklung der Stadt Mainz hat – wurden mit Akteuren aus unterschiedlichen Elementen der Organisationsstruktur des Projektes Stadt der Wissenschaft und aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (wie Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur etc.) leitfadenorientierte Experteninterviews geführt und ergänzend AK-Mitglieder und Unternehmen mit standardisierten Fragebögen online befragt. Hierbei wurden sowohl Gesamtbefragungen zum Wissenschaftsjahr durchgeführt als auch exemplarisch Maßnahmen evaluiert, die einzelne von der Stadt Mainz angestrebte und unter den drei Säulen (Kommunale Bildungslandschaften, Arbeitswelten der Zukunft, Schauplätze des Wissens) formulierte Ziele verfolgen. Die Ergebnisse, die sich mit Blick auf die Leitfrage festhalten lassen, werden im Folgenden resümiert unter Berücksichtigung der Ziele der Stadt Mainz (vgl. Kap. 3.3), der mit der Ausschreibung des Stifterverbands intendierten Ziele, der Evaluationsergebnisse der Fachhochschule Osnabrück (vgl. Kap. 3.1) sowie der konzeptionellen Ansätze (vgl. Kap. 2.1.2 bis 2.4).

Das von der Stadt Mainz in ihrem Wettbewerbsantrag formulierte übergeordnete Ziel, eine „nachhaltige Veränderung der Lebensbedingungen aller Teile der Bevölkerung“ (Landeshauptstadt Mainz 2010: 1) zu erreichen, ist Teil der Vision 2030 (vgl. Kap. 3.3). Eine Annäherung an das Ziel ist innerhalb eines Jahres kaum zu erreichen. Das Wissenschaftsjahr hat aber zumindest für eine gemeinsame Entwicklung der Vision und ihrer Verbreitung bei lokalen Akteuren Sorge getragen sowie ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass Wissenschaft bei der Verbesserung der Lebensbedingungen eine wichtige Rolle spielen kann und gerade öffentlich finanzierte Wissenschaftseinrichtungen in der Verantwortung stehen, dieses Ziel nach ihren Möglichkeiten zu verfolgen. Die Bildungswissenschaften an der JGU, aber auch Fachbereiche wie die Universitätsmedizin oder die KH mit ihrem Schwerpunkt im Bereich Soziales bilden gute Voraussetzungen, in den Bereichen Bildung und Gesundheit die Ziele der Stadt Mainz (Chancengleichheit, „Zugang zur Bildung, Ausbildung und Weiterbildung“ sowie „Förderung eines gesunden Lebensstils“ (Landeshauptstadt Mainz 2010: 2f.)) langfristig zumindest in Ansätzen zu verwirklichen. Die Realisierung ist allerdings von der Bereitschaft aller Verantwortlichen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Stadt etc. abhängig, die Ziele inhaltlich weiterzuverfolgen und entsprechende Ressourcen bereitzustellen.

Neben Bildung sind Wirtschaft und Umwelt Themenfelder, die in der Vision 2030 eine Rolle spielen. Im Bereich Wirtschaft besteht trotz Maßnahmen wie dem Transfercafé und dem Gründungsbüro hoher Nachholbedarf, um ökonomische Erfolge aus der Wissenschaft heraus zu erzielen. Initiativen, um den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu verstärken, sind daher zu vernetzen und zu intensivieren. Fördermaßnahmen und eine unterstützende – gerade auch räumliche – Infrastruktur für Ausgründungen und Existenzgründer sollten erheblich ausgebaut werden, wie es in den Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt Mainz formuliert wurde (vgl. Kap 4.2.11). Wenngleich am Standort Mainz technische Studiengänge fehlen, bestehen vielfältige Potenziale für Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft heraus, insbesondere im Bereich der medizinischen Forschung. Positive Entwicklungen im Bereich Umwelt durch Impulse aus wissenschaftlichen Einrichtungen anzustoßen, erweist sich aufgrund fehlender Forschungsschwerpunkte an den Mainzer Hochschulen als schwierig. Aus einzelnen Fachrichtungen heraus wie bspw. dem Bauingenieurwesen, der Architektur (FH Mainz) oder der Geographie (JGU) können jedoch Konzepte zur Verbesserung der ökologischen Situation in Mainz entstehen. Auch vom Umweltbildungszentrum werden entsprechende Wirkungen erhofft. Um Mainz als Solarcity zu etablieren, sind ebenfalls weitreichendere Maßnahmen notwendig.

