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4.5 Säule 3. Schauplätze des Wissens: Mainzer Museen

Im Antrag der Stadt Mainz wurden unter der Säule 3 als Ziele – die mithilfe des Wettbewerbs erreicht werden sollen – formuliert, Schauplätze des Wissens bzw. Wissensräume zu schaffen und eine Kultur des Wissens zu etablieren (Landeshauptstadt Mainz 2010: 3). Bei der Erreichung dieser Ziele wird den Museen der Stadt in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftseinrichtungen eine entscheidende Bedeutung beigemessen.

Indem Museen als Wissensräume in der Stadt begriffen werden, die dazu beitragen können, eine Kultur des Wissens in der Bevölkerung zu etablieren, kommt ihnen eine wesentliche Rolle im Gesamtkonzept der wissenschaftsbasierten Stadtentwicklung von Mainz zu. Insbesondere mit Blick auf die Campussituation in Mainz, die die Universität räumlich von der Innenstadt und der Bevölkerung abgrenzt, stellt die Einbindung der Museen eine gute Möglichkeit dar, in Kooperation mit den Forschungseinrichtungen wissenschaftliche Erkenntnisse für die Bevölkerung in der Stadt darzustellen, einem der Kernziele von Stadt der Wissenschaft.

Im Rahmen einer gesonderten Befragung (Juli / August 2012) wurden die Direktoren von drei Mainzer Museen (dem RGZM, dem NHM und dem Gutenberg-Museum) gebeten, vor dem Hintergrund des Wissenschaftsjahres zu ihrer Rolle Stellung zu nehmen (Untersuchungsansatz vgl. Kap. 4.1).

4.5.1 Projekte zur Schaffung von Schauplätzen des Wissens und zur Etablierung einer Kultur des Wissens

Die im Rahmen des Wissenschaftsjahres durchgeführten Projekte und Maßnahmen der Museen haben nach Aussagen ihrer Direktoren bereits dazu beigetragen, die formulierten Ziele anzugehen. Durch die Fortführung von Projekten in Kooperation mit z.T. neuen Partnern aus der Wissenschaft sei die Erreichung der Ziele nachhaltig gesichert.

Alle Ausstellungen und Projekte, die im Jahr 2011 von Seiten des NHM durchgeführt wurden, passten zu den im Antrag formulierten Zielen, so der Direktor des Museums. Das NHM habe sich in der Bewerbungsphase um den Titel Stadt der Wissenschaft als Schaufenster der Wissenschaft angeboten. Diese Idee sei bereits im Entwicklungsplan des Museums formuliert worden und habe sich gut in das Konzept von Stadt der Wissenschaft eingefügt. Grundgedanke sei, die Räumlichkeiten des Museums zur Präsentation von Forschungsergebnissen der Wissenschaftseinrichtungen in Mainz und Umgebung zur Verfügung zu stellen. Das Museum habe als Partner der Wissenschaftseinrichtungen versucht, die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse für die Besucher in eine verständliche Form zu transformieren und zu kommunizieren. Mit diesem Konzept sei das Museum auch ins Folgejahr (2012) gestartet. Eine neue Glasfassade am Museumsgebäude illustriere die neue Rolle als Schaufenster der Wissenschaft. Als Teil seiner Philosophie der Barrierefreiheit und gleichzeitig ganz im Sinne der formulierten Ziele – eine Wissenskultur in Mainz zu etablieren und alle Bürger zu erreichen – verfügt das NHM außerdem über moderate Eintrittspreise.

Der Direktor des RGZM sieht die öffentlichkeitswirksame Präsentation als Kernaufgabe der Museen an. Durch Installationen in der Innenstadt, die das RGZM im Auftrag der Stadt und in Zusammenarbeit mit der FH Mainz durchgeführt habe, sei die Bevölkerung im Wissenschaftsjahr auf die bedeutenden Wissenschaftseinrichtungen aufmerksam geworden.

Die Wissenschaftsallianz wird als wichtiges Netzwerk angesehen, um die unter der dritten Säule gesetzten Ziele nachhaltig zu erreichen. So seien über die Wissenschaftsallianz bereits Projekte zwischen FH Mainz und RGZM in Planung.

Das Gutenberg-Museum sei schon an sich ein Ort des Wissens, ein außerschulischer und außerstudentischer Lernort, so seine Direktorin. Als größtes städtisches Museum in Mainz von nationaler und internationaler Bedeutung habe sich das Museum an Stadt der Wissenschaft mit Flaggschiff-Ausstellungen von internationaler oder nationaler Relevanz beteiligt. Sowohl die FH Mainz als auch das Gutenberg-Museum seien Wissensräume, die sich im Rahmen von Stadt der Wissenschaft zum gegenseitigen Nutzen vernetzt und gemeinsam zwei Sonder- ausstellungen durchgeführt hätten: Die Medienausstellung Moving Types zur Geschichte bewegter Typographie startete aufgrund der notwendigen Planungen erst zum Oktober 2011. Mit einer Laufzeit der Ausstellung über 2011 hinaus werde das Signal ausgesendet, dass die begründete Kooperation auch in den Folgejahren fortbestehe. Aufgrund ihres Erfolgs sei die Ausstellung verlängert worden. Innerhalb der zweiten Sonderausstellung on type hätten Design-Historiker und Kommunikationsdesigner der FH Mainz im Rahmen eines Seminars im Gutenberg-Museum gearbeitet und in dessen Bibliothek vorhandene Grundlagentexte zur Typografie bearbeitet. Die Studierenden hätten durch diese Arbeit das Gutenberg-Museum als Wissensraum wahrgenommen.

 
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