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Standortfaktoren

Die Infrastruktur der Stadt Mainz – als Teil des Ballungsraums Rhein-Main – ist sehr gut ausgebaut. Bei Betrachtung der Verkehrsinfrastruktur ist insbesondere die verkehrsgünstige Lage zum Frankfurter Flughafen (ca. 20 km) hervorzuheben, der nicht nur einen zentralen Verkehrsknotenpunkt für Deutschland darstellt, sondern für ganz Europa. Zu nennen ist außerdem der rheinland-pfälzische Verkehrsund Frachtflughafen Frankfurt-Hahn, der sich seit seiner zivilen Inbetriebnahme 1993 zum zehntgrößten deutschen Passagier-Flughafen entwickeln konnte und im Cargo-Geschäft deutschlandweit Platz fünf belegt (2011) (Frankfurt-Hahn o.J.). Die Anbindung an Bundesautobahnen – der Mainzer Ring wurde sechsspurig ausgebaut – ein Container-Terminal für die Binnenschifffahrt sowie eine ICE-Anbindung (vgl. Landeshauptstadt Mainz 2014d) sorgen für eine verkehrsgünstige Lage der Stadt und verschaffen Mainz einen wesentlichen Standortvorteil.

Neben der Verkehrsinfrastruktur sorgt im Bereich der Veranstaltungsinfrastruktur u.a. das Tagungszentrum Mainz Congress für gute Rahmenbedingungen, mit jährlich rund 2.000 Veranstaltungen, Messen und Kongressen, darunter der Deutsche Ärztetag (Wissenschaftsallianz o.J.b).

Mainz weist v.a. durch die große Universität ein hohes Angebot an qualifiziertem Personal auf. Neben diesen harten Standortfaktoren sind auch hinsichtlich der weichen Standortfaktoren gute Voraussetzungen gegeben.

Wenngleich zum Ende des Zweiten Weltkriegs 80 % der Bausubstanz der Mainzer Innenstadt zerstört wurde (BIENER 2002: 18), sorgen – nicht zuletzt aufgrund umfangreicher Restaurierungsmaßnahmen seit den 1970er Jahren – die Zeugnisse der über 2000-jährigen Geschichte für ein attraktives Stadtbild, wie der Dom und die Altstadt, das Schloss und Adelspaläste aus der Zeit, als Mainz Kurfürstenund Erzbischofssitz war. Römische Relikte weisen auf die Ursprünge einer der drei ältesten Städte Deutschlands und auf ihre große Bedeutung zu dieser Zeit hin, wie ein Bühnentheater, einst das größte nördlich der Alpen (BIENER 2002: 22).

Mainz verfügt über ein abwechslungsreiches Kulturund Freizeitangebot. So bietet das Mainzer Staatstheater als Vierspartenhaus Oper, Konzerte, Ballett und Schauspiel. Das Mainzer Unterhaus vertritt seit 1966 Kleinkunstformen wie Kabarett, Lied und Chanson oder Comedy (Landeshauptstadt Mainz 2014e). Die Kneipenund Clubszene belebt die Stadt, ebenso bekannte Feste und Bräuche wie die Fastnacht, der Weinmarkt, das Johannisfest[1] (mit über 60.000 Besuchern im Jahr 2011 (Allgemeine Zeitung o.J.)) oder der Weihnachtsmarkt (Landeshauptstadt Mainz 2012a: 2). Die Attraktivität der Stadt wird ferner erhöht durch Veranstaltungen wie das Festival Open Ohr, das seit 1975 jährlich mit bis zu 10.000 Besuchern auf dem Zitadellengelände und in der stadtnahen Grünanlage stattfindet, oder den Gutenberg-Marathon, der seit dem Jahr 2000 jährlich veranstaltet wird und an dem bis zu 10.000 Läufer teilnehmen können. Als Oberzentrum[2] besteht in Mainz ein vielfältiges Angebot an Einkaufsmöglichkeiten (Landeshauptstadt Mainz 2012: 9). Parks und die Rheinpromenade mit gründerzeitlichen Bauten sowie einer Anlegestelle für Kreuzfahrtund Ausflugsschiffe bieten weitere Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten; Naherholung ist ansonsten u.a. in den umliegenden Landschaften wie Hunsrück, Taunus, Pfalz und Rheinhessen möglich. Letztere sorgt als größte Weinbauregion Deutschlands für landschaftliche Reize (Landeshauptstadt Mainz 2014f). Auch die Tatsache, dass Mainz zu den wärmsten und trockensten Gegenden Deutschlands gehört, kann als weicher Standortfaktor gezählt werden.

„Trotz ihrer kleineren Größe hat die Medien-, Kulturund Universitätsstadt mit einer verhältnismäßig jungen und wachsenden Bevölkerung sowie historischer, attraktiver Altstadt ein bedeutendes Image sowie hohe Lebensqualität“ (Thomas Daily 2011: 3).

  • [1] Benannt nach dem „Sohn der Stadt“ Johannes Gutenberg
  • [2] „Ein O. [Oberzentrum] besitzt in seinem Einzugsgebiet die höchste Zentralität und versorgt die Bevölkerung mit hochund höchstwertigen Gütern und Dienstleistungen des langfristigen und episodischen Bedarfs. Hierzu gehören neben dem entsprechenden Angebot des Einzelhandels und des privaten Dienstleistungssektors z.B. Behörden der staatlichen Verwaltung der mittleren (Regierungsbezirke) und oberen Stufe (Ministerien, Landesverwaltung), Universitäten, Landesbibliotheken und -museen, Spezialkliniken, Orchester und Theater mit eigenem Ensemble etc.“ (LESER 2005: 623)
 
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