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4.2.7 Etablierung und Institutionalisierung von Netzwerken

Um langfristig von den vielfältigen Vorteilen der entstandenen Netzwerke profitieren zu können, stelle sich im Nachgang des Wissenschaftsjahres die Frage der Etablierung bzw. Institutionalisierung von Netzwerken. Eine Institutionalisierung der Netzwerke wird von vielen Befragten als sinnvoll und notwendig erachtet, um eine Nachhaltigkeit zu erreichen. Die Form und Verortung der Netzwerke bleiben jedoch unklar.

Im Bildungsbereich trage die Transferstelle Bildung für mindestens drei Jahre für eine nachhaltige Zusammenarbeit Sorge. Städtische Einrichtungen und Ämter wie die Schulentwicklungsund Bildungsplanung seien Ansprechpartner für die Transferstelle. Nach 2011 habe es bereits gemeinsame Treffen gegeben, um zu klären, wie einzelne Projekte fortgeschrieben werden können, so der Leiter des AK Gesellschaft. Ein enger Austausch und eine enge Zusammenarbeit seien durch Studien nachhaltig gesichert. An der Fortführung einzelner Projekte bzw. Studien, wie der Übergangsstudie, hätten sowohl die Universität als auch die Stadt Interesse, beide Partner profitierten. Im Bereich Bildung als Querschnittsthema seien die Bildungssegmente miteinander verkoppelt.

Im Umweltbereich bestünden Netzwerke vornehmlich auf Ebene des persönlichen Austauschs. Eine Institutionalisierung von Netzwerken solle künftig über das Umweltbildungszentrum erfolgen. Aufgrund von Stadt der Wissenschaft seien die Mitglieder des AK Umwelt mit verschiedenen Gruppierungen ins Gespräch und mit unterschiedlichen Themenbereichen in Berührung gekommen, die verknüpft und in die Arbeit des Umweltbildungszentrums eingebracht werden sollten. Die Planung von Ausstellungen mit verschiedenen Gruppen sei angelaufen, so der Leiter des AK Umwelt.

Der AK Jugend sei weiterhin sehr aktiv. Auch der Unter-AK Farben existiere weiterhin. Der Leiter des AK Jugend berichtet nach dem Wissenschaftsjahr:

„Es läuft eigentlich alles wie bisher weiter, nur mit etwas reduziertem Umfang oder Aufwand, weil die Geldmittel nicht mehr zur Verfügung stehen“ (AK IV).

Nach den positiven Erfahrungen mit dem Projekt zeit.fenster werde die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren des AK Kultur mit Sicherheit weitergehen, so der Leiter. Sie habe beim Großteil der Mitglieder nicht nur für dieses Projekt bestanden. Kooperationen habe es bereits vor dem Wissenschaftsjahr zu gemeinsamen Themenstellungen gegeben – z.B. zwischen dem RGZM und Akteuren wie der FH Mainz oder der JGU (z.B. den Geowissenschaften oder dem Institut für geschichtliche Landeskunde) – diese seien jedoch verdichtet worden. Die FH Mainz habe sich im Wissenschaftsjahr als wichtiger Akteur im Bereich der Vermittlungskompetenz positioniert und diese in verschiedene Projekte eingebracht, berichtet der Leiter des AK Kultur weiter. Viele Akteure hätten angekündigt, die Zusammenarbeiten weiterzupflegen und suchten gemeinsame Projekte, mit Möglichkeiten zur Verstetigung. Das NHM habe – resultierend aus Stadt der Wissenschaft – einen Kooperationsvertrag mit der FH Mainz geschlossen. Der Abschluss von Kooperationsverträgen sei jedoch nicht immer überprüfbar, so ein anderer AK-Leiter:

„Wir können nur die Verbindung oder den Kontakt herstellen. Was daraus wird, ist dann auch wieder ein längerfristiger Prozess“ (AK VI).

Im Bereich Wirtschaft wird davon ausgegangen, dass lediglich in Teilbereichen Netzwerke, die entstanden seien, auch über das Wissenschaftsjahr hinaus aktiv sein würden. Aus Sicht des AK-Leiters sei Stadt der Wissenschaft für manche Akteure aus der Wirtschaft nur ein Projektjahr gewesen. Andere Unternehmen hätten Interesse, Netzwerke zu vertiefen. Gerade in Bezug auf Forschungsarbeiten würden sie eine Internetplattform begrüßen, auf der sich Studierende informieren können, was Unternehmen suchen, um ihre Forschungsarbeiten auf diese Bedürfnisse ausrichten zu können. Forschungsarbeiten könnten dazu genutzt werden, stärker mit Blick auf den industriellen Nutzen zu forschen, so der Leiter des AK Wirtschaft und könnten zu einer Win-Win-Situation führen.

