Desktop-Version

Start arrow Sozialwissenschaften arrow Wissenschaftsbasierte Stadtentwicklung

< Zurück   INHALT   Weiter >

Gesamtbefragungen

Im Rahmen der beiden Erhebungsphasen der sogenannten Gesamtbefragungen wurden vor und nach Durchlaufen des Wissenschaftsjahres jeweils Akteure aller Elemente der Organisationsstruktur des Stadt der Wissenschaft-Gesamtprojektes befragt.

Im September 2010 wurden erste Gespräche aufgenommen, um den Status quo und insbesondere erste Ansätze einer Netzwerkbildung in der Vorbereitungsphase auf Stadt der Wissenschaft sowie mit dem Titelgewinn verbundene Ziele und Erwartungen zu eruieren.

So wurden mit allen sechs AK-Leitern persönliche leitfadenorientierte Gespräche geführt, drei Mitglieder des Lenkungsausschusses standen zur Verfügung sowie die Projektkoordination. Der Vorsitzende des Kuratoriums beantwortete die Leitfragen schriftlich.

Die Fragen der Gesprächsleitfäden[1] beziehen sich zunächst auf die Bildung und Zusammensetzung der Organisationsstruktur des Stadt der WissenschaftGesamtprojektes sowie auf Ziele, Aufgaben und Funktionsweisen der Organisa-tionseinheiten. Einen zentralen Aspekt bildet die bisherige und noch zu erwartende Veränderung der Kommunikation und Zusammenarbeit bzw. Netzwerkbildung zwischen Organisationseinheiten und gesellschaftlichen Subsystemen durch die Bewerbung und den Titelgewinn. Zudem wurden die Akteure befragt, welche der im Antrag formulierten Ziele aus ihrer Sicht am bedeutendsten für die Stadt Mainz sind und welche Projekte geeignet erscheinen, die Ziele zu erreichen und nachhaltig zu sichern. Auch Einschätzungen zur Nachhaltigkeit von im Rahmen des Programms initiierten Projekten und Veranstaltungsformaten wurden in diesem Zusammenhang abgefragt. Des Weiteren wurden Informationen zur Kommunikationsstrategie im Rahmen des Wissenschaftsjahres, zu Finanzierung / Sponsoring und Verbesserungspotenzialen bzw. Stärken und Schwächen hinsichtlich der Konzeption des Gesamtprojektes erhoben. Abschließend wurden die Akteure nach ihren Erwartungen mit Blick auf Effekte und nachhaltige Wirkungen durch den Titelgewinn auf die Stadtentwicklung befragt.

Im Februar / März 2011 wurde im Rahmen der ersten Gesamtbefragung zudem die erste Online-Befragung[2] der AK-Mitglieder durchgeführt. Hierfür wurden die AK-Mitglieder über den E-Mail-Verteiler der AK angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Die E-Mail beinhaltete einen zur Online-Befragung führenden Link. Um die Anonymität der Befragten gewährleisten zu können und gleichzeitig Mehrfachteilnahmen auszuschließen, wurde eine TAN-basierte Lösung gewählt, bei der jedem Befragten eine TAN mitgeteilt wird, die nur einmal gültig ist. Innerhalb des Befragungszeitraumes erhielten diejenigen AKMitglieder, die noch nicht geantwortet hatten, eine automatische Erinnerungsmail. Hierdurch konnte der Rücklauf gesteigert werden.

Mit dem Fragebogen[3], der in sechs Teile gegliedert ist (vgl. Tab. 6), erfolgte – angelehnt an den Leitfaden der Expertengespräche – u.a. die Erfassung der

bisherigen Netzwerkbildung sowie der erwarteten Effekte des Titelgewinns auf die Stadtentwicklung. Der standardisierte Fragebogen beinhaltet quantitative und qualitative Aspekte und weist sowohl geschlossene als auch halb offene und offene Fragen auf. Die offenen Fragen ermöglichten, Anregungen von Seiten der AK-Mitglieder zu erhalten.

Um über einen Abgleich der Ergebnisse der ersten sowie der nach Abschluss des Wissenschaftsjahres folgenden zweiten Befragungsrunde Entwicklungen und Einstellungsveränderungen einzelner Akteure erfassen zu können, wurde im Rahmen der Online-Befragung ein sogenannter persönlicher Code abgefragt, der aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen besteht und eine Anonymisierung ermöglicht.[4]

Tabelle 6: Gliederung und Inhalt des ersten Fragebogens der AK-Mitglieder

Teil

Überschrift

Inhalt

1

AK-Zuordnung

Abfrage, auf welchen AK sich die getätigten Aussagen beziehen

2

Netzwerke

Abfrage der bisherigen Netzwerkbildung und Kooperationstätigkeit, Fragen zu den AK-Treffen