Das zweite übergeordnete Ziel, ein „Netzwerk [zu] knüpfen, das weit über das Jahr 2011 Bestand hat und nachhaltig Wirkung entfaltet“ (Landeshauptstadt Mainz 2010: 1), wurde insofern erreicht, als mit dem Wettbewerb gezeigt wurde, dass die geforderten aktivierbaren Netzwerke in Mainz vorhanden sind und bei Bedarf funktionieren. Die Nachhaltigkeit der im Rahmen des Wissenschaftsjahres entstandenen bzw. gefestigten Netzwerke ist aufgrund fehlender Strukturen (in aktiver Form) überwiegend durch Einzelkontakte gegeben, einzelne Kooperationsverträge sind aus der Zusammenarbeit von Einrichtungen im Wissenschaftsjahr hervorgegangen. Zudem trägt die bereits vor dem Wissenschaftsjahr etablierte Wissenschaftsallianz für den institutionalisierten Austausch zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen Sorge. Nach Abschluss des Wissenschaftsjahres fehlt, trotz Langfristigkeit der Zielsetzung, aktueller und konkreter Handlungsbedarf, um in den Netzwerken bzw. den z.T. fortgeführten Einheiten der Organisationsstruktur von Stadt der Wissenschaft (AK, Lenkungsausschuss) weiterzuarbeiten. Zuständigkeiten – hinsichtlich der Entwicklung einer Agenda oder Fortführung von Prozessen – sind z.T. unklar, es herrscht eine abwartende Position bei den am Wissenschaftsjahr beteiligten Akteuren, die wieder ihrem Kerngeschäft nachgehen.

Im Vernetzungsgedanken liegt ein wesentliches Element des Wettbewerbs, der Strategie der Stadt Mainz sowie zentraler konzeptioneller Ansätze der wissensbasierten Stadtentwicklung. Netzwerke stellen auch bei der Gesamtbefragung von Mitgliedern aller Organisationseinheiten von Stadt der Wissenschaft ein zentrales Themenfeld dar (vgl. Kap. 4.2). Die Kommunikation und Zusammenarbeit von Akteuren unterschiedlicher Bereiche wurde bereits in der Antragsund Vorbereitungsphase sowie im Rahmen des Wissenschaftsjahres insbesondere durch die gemeinsame Realisierung von Projekten angeregt. Akteure aus Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Öffentlichkeit haben sich kennengelernt, so lässt sich ein zentrales Ergebnis der Befragung resümieren, wenngleich die Vernetzung von den AK-Mitglieder z.T. als weniger intensiv beurteilt wurde (vgl. Kap. 4.2.5). Durch den Titelgewinn wurden gerade die informelle Kommunikation in Form von face-to-face-Kontakten gefördert und ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, beides Aspekte, die sich konzeptionellen Ansätzen wie dem Clusterkonzept oder dem Kreativen Milieu zufolge positiv auf die regionalökonomische Entwicklung auswirken (vgl. Kap. 2.2.3 und 2.2.4) und als wesentliche Bedingungen funktionierender Netzwerke herausgestellt wurden (vgl. Kap. 2.4). Die Etablierung und Institutionalisierung der Netzwerke ist wie oben beschrieben in geringem Maße gegeben durch Einzelkontakte und Projekte, die weitergeführt werden. Während des Wissenschaftsjahres wurden die Netzwerke jedoch genutzt und geschätzt, positive Synergien wurden von allen Interviewpartnern verzeichnet.

Hinsichtlich des Imageeffektes ist zu resümieren, dass Mainz nach Aussagen von Akteuren aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit / Marketing der Stadt auch künftig als Wissenschaftsstadt präsentiert und kommuniziert wird, bspw. auf der Homepage und in Imagebroschüren. Eine größere Imagekampagne o.ä. wird nicht angestrebt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Stadt Mainz sich im Vergleich zu anderen Wissenschaftsstädten nicht ausschließlich als solche versteht und vermarktet, sondern Wissenschaft lediglich neben ihren anderen Imagefaktoren platzieren möchte. Auch die Einrichtung eines Wissenschaftsbüros ist nicht geplant. Dies wird jedoch von vielen Befragten – in Form einer Fortführung der Stelle der Projektkoordination von Stadt der Wissenschaft – als wichtig erachtet, um auch über das Wissenschaftsjahr hinaus über einen Ansprechpartner zu verfügen, der Aktivitäten anregt, bündelt und Akteure vernetzt.