Dass die Aktivitäten nicht in der Intensität von 2011 weitergeführt werden können, betonen viele Befragte. Nach dem Wissenschaftsjahr, das massiv von Netzwerkarbeit und gemeinsamen Aktivitäten geprägt gewesen sei, haben sich Netzwerkaktivitäten z.T. erst einmal abgeschwächt. Viele Akteure – insbesondere die Hauptakteure – müssten sich zunächst wieder auf hausintere Aufgaben konzentrieren. Die meisten AK planten nach Meinung des AK-Leiters Kultur in unmittelbarer Zeit keine Aktivitäten. Die AK als Zusammenschluss von Einrichtungen aller Personen, die sich den jeweiligen Themen zugehörig fühlten, seien zunächst entstanden, um innerhalb des Wissenschaftsjahres gemeinsam Projekte realisieren zu können. Neue Ziele müssten nun definiert werden. Als Sammelpool von Institutionen und Personen könnten die AK für künftige Kooperationen partiell – je nach Arbeitsbzw. Interessensgebiet – aktiviert werden. Mit Blick auf die Fortführung von Kooperationen bzw. erfolgreichen Projekten stelle sich das Problem fehlender finanzieller Mittel oder auch fehlender Ausstellungsräume, so der Leiter des AK Jugend.

Trotz Rückgang der Aktivitäten würden durch die Fortführung vieler Projekte Kooperationen bestehen bleiben (s. Kap. 4.2.11), wie die zwischen dem Landesmuseum, dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und dem Institut für Mediengestaltung der FH Mainz durch das gemeinsame Projekt 3DVisualisierung des Mainzer mittelalterlichen Kaufhauses am Brand.

Nach Meinung einer Befragten des Lenkungsausschusses seien die Netzwerke, die im Rahmen von Stadt der Wissenschaft entstanden seien, eher „lockere Verbünde“ (LA IV). Aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten sei eine Institutionalisierung nicht einfach.

Für knapp ein Drittel der befragten AK-Mitglieder (32 %) sind im Rahmen von Stadt der Wissenschaft Kontakte in Mainz entstanden, die bereits zu Kooperationen über das Wissenschaftsjahr hinaus geführt haben. In einer offenen Frage werden vielfältige Kooperationspartner genannt, die sowohl auf die Bandbreite der AK-Mitglieder als auch die Vielfalt der involvierten Einrichtungen hinweisen: Von Hochschulen, Museen, Presse und Stadtverwaltung, Ministerien, Stif- tungen und Bildungseinrichtungen bis hin zum Forstrevier Lenneberg. Bei weiteren 8 % der Befragten seien Kooperationen in Planung. 26 % geben an, dass zwar Kontakte entstanden seien, das Kooperationspotenzial zum Zeitpunkt der Befragung jedoch nicht beurteilt werden könne.[1]

Ausdruck einer Institutionalisierung von Kooperationen zwischen FH Mainz und JGU, die durch das Wissenschaftsjahr erheblich gefördert wurden, seien aus Sicht mehrerer Befragter gemeinsame Vorhaben wie das Medienhaus und der im Wissenschaftsjahr gegründete junior campus mainz. Auch bestehende Netzwerke wie die Wissenschaftsallianz seien durch den Titelgewinn sehr stark zusammengewachsen und bildeten den „Nucleus allen Handelns rund um das Thema Wissenschaft in Mainz“ (LA V). Vor dem Hintergrund einer Etablierung und Institutionalisierung von Netzwerken stellt sich darüber hinaus die Frage der Fortführung der Organisationsstruktur bzw. einzelner Elemente von Stadt der Wissenschaft.

