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4.4.7 kungen des Transfercafés auf die Wissenschaftsstadt Mainz

Hinsichtlich der Frage, welche positiven Wirkungen das Transfercafé auf die Wissenschaftsstadt Mainz hat bzw. welche Rolle eine Maßnahme wie das Transfercafé innerhalb der wissenschaftsbasierten Stadtentwicklung der Stadt Mainz spielt, wird erklärt, dass das Transfercafé einen Impuls in Richtung Wissensund Technologietransfer innerhalb von Mainz gegeben habe und diese Thematik stärker in das Bewusstsein der Stadtverwaltung gerückt sei. Insgesamt habe sich der Austausch mit anderen in diesem Bereich tätigen Personen verstärkt, sodass Anfragen bereits direkt an die Hauptkoordinatorin des Transfercafés gerichtet worden seien.

Eine Stadt sei an wirtschaftlichem Fortschritt und der Schaffung von Arbeitsplätzen interessiert. Hierzu könne das Transfercafé beitragen, indem gute Ideen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft getragen würden. Das Transfercafé könne zu einer festen Größe werden, an die sich Unternehmen wenden, wenn sie Kontakt zur Wissenschaft suchen. Hierzu folgende Aussagen:

„Es ist jedem klar, dass Deutschland ein Land ist mit Köpfen und nicht mit Rohstoffen. Das ist sozusagen unser Kapital […]. Das ruft das Transfercafé auch ins Bewusstsein. Das kam auch in der Berichterstattung so rüber. Und dementsprechend ist es sehr, sehr wichtig, dass das von den Medien auch immer wieder aufgegriffen, thematisiert wird auf regionaler Ebene […]. Leute, die willens sind eine Ausgründung anzugehen, die nehmen das ja wahr und werden dadurch noch einmal gepusht“ (TC IV).

„Das Transfercafé – ich denke durch die gute Öffentlichkeitsarbeit – ist auch als Bestandteil dieser Stadt der Wissenschaft wahrgenommen worden“ (TC III).

Mit dem Transfercafé werde entsprechend der zweiten Säule des Antrags das Ziel verfolgt, den Wirtschaftsstandort Mainz (und Rheinhessen) durch Impulse aus der Wissenschaft zu stärken und auf diese Weise auch einen nachhaltigen Beitrag für die Weiterentwicklung von Mainz als Wissenschaftsstadt zu leisten. Insbesondere der Bereich Medizin wird als Zukunfts-, Wachstumsund Exportbranche hervorgehoben. Die in Mainz vorhandenen Potenziale gelte es auszuschöpfen. Hierdurch könnten für die Stadt wichtige Effekte mit Blick auf Arbeitsplätze und damit verbundenes Wirtschaftswachstum erfolgen.

4.4.8 sümee zum Transfercafé

Die Einrichtung einer zentralen Stelle, die für den Wissensund Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verantwortlich zeichnet, ist ein wichtiges Element einer Wissenschaftsstadt und gerade mit Blick auf die hohe Zahl an wissenschaftlichen Einrichtungen und die vielfältigen Forschungsfelder innerhalb der Stadt Mainz notwendig. Sowohl aus den Gesprächen mit Vertretern der Wissenschaft als auch aus der Unternehmensbefragung geht der große Bedarf an einem verstärkten Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hervor. Auch von einer besseren Vernetzung der Wissenschaftseinrichtungen untereinander werden positive Effekte erwartet.

Wenngleich die Erwartungen der am Transfercafé beteiligten Wissenschaftseinrichtungen z.T. enttäuscht wurden und die Vernetzung in die Wirtschaft hinein nicht im erhofften Ausmaß erfolgte, sind einzelne Vernetzungsaktivitäten zu beobachten. Einen wichtigen positiven Effekt des Transfercafés stellt die gute Vernetzung unter den beteiligten Wissenschaftseinrichtungen dar, ferner mit Einrichtungen wie der Wirtschaftsförderung, HWK oder ISB sowie mit bestehenden Netzwerken der Stadt. Es ist anzunehmen, dass sowohl das durch das Transfercafé vorangetriebene Marketing der Wissenschaftseinrichtungen als auch der neue Stellenwert des Themas Wissensund Technologietransfer bei am Transfercafé involvierten Personen – gerade aus dem Bereich des Veranstaltungsmanagements – dazu beitragen werden, Transferprozesse weiterhin durch entsprechende Aktivitäten wie Veranstaltungen – die bereits zum Zeitpunkt der Befragung in Planung sind – anzustoßen.

Das Transfercafé wird über das Wissenschaftsjahr hinaus weitergeführt. Die Homepage soll bestehen bleiben. Die innerhalb des Wissenschaftsjahres gemachten Erfahrungen der beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Ergebnisse der Unternehmensbefragung können zur konzeptionellen Weiterentwicklung beitragen. Die konkrete Form der Fortführung des Transfercafés sollte zunächst unter den beteiligten Wissenschaftseinrichtungen diskutiert und anschließend gemeinsam mit Akteuren aus Einrichtungen wie IHK und Wirtschaftsförderung abgestimmt und nach außen kommuniziert werden. Durch die Aktivitäten im Wissenschaftsjahr liegen bereits Ideen zur Verbesserung des Konzeptes vor, wie die intensivere Vorbereitung von wenigen Veranstaltungen, die gezieltere Ansprache von potenziell interessierten Akteuren aus der Wirtschaft sowie eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der lokalen Wirtschaft. Eine enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen, die ein ähnliches Aufgabenprofil haben, wie dem TZM oder dem Gründungsbüro ist zur Bündelung der Aktivitäten und zur Erreichung einer höheren Sichtbarkeit sinnvoll.

Die Unternehmensbefragung zeigt den hohen Bedarf und das Interesse der Wirtschaft an Kooperationen bzw. an einem Wissensund Technologietransfer mit der Wissenschaft. Die Tatsache, dass über die Hälfte der befragten Unternehmen als Kooperationshemmnis mit der Wissenschaft die Unkenntnis der Forschungsschwerpunkte anführt (59 %), und 47 % angeben, dass keine Kontaktperson persönlich bekannt ist, zeigt den Handlungsbedarf.[1] Durch die Umfrage konnten bereits Interessen an und Vorstellungen von einer Transferstelle durch die Wirtschaft aufgezeigt werden. Mit Blick auf die Fortführung des Transfercafés und eine etwaige Intensivierung der Aktivitäten ist die Durchführung einer repräsentativen Unternehmensbefragung ratsam, die als Grundlage für eine konzeptionelle Weiterentwicklung dienen sollte.

 
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