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Methodenkritik

Hinsichtlich der gewählten Vorgehensweise ist anzumerken, dass durch die Auswahl der Befragungsgruppe diejenigen erreicht wurden, die aktiv in Prozesse des Wissenschaftsjahres eingebunden waren und somit am besten geeignet sind die Situation zu bewerten, dies jedoch zugleich eine gewisse Befangenheit bedeuten kann und kritische Stimmen ggf. unterrepräsentiert bleiben, auch hinsichtlich der Evaluation der Transferstellen. Insgesamt wurden nur Akteure der Stadt Mainz befragt, wodurch Einschätzungen zur Außenwirkung des Titelgewinns, gerade mit Blick auf die Imageentwicklung der Stadt Mainz als Wissen-schaftsstadt, lediglich auf Annahmen aus der Innenperspektive heraus beruhen. Darüber hinaus sind die Befragten weit überwiegend wissenschaftsnahe Personen, die Wissenschaft stärker wahrnehmen und ggf. positiver und wichtiger beurteilen, als wissenschaftsferne Bevölkerungsteile. Mit Blick auf die Validität der Ergebnisse, v.a. der Online-Befragungen, sind die kleinen Fallzahlen zu berücksichtigen.

Zwischen den beiden Befragungszeitpunkten der Gesamtbefragungen sind lediglich geringe Änderungen in den Einstellungen und Einschätzungen der Akteure zu verzeichnen. Das ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass der erste Befragungszeitpunkt bereits nach Erlangen des Titels lag. Effekte, die aus der Zeit der intensiven Vorbereitungsphase resultieren, konnten somit nur rückblickend erfasst werden. So haben sich nach Aussagen der Befragten Netzwerke bereits in hohem Maße in dieser Phase entwickelt oder intensiviert. Während die erste Befragungsphase früher hätte angesetzt werden können, um Vorher/ Nachher-Effekte zu messen, war die zweite Befragungsphase im Jahr 2012 früh anberaumt bzw. hätte ggf. durch eine dritte, eventuell vier Jahre später, ergänzt werden können, um langfristige Wirkungen feststellen zu können.

Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass die von der Stadt Mainz in ihrem Wettbewerbsantrag formulierten Ziele breit angelegt, z.T. auch vage und dadurch schwer operationalisierbar sind.

Der beschriebene Untersuchungsansatz wurde vor dem Hintergrund der konzeptionellen Ansätze und Modelle, der Ausschreibung Stadt der Wissenschaft und des im Antrag beschriebenen Konzeptes der Stadt Mainz entwickelt, indem zentrale Aspekte der Ansätze und Dokumente in die Befragungen aufgenommen wurden. Im Forschungsdesign dominiert die qualitative Befragung in Form von leitfadenorientierten Experteninterviews. Ergänzend wurden quantitative Befragungen in Form von Online-Befragungen mithilfe standardisierter Fragebögen durchgeführt. Der Methodenmix ermöglicht die Erreichung unterschiedlich großer Akteursgruppen in unterschiedlicher Intensität. So konnten durch die Experteninterviews zentrale Akteure ausführlich befragt werden. Die OnlineBefragungen bilden eine sinnvolle Ergänzung, um größere Gruppen zu erreichen. Auf diese Weise konnten die Meinungen von den AK-Mitgliedern sowie den Nutzern des Transfercafés erfasst werden, die Zugang zu anderen Informationskanälen besitzen. Das Untersuchungsdesign wird durch die Analyse zentraler Dokumente, insbesondere des durch die Stadt Mainz eingereichten Antrags, vervollständigt.

Die wissenschaftliche Methode zur Auswertung des Datenmaterials bzw. der leitfadenorientierten Experteninterviews ist angelehnt an den Modellvorschlag von MEUSER und NAGEL (1991), die Entwicklung und Durchführung ergänzend an MAYER (2004) (s.u.). Die Auswertung der quantitativen Befragung basiert – aufgrund der geringen Fallzahlen – auf deskriptiven Statistiken / Häufigkeitsverteilungen und einfachen Zusammenhangsanalysen. Im Folgenden wird mit Bezug auf die vorliegende Arbeit kurz auf die Methode des leitfadenorientierten Experteninterviews eingegangen, bevor die Ergebnisdarstellung erfolgt.

 
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