Mit seiner Entscheidung, allen städtischen Mitarbeitern unter den AKLeitern weiterhin Zeitkontingente zur Verfügung zu stellen, um ihre Arbeit weiterzuverfolgen, habe der Stadtrat die Fortführung der AK beschlossen und damit einen Akzent gesetzt, dass Stadt der Wissenschaft weitergehe, so ein AK-Leiter. Im AK Jugend, dessen Leitung an der JGU tätig sei, und im AK Umwelt seien in 2012 Leitungswechsel geplant, was ebenfalls als Indiz einer Fortführung angesehen werden könne. Die Projektgruppen hätten sich nach Beenden der Projekte weitgehend aufgelöst. Die Akteure gingen jedoch in die Überstruktur der AK zurück, aus denen heraus sie sich gegründet hätten, bis sich neue Projekte ergeben, die wiederum in kleineren Projektgruppen bearbeitet würden, erklärt ein Mitglied des Lenkungsausschusses.

Nach Aussagen der AK-Leiter vollziehe sich die Fortführung der AK zusammenfassend eher passiv, häufig erfolge nur die Weiterleitung von Informationen an den bestehenden Verteiler. Lediglich der AK Jugend sei als AK weiterhin aktiv. Zum großen Teil ist eine Ratlosigkeit der AK-Leiter hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung der Fortführung zu beobachten.

Der AK Medien ist der einzige AK, der seine Auflösung bekannt gegeben hat. Die Auflösung habe mehrere Ursachen, u.a. dass sich der AK trotz eigener Projekte eher als Dienstleister im Rahmen des Wissenschaftsjahres verstanden habe. Aus dem AK seien viele Anregungen zur Umsetzung von Projekten anderer AK erfolgt. Auch wenn der AK über 2011 hinaus nicht fortgeführt werde, liefen Ausstellungen, in die der AK involviert gewesen sei, weiter. Einzelne Gruppen würden gemeinsam weiterarbeiten, so die AK-Leitung. Wenn es wieder Projekte gebe, werde der AK erneut tagen.

Die Fortführung des AK Kultur sei zwar grundsätzlich geplant, aus Sicht des Leiters machten ein regelmäßiger Austausch bzw. Treffen jedoch nur Sinn, wenn es eine Agenda bzw. eine gemeinsame Aufgabenstellung gebe. Der AKLeiter erklärt zur Funktionsweise des AK:

„Der AK war ja sehr flexibel. Das war ein großer Kreis, von dem nie alle zur gleichen Zeit da waren, nie alle bei einem Projekt mitgemacht haben. Das war einfach eine große, lose Gruppe von Leuten, die sich vernetzt haben um zu überlegen, was man gemeinsam in diesem Jahr machen kann. Das ist gut. Da haben sich etliche kennengelernt, andere kannten sich schon. Und da werden jetzt vielleicht noch zehn Neue dazukommen, fünf wieder was anderes machen“ (AK III).

Der AK Jugend werde unter neuer Leitung fortgeführt. Die avisierte Leitung würde aufgrund ihrer sonstigen Tätigkeiten zu sinnvollen Verknüpfungen mit bestehenden Organisationen und zu einer Zusammenfassung diverser Schnittstellen führen. Die Form des AK sei die gleiche geblieben, so der Leiter. Es sei keine Institution formeller Art. Bereits im Februar 2012 habe ein Treffen stattgefunden, auf dem sich die Mitglieder abgestimmt hätten, wie es weitergehen solle und könne. Der Unter-AK Farben bestehe weiterhin und habe schon mehrere Zusammenkünfte nach 2011 gehabt.

Der AK Gesellschaft bestehe zunächst als Plattform weiter, über die die Mitglieder im Verteiler alle Informationen erhielten, die mit Stadt der Wissenschaft zu tun hätten, z.B. über die Fortführung von Projekten und über Folgeprojekte. Eine Rückmeldung von Seiten der Mitglieder zur Fortführung habe der Leiter nicht erhalten. Die vielen Folgeprojekte zeigten jedoch, dass die AKMitglieder nicht inaktiv seien.

„Das ist genauso, wie wir gearbeitet haben: Wir haben im Endeffekt Listen von den Projekten zusammengestellt und über die Informationsweitergabe diese Vernetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Und das passiert ja jetzt weiterhin. Das sind z.T. Projekte, die weitergeführt werden, z.T. sind es aber auch neue Sachen“ (AK I).

Die Fortführung des AK Umwelt unter neuer Leitung sei geplant, wenngleich bislang keine Treffen stattgefunden hätten.

