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4.5.6 Nachhaltige Wirkungen des Wissenschaftsjahres auf die Museen

Insgesamt wird das Wissenschaftsjahr von Seiten der Museumsdirektoren als sehr positiv beurteilt. Als positive Wirkung des Wissenschaftsjahres beobachten die Museumsdirektoren neben der Netzwerkbildung im Rahmen von Kooperationsprojekten z.T. eine verstärkte Wahrnehmung aufseiten der Besucher und ihrer Träger, die u.a. auf die Präsenz in Werbematerialien von Stadt der Wissenschaft zurückzuführen sei, wodurch wiederum positive Marketingeffekte entstünden. Die Museen profitierten zudem von der Auseinandersetzung mit neuen Möglichkeiten der Wissenschaftskommunikation, durch die u.a. neue Zielgruppen erreicht würden. Die positiven Wirkungen des Wissenschaftsjahres auf die Museen wirken sich wiederum positiv auf die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt Mainz aus.

Das NHM verzeichne eine verstärkte Aufmerksamkeit und Anerkennung von Seiten seines Trägers, der Stadt Mainz, die erkenne, dass das Museum seine Aufgaben gut erfülle. Baumaßnahmen wie die Glasfassade des NHM als Schaufenster der Wissenschaft wären ohne das Wissenschaftsjahr nicht in der Zeit realisiert worden. Da sich das NHM zu einer Art zentralen Wissenschaftskommunikationseinrichtung für naturwissenschaftliche Inhalte in der Stadt entwickeln solle, stelle die Stadt entsprechende Mittel zur Verfügung. So stehe das NHM bereits vor dem nächsten Bauabschnitt. Der Befragte bekräftigt:

„Aber es wäre alles nicht geschehen, wenn wir nicht diesen Schub gehabt hätten. Das kann man sicher sagen“ (MD II).

Das NHM habe im Rahmen des Wissenschaftsjahres eine hohe Aufmerksamkeit und positive Berichterstattung durch die Presse verzeichnet. Zudem seien die Besucherzahlen gestiegen.

Auch das Gutenberg-Museum erachtet die eigene Präsenz in den Werbematerialien von Stadt der Wissenschaft als wichtig. Die Berichte in lokalen Zeitungen hätten die Aktivitäten des Museums einer breiteren Bevölkerung transparent werden lassen. Da das Museum nicht über ausreichend Mittel verfüge, regelmäßig Anzeigen zu schalten, sei dies ein gutes Forum gewesen. Im Rahmenprogramm sei versucht worden, Angebote für eine große Zielgruppe zu etablieren, nicht nur für Fachbesucher oder Studierende, sondern für Kinder und Familien. Auch die Öffnungszeiten seien am familienfreundlichen Sonntag ausgeweitet worden. Die Direktorin berichtet:

„Was wichtig war, ist auch, dass z.B. die Mainzer Bevölkerung mal wieder durch so ein neuartiges Projekt den Weg in ihr Museum findet. […] dass jetzt durch Stadt der

Wissenschaft durch Broschüren auch in den Zeitungen einfach Lust gemacht worden ist, da mal reinzugucken“ (MD III).

„Die beiden großen Sonderausstellungen waren einfach absolut gewinnbringend, auch fürs Haus. Wir haben durch diese Thematik natürlich auch andere Zielgruppen erschlossen“ (MD III).

Durch Stadt der Wissenschaft sei gezeigt worden, was im Bereich der Wissenschaftskommunikation technisch (durch Kooperation mit der FH Mainz) oder wissenschaftlich (in der Zusammenarbeit des NHM mit Schott bei der Verwendung neuer Materialien in der Museumsarbeit) möglich sei. So habe das Gutenberg-Museum mit QR-Codes[1] gearbeitet und hierdurch Maßstäbe gesetzt. Durch die Platzierung der Codes in Ausstellungsvitrinen könnten sehr viele Informationen auch zweisprachig bereitgehalten werden, das Hinterlegen von Bildmaterial, von ganzen Bibliografien oder Viten von Künstlern sei möglich. Besucher könnten sich je nach Bedarf oder Zeit entsprechend informieren. Das Gutenberg-Museum sei aufgrund seiner Erfahrungen in diesem Bereich bereits häufig angefragt worden. Die Befragte erklärt: „dadurch wird ja auch letztlich wieder ein Wissensraum erschlossen“ (MD III).

Für ihr innovatives Potenzial habe die Ausstellung Moving Types des Gutenberg-Museums und der FH Mainz den red dot design award[2] gewonnen.

„Das war ja auch die Aufgabe im Rahmen von Stadt der Wissenschaft: Etwas zu bringen, was einen gewissen Neuheitswert hat oder vielleicht auch zukunftsweisend ist. Und das haben wir, glaube ich, mit der Moving Types auf jeden Fall eingelöst“ (MD III).

Mit Blick auf nachhaltige Wirkungen des Wissenschaftsjahres auf Museen berichtet ein Direktor, dass im Rahmen von Stadt der Wissenschaft entwickelte Konzepte künftig in Ausstellungsflächen umgesetzt werden würden.

  • [1] Die Ankürzung QR steht für Quick Response. Mit dem 2D-Code, der aus quadratischen Elementen besteht, können Informationen zu Objekte bereitgestellt werden. Die Informationen können abgerufen werden, indem der Code bspw. mithilfe eines Smartphones gescannt wird (vgl. BENDEL o.J.)
  • [2] Internationaler Designwettbewerb, de.red-dot.org
 
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