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4.5.5 Etablierung und Institutionalisierung von Netzwerken

Die im Rahmen von Stadt der Wissenschaft entstandenen Netzwerke konnten sich z.T. bereits etablieren bzw. institutionalisieren. Dies zeigt u.a. die beschriebene Fortführung von Veranstaltungsformaten. Als Effekt des Wissenschaftsjah-res werden z.T. langfristig Kooperationen mit konkreten Vereinbarungen bzw. Kooperationsverträgen geplant.

Das NHM habe aufgrund der positiven Erfahrungen im Rahmen von Stadt der Wissenschaft mit der FH Mainz einen Kooperationsvertrag bzw. eine Vereinbarung getroffen. Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen bleibe insgesamt bestehen, lediglich die Themen wechselten, erklärt der Direktor. Bei der aktuellen Ausstellung gehe es um Gentechnik, 2011 habe es u.a. gemeinsam mit der JGU eine Ausstellung zum Thema Mineralogie gegeben, die 2012 im Geoskop[1] in der Pfalz gezeigt werde. In Mainz sei jedoch ein wesentlicher Aspekt der Wissensvermittlung gegeben, der an anderen Ausstellungsorten fehle, nämlich die Wissenschaftler vor Ort zu haben, die ihre Forschung in Vorträgen oder Führungen vertreten.

Nachdem – angestoßen durch Initiativen des Wissenschaftsrats – Einrichtungen wie die JGU den Wert von Sammlungen erkannt hätten und sich dieser annähmen, entwickele sich in dem Bereich ein neues Kooperationsprojekt. Ziel sei es u.a., die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Stadt zu einer großen Forschungsinfrastruktur zu vernetzen, gemeinsame Standards im Umgang mit den Sammlungen und ein trägerübergreifendes Management-System zu entwickeln. Durch Kooperationen wie diese werde der Wissenschaftsstandort gestärkt:

„Es geht darum, dass wir als Stadt mit unseren Sammlungen präsent sind und sagen können: Ihr könnt von A–Z bei uns alles haben, wenn ihr Forschung betreiben wollt. Bei uns gibt es das alles. Und das ist auch zugänglich. Also wirklich Forschungsinstitut-übergreifend eine Forschungsinfrastruktur zu entwickeln. Das wäre eine ganz tolle Sache. Und ich glaube, da sind wir jetzt auf dem besten Wege“ (MD II).

Auch das Gutenberg-Museum plane weitere Kooperationen, insbesondere mit der FH Mainz (s.o.) und habe mit dieser eine Art Rahmenvertrag über einzelne Projekte hinaus geschlossen. Das Gutenberg-Museum werde außerdem – wie bereits das RGZM und das NHM – der Wissenschaftsallianz beitreten, da alle drei Museen selbst Forschung betreiben. Mit Blick auf die Etablierung von Netzwerken wird der Wunsch nach einer institutionalisierten Fortführung geäußert:

„Das wäre natürlich toll, wenn das tatsächlich auch ein bisschen institutionalisiert weiterlaufen würde. Weil ich glaube schon, dass viele Institutionen einfach die Wege, die sie jetzt gebahnt haben, auch mal wieder betreten werden. Aber wenn so etwas institutionalisiert wäre, wie so ein Haus der Wissenschaft oder so, wäre es natürlich leichter“ (MD III).

  • [1] Urweltmuseum mit versteinerten Tieren und Pflanzen u.a. (urweltmuseum-geoskop. de/deutsch/)
 
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