Die Fortführung des AK Wirtschaft sei offen. Nach 2011 hätten keine Treffen stattgefunden. Die Ergebnisse der Zukunftskonferenz würden abgewartet, die Art und Weise der Fortführung sei unklar. Eine AK-Leitung erklärt, im AK Wirtschaft seien namhafte Firmen und Institutionen vertreten, dies sei aber noch ausbaufähig. Es müsse gelingen weitere Unternehmen für das Thema „Ausbau des Wissenschaftsstandortes“ (AK II) zu interessieren und zu gewinnen.

Auch der Lenkungsausschuss werde als zentrales Organ fortgeführt, u.a. um der operativen Ebene ein Forum zu bieten.

„Von den Mitwirkenden wurde geäußert, dass sie – neben den AK – gerne in einer übergeordneten Struktur die Möglichkeit haben wollen, über die AK hinaus zu kommunizieren. Und da werden wir als Stadt auch weiter Veranstaltungen machen“ (AK II).

Der Lenkungsausschuss habe sich 2012 bereits mehrere Male getroffen und bspw. die Zukunftskonferenz (vgl. Kap. 4.2.11) vorbereitet. Künftig stünden deren Nachbereitung an sowie Überlegungen bzgl. der weiteren Vorgehensweise. Auch die letzte Finanzabrechnung stehe noch aus. Der Lenkungsausschuss solle dafür Sorge tragen, weiterhin den Austausch zu gewährleisten und auftretende Probleme zu registrieren. So seien auch Sitzungen mit den AK-Leitern geplant. Der Lenkungsausschuss werde zentral die Aufgaben verteilen. In jeder Institution säßen Personen, die im Rahmen des Wissenschaftsjahres stark eingebunden gewesen seien. Die Mitglieder seien nach wie vor sehr engagiert, berichtet eine AK-Leitung.

In 2012 habe auch eine Sitzung des erweiterten Lenkungsausschusses mit dem Oberbürgermeister und den Präsidenten der FH Mainz und der JGU stattgefunden. Der Einbezug dieser Entscheidungsträger und die Tatsache, dass sie den Gesamtprozess mittragen würden, wird von vielen Befragten als entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung angesehen. Solche Akteure könnten politisch den Weg ebnen, Projekte und Maßnahmen aufsetzen. Dies bilde wiederum die Grundlage, um auf nachgeordneter Ebene weiterarbeiten zu können, so ein Mitglied des Lenkungsausschusses. Auf Basis der Ergebnisse der Zukunftskonferenz (vgl. Kap. 4.2.11) werde der erweiterte Lenkungsausschuss erörtern, welche Projekte weitergeführt und wie der Prozess insgesamt fortgesetzt würden.

Das Projektbüro sei aufgelöst worden. Mitarbeiter der Stadt, die im Projektbüro mitgearbeitet hätten, stünden jedoch weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Kontinuität solle auch an anderen Stellen wie der Universität durch bestimmte Personen gewährleistet sein. Dass das Projektbüro nicht mehr besetzt ist, wird mit Blick auf die Fortführung von vielen Befragten als problematisch empfunden. Auch wenn die Mitarbeiter der Stadt als Ansprechpartner zur Verfügung stünden, habe die Stadt eine Vollzeitkraft verloren, die sich ausschließlich dem Thema Wissenschaftsstadt Mainz gewidmet und über alle Informationen verfügt habe. Hierdurch bestehe die Gefahr, dass Stadt der Wissenschaft in seine Einzelaspekte zerfalle, der Gesamtzusammenhang verloren gehe, so ein AK-Leiter.

Das Kuratorium sei gegründet worden, um Stadt der Wissenschaft 2011 zu begleiten und habe seine Abschlusssitzung Ende 2011 gehalten. Die Mitglieder

würden zu größeren Veranstaltungen jedoch nach wie vor eingeladen und über wichtige Ereignisse informiert.