3

Ziele

Ziele der AK

4

Effekte des Titelgewinns

Erwartete Effekte des Titelgewinns auf die Stadtentwicklung

5

Zur Person

Erfassung personenbezogener Daten

6

Persönlicher Code

Erfassung eines persönlichen Codes, um die Ergebnisse beider Online-Befragungen anonymisiert zuordnen und vergleichen zu können

Im Rahmen der ersten Online-Befragung konnten 298 von 307 versendeten EMails erfolgreich zugestellt werden, 56 AK-Mitglieder nahmen teil, wodurch sich eine Rücklaufquote von rund 19 % ergibt. Diese Stichprobe ist somit nicht repräsentativ, liefert aber dennoch wichtige Informationen in Ergänzung zu den geführten Gesprächen mit Personen aus der höheren Hierarchieebene der Organisationstruktur.

Die Untersuchungsgruppe der AK-Mitglieder setzt sich aus Akteuren verschiedener gesellschaftlicher Bereiche zusammen. An der Befragung beteiligten sich v.a. Personen, die beruflich hauptsächlich in der Wissenschaft beschäftigt sind (66 %) sowie im Bildungsbereich (36 %). Personen aus den Bereichen Öffentliche Verwaltung (21 %) v.a. aber aus der Wirtschaft (9 %) waren mit einem geringen Anteil vertreten.[5] Diese Verteilung lässt auf eine stärkere Repräsentation von Wissenschaftlern in der Grundgesamtheit schließen. Zudem verweist sie auf die unterschiedlichen AK-Größen. Die meisten Befragten lassen sich dem AK Kultur zuordnen (41 %), bei dem es sich um den größten AK handelt, ge-folgt von den AK Gesellschaft (27 %), Jugend (13 %), Wirtschaft (9 %) Kommunikation (7 %) und Umwelt (4 %).[6]

Im Rahmen der zweiten Gesamtbefragung (August 2012) standen die Zielerreichung und Wirkungen im Mittelpunkt, welche die Auszeichnung nach 2011 im Sinne einer wissenschaftsbasierten Stadtentwicklung zur Folge hat. So wurden z.B. Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung von Projekten und Veranstaltungsformaten, die Institutionalisierung von Netzwerken und die Kommunikation zwischen den Akteuren aus Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Öffentlichkeit untersucht. Abschließend wurden Handlungsaufgaben zur Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt Mainz erhoben.

Vier Mitglieder des Lenkungsausschusses haben an der zweiten Befragungsrunde in Form eines leitfadenorientierten Expertengespräches teilgenommen sowie erneut alle sechs AK-Leiter, die Projektkoordination sowie der Sprecher der Wissenschaftsallianz, der als Mitglied des Kuratoriums ebenfalls Teil der Organisationsstruktur ist. Der Oberbürgermeister beantwortete die Leitfragen in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums erneut schriftlich.

Die Gesprächsleitfäden[7] der zweiten Gesamtbefragungsrunde beinhalteten ähnliche Fragestellungen wie die der ersten, um einen Vergleich der Ergebnisse vor und nach dem Wissenschaftsjahr zu ermöglichen. Im Rahmen der zweiten Befragungsrunde stand die Frage im Vordergrund, welche der durchgeführten Projekte und Maßnahmen bereits dazu beigetragen haben, die im Antrag der Stadt Mainz formulierten Ziele zu erreichen und nachhaltig zu sichern. Die Nachhaltigkeit von Maßnahmen, Projekten und Veranstaltungsformaten, die im Rahmen von Stadt der Wissenschaft initiiert wurden und auch nach 2011 bzw. dauerhaft fortgeführt werden sollen, bildete damit einen zentralen Befragungsgegenstand.

Zudem stellten Entwicklungen in der Kommunikation und Zusammenarbeit von Akteuren bzw. die Netzwerkbildung im Rahmen des Wissenschaftsjahres wesentliche Aspekte der Befragung dar sowie die Frage nach der Etablierung und Institutionalisierung von Netzwerken. In diesem Zusammenhang bildete die Fortführung der Organisationsstruktur von Stadt der Wissenschaft einen weiteren Gegenstand der abschließenden Gesamtbefragungsrunde. Darüber hinaus wurden Vorund Nachteile bzw. Nutzen und Kosten von Netzwerken nach den im Rahmen des Wissenschaftsjahres gemachten Erfahrungen abgefragt.

Abschließend wurden nachhaltige Wirkungen des Wissenschaftsjahres auf die Stadt Mainz erhoben sowie Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt.