Die Weiterentwicklung und Fortführung von im Rahmen des Wissenschaftsjahres initiierten Projekten und Veranstaltungsformaten als Indikatoren für die Nachhaltigkeit des Wissenschaftsjahres ist z.T. gegeben. Insgesamt bestehen in der Stadt Mainz etablierte Formate, durch die die Bürger einbezogen werden und ihr Interesse und Verständnis für Wissenschaft geweckt bzw. aufrechterhalten werden sollen (wie der Wissenschaftsmarkt oder Universität im Rathaus). Die Vision der Etablierung einer Wissenskultur dient als Leitidee. Insgesamt sollte die Bevölkerung nicht nur als Zielgruppe von wissenschaftlichen Veranstaltungsformaten betrachtet werden. Ein Einbezug der Bevölkerung in die Gestaltung der Wissenschaftsstadt – im Sinne von Konzepten wie Urban Governance (vgl. Kap. 2.3.5) oder wie im Lübecker Katalog (vgl. Kap. 3.1) beschrieben – muss in einem aktiveren Maße, in Form einer Bürgerbeteiligung erfolgen. Dieser Aspekt ist im Gesamtkonzept von Wissenschaftsstädten zu berücksichtigen. Auch den von Studierenden sowie Absolventen ausgehenden Potenzialen zur Förderung der Wissenschaftsstadt Mainz – nicht nur durch Ausgründungen aus der Wissenschaft, sondern auch durch die Gestaltung des Lebensumfelds (bspw. durch die Eröffnung von Geschäften, Cafés oder durch die Organisation kultureller Veranstaltungen) – ist größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Ansatz, durch Einrichtung einer Transferstelle Bildung (vgl. Kap. 4.3) die unter der ersten Säule Kommunale Bildungslandschaften formulierten Ziele und insbesondere die Chancengleichheit in der Bildung als ein wesentliches Element der Wissenschaftsstadt anzugehen, ist grundsätzlich sehr positiv zu werten. Die konkrete Umsetzung zeigt sich jedoch als sehr kleinschrittig. In den Wissenschaftseinrichtungen der Stadt gewonnene Erkenntnisse einzusetzen, um soziale Fragen vor Ort zu beantworten, ist von vielen Faktoren abhängig und konnte daher bislang nur in geringem Umfang beobachtet werden. Auch ist die konkrete Konzeptentwicklung der Transferstelle Bildung nur langsam vorangeschritten. Eine thematische Schwerpunktsetzung und Einschränkung von Unterstützungsleistungen für die durch die Transferstelle geförderten Projekte sind in Erwägung zu ziehen. Mit ihren Zielen im Bereich der Chancengleichheit in der Bildung erhält die Wissenschaftsstadt Mainz ein besonderes Profil von hoher Aktualität, das weiterverfolgt werden sollte.

Die ursprüngliche Idee des Transfercafés (vgl. Kap. 4.4), als einer Transferstelle verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen der Stadt, ist grundsätzlich als richtige Maßnahme anzusehen, um den notwendigen und eine Wissenschaftsstadt kennzeichnenden Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft anzustoßen und auf diese Weise Innovationen hervorzurufen, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zu ökonomischer Prosperität beitragen, wie unter der zweiten Säule Arbeitswelten der Zukunft geplant. Das Transfercafé konnte den Erwartungen im ersten Jahr seines Bestehens nicht gerecht werden. Im Rahmen der Evaluation wurden jedoch Ansätze einer Verbesserung geäußert, wie eine gezieltere Ansprache von Unternehmen, eine bessere Vorbereitung der Veranstaltungen sowie eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der in Mainz ansässigen Unternehmen. Das Konzept ist mit den beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen weiterzuentwickeln. Die Aktivitäten sind darüber hinaus zu pro- fessionalisieren und in Zusammenarbeit mit anderen im Transferbereich aktiven Akteuren der Stadt zu bündeln und auszubauen. Untrennbar verbunden hiermit ist, dass entsprechende Förderstrukturen für Existenzgründer, in Form von Fördermitteln, einer räumlichen Infrastruktur und weiteren Unterstützungsleistungen zur Verfügung gestellt werden. Die Einrichtung des hochschulübergreifenden Gründungsbüros ist in diesem Zusammenhang sehr positiv zu werten.

Auf dem Weg zur Etablierung einer Wissenskultur in der Stadt Mainz – als Ziel der dritten Säule Schauplätze des Wissens – sind Museen wichtige Akteure, indem sie Wissensräume für die Bevölkerung schaffen (vgl. Kap. 4.5). Die Wertschätzung von Museen und ihr Einbezug in die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt werden daher als zentral angesehen. Durch Kooperationen zwischen Wissenschaftseinrichtungen und Museen besteht die Möglichkeit, Forschungsergebnisse für die Bevölkerung entsprechend aufbereitet in der Innenstadt zu präsentieren. Im Rahmen von Ausstellungen konnte der Kontakt zu (anderen) wissenschaftlichen Einrichtungen und regionalen Unternehmen hergestellt bzw. intensiviert werden, die zur Verwirklichung der Vision einer Wissenskultur neben den Museen einen Beitrag leisten müssen. An die Erfolge, die innerhalb des Wissenschaftsjahres durch attraktive und gut besuchte Ausstellungen erzielt werden konnten, ist mithilfe der Kooperationspartner anzuknüpfen. Insbesondere die städtischen Museen sind darauf angewiesen, finanziell unterstützt zu werden, um als Kooperationspartner und für Besucher attraktiv zu bleiben und ihren Auftrag erfüllen zu können.

