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Resümee zu den Gesamtbefragungen: Ergebnisse und Fortführung des Gesamtprojektes

Effekte des Titelgewinns auf die Stadt Mainz sind bereits in der Bewerbungsphase sichtbar geworden. Zu diesem Ergebnis kamen auch die Evaluatoren der Fachhochschule Osnabrück bei ihrer Untersuchung von Städten, die sich am Wettbewerb beteiligt haben (vgl. Kap. 3.1). In der Stadt Mainz zeigen sich Wirkungen insbesondere in den Bereichen Netzwerkbildung und Kommunikation zwischen Akteuren verschiedener Systeme. Diese Aspekte stellen wesentliche Voraussetzungen für eine positive Stadtentwicklung dar. Aber auch in Bereichen wie Imageentwicklung und Wissenschaftskommunikation sind – wie gezeigt werden konnte – Effekte zu erkennen. Hinsichtlich der Imagebildung wird insbesondere lokal eine stärkere Wahrnehmung des Faktors Wissenschaft bei zentralen Akteuren und – zumindest im Rahmen des Wissenschaftsjahres – in den Medien verzeichnet. Durch Stadt der Wissenschaft konnten vielfältige Projektideen und Veranstaltungsformate realisiert und neue Formen der Wissenschaftskommunikation entwickelt werden. Die Fortführung einiger Formate v.a. aber von Großprojekten soll langfristig die Wissenschaftsstadt bereichern und Strukturen schaffen. Die Chance wird erkannt, durch vor Ort gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Ergebnisse von Studien und insbesondere hierauf fußende Konsequenzen stehen jedoch noch aus. Im Bereich baulicher Maßnahmen werden mit dem Umweltbildungszentrum, dem Archäologischen Zentrum und dem Anbau am NHM weitere Wissensorte innerhalb der Stadt geschaffen. Notwenige bauliche Maßnahmen zur Unterstützung von Existenzgründern und insbesondere Spin-offs (bspw. in Form eines Technologieparks in Campusnähe) wurden nicht angegangen. Hier wird Handlungsbedarf gesehen, um die Stadt Mainz als Wissenschaftsstadt zu stärken.

Die im Rahmen der vorliegenden Untersuchung sowie der Zukunftskonferenz diskutierten Themenfelder entsprechen Bereichen, die auch in Konzepten zur wissensbasierten Stadtentwicklung als zentrale Handlungsfelder herausgestellt wurden. Die Ergebnisse sowohl der Untersuchung als auch der Zukunfts-konferenz (OLDENBURG 2012) bilden eine gute Bestandsaufnahme, stellen wichtige Handlungsbereiche heraus und liefern z.T. konkrete Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt Mainz. Die Frage, wie mit den vielen Anregungen umgegangen wird, wurde auch im Rahmen der Befragung aufgeworfen. Das weitere Vorgehen müsse nach der schriftlichen Zusammenfassung und Bündelung der Ergebnisse der Zukunftskonferenz im Lenkungsausschuss und der Wissenschaftsallianz diskutiert werden. Es sei in Kooperation mit der Stadt zu entscheiden, welche Handlungsfelder und Vorschläge weiterverfolgt werden könnten, in welchen Bereichen es sinnvoll und notwendig sei, weitere Prozesse einzuleiten, welche Schwerpunkte gesetzt würden und wie es über die nächsten Jahre und Jahrzehnte hinaus weitergehe. Es müsse definiert werden, welche Themen den Wissenschaftsstandort Mainz in besonderer Weise profilieren. So werden u.a. eine Einigung auf Forschungsschwerpunkte und ihre gemeinsam gesteuerte Weiterentwicklung als zentral erachtet. Die Umsetzung sei ein längerer Prozess, der klare Strukturen voraussetze. Der Antrag, den die Stadt Mainz im Rahmen ihrer Bewerbung um den Titel Stadt der Wissenschaft gestellt hat, sollte nach Meinung eines Mitgliedes des Lenkungsausschusses als strukturierte Grundlage für weitere Umsetzungen und Weiterentwicklungen dienen.

Z.B. könnten die im Antrag formulierten Säulen (Kommunale Bildungslandschaften, Arbeitswelten der Zukunft, Schauplätze des Wissens) sowie Maßnahmen, die im Rahmen des Wissenschaftsjahres angestoßen worden seien, weiterentwickelt werden. Mit Blick auf die Fortführung sei eine entsprechende finanzielle Unterstützung der Stadt und des Landes unabdingbar. Die Weiterbearbeitung der Themen sei mit einem hohen Aufwand verbunden, den die Stadt nicht alleine leisten könne. Vom Wissenschaftsministerium gebe es bislang noch keine konkrete Kommunikation. Zentral sei die Frage, wie die Nachhaltigkeit von Stadt der Wissenschaft erreicht werde könne:

„Wie kriegt man Projekte generiert und auch finanziert? Und hält damit auch die Motivation der Leute aufrecht?“ (LA V).

„Wir sollten es [Stadt der Wissenschaft] fortführen in komprimierter Art an einem Standort. Ob das jetzt eine Institution ist, die das leitet, oder ob es die öffentliche Hand ist, muss von jemand anderem entschieden werden. Es müssen finanzielle Mittel bereitgestellt werden, dabei ist ausschlaggebend in welcher Höhe. Und dann kann man darüber reden, ob man diese Netzwerkstruktur nochmal in eine neue überführt bzw. entstandene Netzwerke bündelt“ (AK VI).

Aus Sicht mehrerer befragter AK-Leiter seien Prozesse einer Fortführung und Weiterentwicklung zeitnah einzuleiten.

„Das Problem ist der zeitliche Hintergrund, wenn wir zu lange warten, ist der Effekt verpufft“ (AK VI).

„Wenn Sie ein durchaus erfolgreiches Projekt einmal unterbrechen […] haben Sie große Schwierigkeiten, es bei Bedarf dann wieder in Gang zu setzen“ (AK IV).

Nachdem in den vorangegangenen Unterkapiteln die Ergebnisse der beiden Gesamtbefragungsrunden dargestellt wurden, widmen sich die folgenden Unterkapitel der Evaluation von einzelnen zentralen Maßnahmen und Aktivitäten, die sich jeweils einer der drei Säulen zuordnen lassen, auf denen der Antrag der Stadt Mainz beruht.

 
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