Die Einschätzungen der AK-Mitglieder wurden wiederum im Rahmen einer Online-Befragung erhoben. Hierfür wurden die AK-Mitglieder erneut per E-Mail um Teilnahme gebeten. 301 von 303 E-Mails konnten zugestellt werden. An der Befragung beteiligten sich 54 Mitglieder (Rücklaufquote 18 %). Der Fragebogen[8] beinhaltet ähnliche Fragen wie der Leitfaden der Expertengespräche (s.o.). So wurden auch die AK-Mitglieder gebeten, Stellung zu nehmen zur Entwicklung von Netzwerken, zur Fortführung von Veranstaltungsformaten und zu Handlungsaufgaben zur Weiterentwicklung der Stadt Mainz als Wissenschaftsstadt. Z.T. wurden gleiche Items wie in der ersten Befragung abgefragt, um Einstellungsveränderungen abgleichen zu können, die sich ggf. nach dem Durchlaufen des Wissenschaftsjahres ergeben haben (vgl. Tab. 6 und 7).

Tabelle 7: Gliederung und Inhalt des zweiten Fragebogens der AK-Mitglieder

Teil

Überschrift

Inhalt

1

AK-Zuordnung

Abfrage, auf welchen AK sich die getätigten Aussagen beziehen

2

Netzwerke

Bildung neuer Netzwerke, Wichtigkeit von Netzwerken, Intensivierung und Nachhaltigkeit von Kontakten, Fortführung von Projekten

3

Effekte des Titelgewinns

Effekte des Titelgewinns auf die eigene Einrichtung, zu beobachtende nachhaltige Effekte auf die Stadt Mainz, wichtige Handlungsaufgaben zur Stärkung der Stadt Mainz als Wissenschaftsstadt

4

Zur Person

Erfassung personenbezogener Daten

5

Persönlicher Code

Erfassung eines persönlichen Codes, um die Ergebnisse beider Online-Befragungen anonymisiert zuordnen und vergleichen zu können

Hinsichtlich der Untersuchungsgruppe zeigt sich eine der ersten Befragungsrunde ähnliche Zusammensetzung: Knapp zwei Drittel der Befragten sind beruflich hauptsächlich in der Wissenschaft tätig (65 %), gefolgt von Bildung (39 %), Öffentlicher Verwaltung (20 %), Wirtschaft (6 %) und sonstigen Bereichen (9

%).[9] Die meisten Befragten lassen sich auch bei der zweiten Befragungsrunde den mitgliederstarken AK Kultur (40 %) und Gesellschaft (23 %) zuordnen. Es folgen AK Kommunikation (15 %), Jugend (9 %), Wirtschaft (8 %) und Umwelt (6 %).[10]

Die beiden Gesamtbefragungen werden in Kap. 4.2 thematisch zusammengefasst ausgewertet. Hiermit wird methodisch der Ansatz eines Vergleichs im Zeitverlauf verfolgt.

  • [1] Die Gesprächsleitfäden der unterschiedlichen Befragtengruppen (Lenkungsausschuss, AKLeiter etc.) weisen geringfügige Unterschiede auf. Exemplarischer Gesprächsleitfaden der ersten Gesamtbefragungsrunde siehe Anhang Nr. 2
  • [2] Die Online-Befragungen wurden unter Verwendung des Befragungstools Evasys von Electric Paper durchgeführt
  • [3] Fragebogen der ersten Befragungsrunde der AK-Mitglieder siehe Anhang Nr. 3
  • [4] Aufgrund der geringen Fallzahl hat sich ein Vergleich der beiden Befragungsrunden zur Messung von Einstellungsveränderungen mittels Code als nicht sinnvoll erwiesen
  • [5] Neben den angeführten und im Fragebogen vorgegebenen Bereichen wurden in einer offenen Frage sonstige Arbeitsfelder abgefragt (9 %, n = 56)
  • [6] n = 56. Viele AK-Mitglieder engagieren sich in mehreren AK. Um die Ergebnisse der Befragung den einzelnen AK zuordnen zu können, wurden die AK-Mitglieder gebeten, den Fragebogen mit Blick auf den AK zu beantworten, in dem sie sich am stärksten engagieren. Aufgrund der unterschiedlichen AK-Größen und der z.T. sehr geringen Fallzahl hat sich eine Zuordnung der einzelnen Aussagen zu bestimmten AK jedoch als nicht sinnvoll erwiesen
  • [7] Auch die Leitfäden der zweiten Gesamtbefragung unterscheiden sich je nach Befragtengruppe in geringem Maße. Exemplarischer Gesprächsleitfaden der zweiten Gesamtbefragungsrunde siehe Anhang Nr. 4
  • [8] Fragebogen der zweiten Befragungsrunde AK-Mitglieder siehe Anhang Nr. 5
  • [9] n = 54
  • [10] n = 53
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >

Related topics