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Säule 2. Arbeitswelten der Zukunft: Transfercafé

Um die Ziele der zweiten Säule zu erreichen (u.a. Schaffung von Arbeitsplätzen, stärkere Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, vgl. Kap. 3.3), stellt das Transfercafé als Transferstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine zentrale Maßnahme dar. Dem Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird auch im Rahmen der konzeptionellen Ansätze (z.B. Modus 2 der Wissensproduktion, Triple Helix-Modell und Clusterkonzept) eine wichtige Rolle beigemessen. In einer ersten Befragungsrunde mit den Ansprechpartnern der hauptsächlich am Transfercafé beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen (FH Mainz, JGU, Universitätsmedizin, KH, IMM) wurde in Einzelgesprächen erfasst, welche Ziele mit dem Transfercafé verbunden sind, welche Maßnahmen geplant

sind, welche Erwartungen die Befragten an das Projekt stellen und wie der Status quo im Bereich des Wissensund Technologietransfers zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Stadt Mainz bzw. in den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt Mainz ist.[1] Die erste Befragungsrunde wurde kurz nach Eröffnung des Transfercafés (März / April 2011) durchgeführt.

In einer abschließenden Gesprächsphase – nach Abschluss des Wissenschaftsjahres (März / April 2012) – wurden die Ansprechpartner der beteiligten Wissenschaftseinrichtungen erneut in Einzelgesprächen[2] gebeten, Bilanz zu den bisherigen Projektaktivitäten zu ziehen und Empfehlungen für die weitere Entwicklung sowie die zukünftige Struktur und Ausrichtung des Transfercafés zu formulieren. [3]

Neben den Gesprächen mit Vertretern der Wissenschaftseinrichtungen wurden Mainzer Unternehmen mittels einer Online-Befragung (Oktober / November 2011) zu ihrem Kooperationsverhalten, d.h. zu ihrer Kooperationsneigung sowie bestehenden und gewünschten Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, befragt. Zudem wurde das Transfercafé einer Bewertung unterzogen, und es konnten Wünsche bezüglich der Form des Austauschs zwischen Wirtschaft und Wissenschaft seitens der Unternehmen formuliert werden (vgl. Tab. 8). Der standardisierte Fragebogen orientiert sich z.T. an vergleichbaren Studien[4]. Er beinhaltet qualitative und quantitative Aspekte und enthält sowohl geschlossene als auch halb offene und offene Fragen. Durch die offenen Fragen bestand die Möglichkeit, Anregungen z.B. zur Gestaltung des Transfercafés von den Unternehmen zu erhalten.[5]

Tabelle 8: Gliederung und Inhalt des Fragebogens der Unternehmensbefragung

Teil

Überschrift

Inhalt

1

Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen

Ÿ Wichtigkeit von Wissensund Technologietransfer

Ÿ Bereitschaft mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu kooperieren

Ÿ Abfrage vorhandener und gewünschter Kooperationen

Ÿ Formen des Wissenstransfers

Ÿ Vorteile und Hemmnisse von Kooperationen

2

Transfercafé

Ÿ Bewertung des Transfercafés

Ÿ bisherige Teilnahme an Veranstaltungen

Ÿ durch das Transfercafé entstandene Kontakte

Ÿ Erwartungen und Wünsche an die Arbeit des

Transfercafés

3

Ihr Unternehmen

Ÿ Abfrage von Unternehmensdaten

Die Einladung zur Teilnahme an der Umfrage, die per E-Mail erfolgte, beinhaltete einen zur Befragung führenden Link. Auch bei dieser Befragung wurde eine TAN-basierte Lösung gewählt.

Die E-Mail-Adressen der Unternehmen wurden der Verfasserin seitens der Wirtschaftsförderung der Stadt Mainz zur Verfügung gestellt. Im Verteiler waren überwiegend Unternehmen aus der Medien(inkl. Informationsund Kommunikationstechnologie) und Gesundheitsbranche (inkl. Pharmabereich) vertreten. Der Verteiler bildet damit zwar nicht die Grundgesamtheit aller Unternehmen ab, nimmt jedoch zwei Schwerpunktbranchen der Stadt in den Blick. An der Befragung nahmen 38 Unternehmen[6] teil. Die Stichprobe liefert wichtige Informationen zum Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft aus Sicht der Unternehmen.

Hinsichtlich der spezifischen Merkmale der befragten Gruppe[7] lässt sich neben der Branchenzugehörigkeit festhalten, dass insbesondere kleine Unter-nehmen vertreten sind (37 % unter 5 Mitarbeiter, 20 % 5 bis 10 Mitarbeiter), aber auch größere Unternehmen (17 % 101 bis 500 Mitarbeiter) nahmen an der Befragung teil.[8] Die Jahresumsätze der an der Befragung beteiligten Unternehmen am Standort Mainz im Jahr 2010 liegen v.a. zwischen 100.000 € bis 500.000 € (24 %) sowie zwischen 1.000.000 € bis 10.000.000 € (21 %).[9]

38 % der befragten Unternehmen wurden zwischen 2002 und 2011 gegründet, ebenfalls 38 % vor 1987. Die restlichen 24 % zwischen 1987 und 2001.[10] Ähnlich verhält es sich mit der Ansiedlung am Unternehmensstandort Mainz (vgl. Anhang Nr. 11).

  • [1] Gesprächsleitfaden zur ersten Befragungsrunde des Transfercafés siehe Anhang Nr. 8
  • [2] Eine Person hat die Fragen schriftlich beantwortet
  • [3] Gesprächsleitfaden zur zweiten Befragungsrunde des Transfercafés siehe Anhang Nr. 9
  • [4] Vgl. BLUME und FROMM 2000a: 129ff. und BLUME und FROMM 2000b: 109ff
  • [5] Fragebogen der Unternehmensbefragung siehe Anhang Nr. 10
  • [6] Eine Rücklaufberechnung ist nicht möglich, da der zur Verfügung gestellte Verteiler nicht ausschließlich Adressen von Unternehmen enthält, sodass die Grundgesamtheit nicht exakt zu definieren ist. Zur Teilnahme an der Online-Befragung wurden aber explizit nur Unternehmen aufgefordert
  • [7] Da die in der Befragung erhobenen Merkmale der Unternehmen keine Einflüsse auf die Ergebnisse haben, erfolgen ausführlichere Informationen zu den befragten Unternehmen im Anhang Nr. 11
  • [8] n = 35
  • [9] n = 33
  • [10] n = 37
 
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