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4.2.9 Finanzierung des Gesamtprojektes

Im Bereich Finanzen und Sponsoring konnte neben der Finanzierung des Gesamtprojektes und der damit verbundenen Akzeptanz von Stadt der Wissenschaft bei den Sponsoren erhoben werden, inwieweit die zur Verfügung stehenden Mittel für das Gesamtvorhaben angemessen sind, welche Impulse von ihnen ausgehen und welche Probleme sich ergeben haben.

Die Finanzierung des Gesamtprojektes setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Ÿ 250.000 € Preisgeld des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft

Ÿ 250.000 € Landeshauptstadt Mainz

Ÿ 400.000 € rheinland-pfälzisches Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur

Ÿ > 500.000 € Sponsoring (zzgl. Sachsponsoring)

Ÿ ca. 750.000 € Mainzer Wissenschaftsallianz (vgl. Landeshauptstadt Mainz 2012b: 21).

Nicht aufgeführt seien in dieser Übersicht Sachmittel, erklärt die Projektkoordination. Auch hätten Institutionen insbesondere durch die Bereitstellung ihrer Mitarbeiter in höherem Umfang Mittel zur Verfügung gestellt, als die Zahlen vermuten ließen:

„Z.B. Raummieten, die erlassen werden. Die große Spektrale findet in der Rheingoldhalle satt. Und die Rheingoldhalle kann dafür in diesen fünf Wochen kostenfrei genutzt werden. Das ist ein immenser Posten von allein 300.000 Euro“ (SA I).

Die Sponsoren werden untergliedert nach:

Ÿ Hauptsponsoren (z.B. Boehringer Ingelheim, Entega, SCHOTT, Stadtwerke Mainz) (> 50.000 €)

Ÿ Hauptspendern (z.B. Mainzer Volksbank, Sparkasse Mainz)

Ÿ Medienpartnern (z.B. Allgemeine Zeitung (AZ), SWR, Ströer)

Ÿ Partnern für die Projekte Stadt der Wissenschaft (z.B. Mainzer Wissenschaftsallianz,

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Congress Centrum Mainz, Alexander Karl-Stiftung)

Ÿ Premiumsponsoren (z.B. LBS, Wohnbau Mainz) (10.000 bis < 50.000 €)

Ÿ Premiumspendern (z.B. Strecker Stiftung)

Ÿ Unterstützern (z.B. Ditsch, Heidelberg Cement, IBM) (> 10.000 €)

Ÿ Spendern (z.B. Commerzbank, AOK) (vgl. Landeshauptstadt Mainz 2011b).

Die Sponsoring-Anfragen seien von Seiten der Stadt gestellt worden. Darüber hinaus hätten sich Persönlichkeiten der Stadt engagiert, indem sie versucht haben, Unternehmen und andere einflussreiche Personen zu gewinnen. Trotz der schlechten Finanzsituation seien die Akzeptanz und der Zuspruch nach Aussagen des Kuratoriumsvorsitzenden auf Seiten der Wirtschaft sehr hoch gewesen und hätten sich in einer unerwartet großen Spendenbereitschaft niedergeschlagen, wenngleich die Akquise von Sponsorengeldern z.T. langwierig und mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden gewesen sei. Z.T. sei die Bereitstellung von Sponsorengeldern auch an eigene Projekte gebunden, die im Rahmen von Stadt der Wissenschaft durchgeführt werden. Die Projektkoordination berichtet vom Einwerben der Sponsorengelder:

„Diejenigen, mit denen wir die Termine hatten, waren alle sehr begeistert. Gerade auch die Banken und die Unternehmen vor Ort haben gesagt, dass das ein wichtiger Titel ist für Mainz, dass sie viele Chancen sehen, dass ihnen die Bewerbung, die Ziele sehr gut gefallen haben und das Vorhaben unterstützenswert finden. Vom Gefühl und der Sympathie her hatten wir alle gleich auf unserer Seite“ (SA I).

Neben Sponsoren hätten Stadtrat und Landesregierung überzeugt werden müssen, entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Beteiligung am Wettbewerb überhaupt zu ermöglichen. Die Ungewissheit über die zur Verfügung stehenden Mittel sei für die Planung nicht unproblematisch gewesen:

„Es war ein schwieriger Prozess der Überzeugungsarbeit, den wir im Stadtrat leisten mussten. Ohne die Landesregierung hätten wir uns an dem Wettbewerb nicht beteiligen können, da sie die bestehende Finanzlücke der Stadt gedeckt hat. Das war ein Problem, mit dem wir lange zu kämpfen hatten, da wir nicht wussten, was wir tatsächlich umsetzen können. Die Beteiligung der Sponsoren hat uns dann überrascht. Auch die Universität konnte Gelder umwidmen; die Universitätsmedizin hat gesagt:

‚Wir nutzen das jetzt für eine Informationskampagne.' Und auf einmal kam ein Prozess in Gang, durch den wir uns auf diese Summe von zwei Millionen bewegen. Das ist ein Betrag, der benötigt wird, um nachhaltig etwas zu erreichen und zu verändern“ (LA I).

Ob sich auch über 2011 hinaus Sponsoren an Projekten und Veranstaltungen beteiligen werden, können die Befragten zum Zeitpunkt der ersten Befragung schlecht beurteilen, wenngleich sie die Wahrscheinlichkeit als hoch einschätzen. Die künftige Beteiligung der Sponsoren an Projekten werde je nach Projekt und Sponsor sehr unterschiedlich ausfallen und auch vom Erfolg der Zusammenarbeit im Rahmen des Wissenschaftsjahres abhängen, so die Vermutung im Rahmen der ersten Befragungsrunde. Es bestehe die Hoffnung, insbesondere für langfristig angelegte Projekte, auch über 2011 hinaus Unterstützung aus der Wirtschaft zu erhalten. Hierzu folgende Aussage:

„Die Kooperationen werden bleiben. Das Bewusstsein für das, was in der Stadt geschieht, was einzelne Institutionen leisten, wird durch 2011 größer werden und auch bei den Sponsoren und in den Institutionen nachwirken. Damit meine ich auch ganz bewusst nicht nur die Sponsoren, sondern auch tatsächlich die Verknüpfungen der Institutionen untereinander, die sich ja durchaus helfen können, weniger durch die Bereitstellung finanzieller Mittel als bspw. mit Räumen und Manpower“ (K I).

Die hohe Resonanz auf die Sponsoring-Anfragen spricht auch für eine breite Akzeptanz des Faktors Wissenschaft. Die Gewinnung und Einbindung zentraler Akteure, die als Sponsoren aber auch als Multiplikatoren auftreten, stellt einen wichtigen Aspekt auch für die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt dar.

 
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