Bezüglich einer Fortführung der Organisationsstruktur von Stadt der Wissenschaft bzw. Möglichkeiten der Institutionalisierung bestehender Netzwerke wird häufig auf den Lenkungsausschuss und die Wissenschaftsallianz verwiesen. Sie müssten über die weitere Vorgehensweise entscheiden und darüber, ob die AK unter dem Dach der Wissenschaftsallianz zusammengeführt werden, damit eine breite Plattform entstehen könne, um unter Einbezug verschiedener Akteure die weiteren Entwicklungen der Wissenschaftsstadt zu planen und anzustoßen. Die Wissenschaftsallianz sei dabei, sich neu zu konstituieren und werde 2012 auf Vereinsbasis gestellt. Durch die Einrichtung einer Geschäftsstelle, die auch als Effekt des Wissenschaftsjahres gewertet wird, sei eine stärkere Professionalisierung und Verstetigung gegeben, woraus eine höhere Wertschätzung resultiere. Veranstaltungen der einzelnen Wissenschaftseinrichtungen wie der Wissenschaftsmarkt sollten künftig über die Geschäftsstelle der Wissenschaftsallianz organisiert werden, berichtet ein Mitglied des Lenkungsausschusses. Dies führe zu einer Entlastung der Wissenschaftseinrichtungen und zugleich zu einem Qualitätssprung. Positiv zu verzeichnen sei, dass neben Hochschulen und in der Region ansässigen Unternehmen Bildungseinrichtungen, wie das NHM, der Wissenschaftsallianz beigetreten seien. Die Stadt sei kooptiertes Mitglied. Die Bildung eines Wissensnetzes, in dem die Netzwerke und die Beteiligten zusammengeführt werden – eine Idee der Stadt Mainz – werde derzeit diskutiert, so ein Mitglied des Lenkungsausschusses. Hierdurch könne eine übergeordnete Struktur für die AK geschaffen werden.

Von Seiten der Wissenschaftsallianz ist es nach Rücksprache mit deren Sprecher allerdings nicht geplant, als institutionelle Basis zu dienen, um die im Rahmen von Stadt der Wissenschaft entstandenen Strukturen bzw. Organisationselemente und Netzwerke zu institutionalisieren und auf diese Weise fortzuführen. Mitglieder der Wissenschaftsallianz seien wissenschaftlich Tätige. Bei Stadt der Wissenschaft sei ein viel größerer Personenkreis eingebunden gewesen. Die Personen bzw. Gruppen könnten nicht alle in die Wissenschaftsallianz aufgenommen werden, da dies nicht ihrem Profil und ihren Zielen entspreche. Auch organisatorisch sei die Betreuung nicht zu leisten. Der Befragte erklärt:

„Wir als Wissenschaftsallianz können das natürlich nicht machen. Wenn wir die [Organisationseinheiten von Stadt der Wissenschaft / AK] integrieren, würde man von außen sagen: ‚das ist ja keine Wissenschaftsallianz mehr – das ist ein Netzwerk allgemeinerer Natur'. Das wollen wir nicht. Vergleichbare Wissenschaftsallianzen achten sehr genau darauf, dass ihre Mitglieder auch wirklich wissenschaftlich arbeiten. Ansonsten würden wir diesen Gedanken sehr stark verwässern“ (SA II).

Die Netzwerke seien jedoch durch gemeinsame Aktivitäten miteinander verbunden. Zudem seien AK-Mitglieder z.T. auch Mitglieder der Wissenschaftsallianz. Die Stadt sei in der Pflicht, aber personell und finanziell nicht in der Lage, sich der Fortführung der Organisationsstrukturen zu widmen.

Eine übergeordnete Struktur – zur Weiterführung und Institutionalisierung der Netzwerke sowie Kommunikationsund Austauschprozesse – sei von Seiten der Stadtverwaltung allein nicht geplant, erklärt der Kuratoriumsvorsitzende. Die Stadt arbeite jedoch an einer Konzeption für ein Haus des Wissens, zur Verortung der Netzwerke. Hier sei jedoch die schwierige Haushaltssituation zu bedenken. Auch die Museumslandschaft in Mainz werde bei der Konzepterstellung berücksichtigt (vgl. Kap. 5.1). Für Wissenschaftsund Bildungseinrichtungen stelle in wirtschaftlicher Hinsicht die Investorenleitstelle[2] die zentrale Anlaufstelle dar. Für die Kommunikation des Themas Wissenschaft trage die Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Sorge, u.a. durch die Homepage mit dem Veranstaltungskalender.

  • [1] n = 53
  • [2] „Die Investorenleitstelle der Stadtverwaltung Mainz ist die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, welche sich in Mainz ansiedeln möchten oder für bereits ansässige Firmen, welche am Standort expandieren wollen“ (Landeshauptstadt Mainz 2014m)
 
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