Das mit dem Wettbewerb durch den Stifterverband intendierte Ziel, Wissenschaft und Bildung zu stärken und ihre Potenziale für die regionale Entwicklung nutzbar zu machen, konnte innerhalb der Stadt Mainz durch den Vorbereitungsprozess und den Titelgewinn zumindest angestoßen und es konnte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. Umfassendere Maßnahmen sind notwendig, um dieses Ziel auf einer Ebene zu verfolgen, auf der Wirkungen messbar sind und eine langfristige Verbesserung der Positionierung als Wissenschaftsstadt erfolgt. Kleine Erfolge konnten mit Blick auf den Einbezug von Ergebnissen wissenschaftlicher Studien in die Stadtentwicklung sowie mit Projekten (wie bspw. Sozial Vital) verzeichnet werden. Insgesamt sind die bereits auf niedrigschwelliger Ebene angestoßenen Aktivitäten der Transferstelle Bildung, des Transfercafés sowie des Gründungsbüros aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen. Die Mobilisierung der verschiedenen Akteure aus Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Öffentlichkeit ist zumindest innerhalb des Wissenschaftsjahres gelungen. Ziel muss sein, ein Engagement der Akteure auch über das medienwirksame und prestigeträchtige Wissenschaftsjahr hinaus zu erreichen. Hierfür ist eine Netzwerkstruktur zu institutionalisieren, in Anlehnung an das Konzept des Wissenschaftsjahres neue Teilziele zu formulieren sowie bestimm-ten Gruppen klar definierte und realisierbare Aufgaben zuzuweisen. Das umfangreiche Jahresprogramm hat – wie in der Ausschreibung gefordert – Wissenschaft durch zahlreiche kreative Projekte und Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen im öffentlichen Raum erlebbar gemacht (Stifterverband o.J.a: 4f.); neue Formen der Wissenschaftskommunikation konnten aufgrund der bereitgestellten Mittel entwickelt und erprobt werden. Durch die Fortführung einiger neuer Projekte, v.a. aber durch die bereits etablierten Veranstaltungsformate, wird versucht, Wissenschaft auch weiterhin ins städtische Leben zu integrieren.

Im Rahmen der Evaluation der Fachhochschule Osnabrück und des Stifterverbands von Städten, die am Wettbewerb Stadt der Wissenschaft teilgenommen haben (vgl. HOHN und MEYER 2010: 24), wurden insbesondere die Netzwerkbildung, Strategieentwicklung und Wissenschaftskommunikation als Bereiche herausgestellt, in denen positive Effekte bereits durch die Teilnahme von Städten an der Ausschreibung zu verzeichnen sind. Mit Blick auf die eigenen Untersuchungsergebnisse lassen sich – wie gerade aufgezeigt – auch für die Stadt Mainz Wirkungen in diesen Bereichen konstatieren, wobei ein Schwerpunkt in der Netzwerkbildung liegt. Wissenschaft und Forschung sind, wie in der Evaluation der Fachhochschule Osnabrück beschrieben, als zentrale Standortfaktoren und strategische Elemente ins kollektive Bewusstsein gerückt. Eine stärkere Einbindung politischer Akteure, wie der Stadtrat, wurde im Falle der Stadt Mainz von den Interviewpartnern ebenfalls als wichtige Voraussetzung zur Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt akzentuiert. Im Bereich der Wissenschaftskommunikation konnten neue Formate entwickelt und eine höhere Qualität erreicht werden. Insgesamt hat der Titelgewinn durch die verstärkte Medienpräsenz insbesondere lokal und – zumindest bei wissenschaftsnahen Akteuren – auch überregional zur Profilierung der Stadt Mainz als Wissenschaftsstadt beigetragen (vgl. Kap. 4.2.11). Inwiefern die internationale Bekanntheit als Wissenschaftsstadt gesteigert werden konnte, wurde im Rahmen der Untersuchung nicht erfasst. Es kann jedoch gemutmaßt werden, dass die internationale Wahrnehmung des Titelgewinns sehr gering ist.

Die langfristige Stärkung von Mainz als Wissenschaftsstadt bedarf einer weiteren Unterstützung durch die Politik, der Finanzierung einer entsprechenden Infrastruktur (in Form von baulichen Maßnahmen sowie unterstützenden Förderstrukturen) und der Förderung von Forschungsschwerpunkten. Zudem sind eine Fortführung von Aktivitäten und die Bildung von festen Strukturen vonnöten, damit die Netzwerke institutionalisiert werden und das Bewusstsein für Wissenschaft als zentralem Faktor der Stadtentwicklung langfristig aufrechterhalten wird.

 
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