Desktop-Version

Start arrow Sozialwissenschaften arrow Wissenschaftsbasierte Stadtentwicklung

< Zurück   INHALT   Weiter >

2.1.2 Wissensproduktion und Innovationsprozesse in Netzwerken

An die Differenzierung des Wissensbegriffs – insbesondere in explizites und implizites Wissen – und die Raumwirkung der verschiedenen Wissensformen ist ein weiterer zentraler Aspekt im Rahmen der Wissensdebatte sowie der vorliegenden Untersuchung anzuschließen: die Wissensgenerierung in Netzwerken. Die Annahme, dass neues Wissen immer häufiger in Netzwerken entsteht, wird u.a. auf kürzere Produktlebenszyklen sowie „komplexer und kostenintensiver werdende Forschung und Entwicklung“ (Wissenschaftsrat 2007: 17) zurückgeführt. Vielfältige Rückkopplungen zwischen den Akteuren des für Innovationen notwendigen Netzwerks aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Nutzern sind erforderlich (ebd.: 15f.):

„So kommen den Unternehmen die Rollen des Produzenten, Zulieferers, Kunden, aber auch des Nachfragers von Arbeit und des Financiers und Durchführenden von Forschung und Entwicklung zu. Der Staat fungiert als Zuwendungsgeber für Forschung und Entwicklung in Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen, als Nachfrager von Innovationen sowie als Gesetzgeber, der auch durch die Gestaltung des Bildungssystems und Marktregulierung maßgeblich die Rahmenbedingungen für Innovationstätigkeiten bestimmt. Weitere wichtige Rollen spielen Finanzorganisationen als Kreditund Risikokapitalgeber und nicht zuletzt die privaten Haushalte als Anbieter von Arbeit und Nachfrager innovativer Produkte“ (Wissenschaftsrat 2007: 17).

Innovationsprozesse sind aufgrund ihrer Komplexität nur sehr begrenzt planund steuerbar. Dennoch versucht die Innovationspolitik durch entsprechende Maßnahmen Innovationen voranzutreiben. In der Regionalund Innovationsforschung gibt es verschiedene Ansätze, wie Cluster, Kreative Milieus, Lernende Regionen, die neben dem Netzwerkaspekt auf der räumlichen Gebundenheit von Wissen als Grundlage von Innovationen beruhen. Räumliche Nähe, so die Annahme, vereinfacht unter den relevanten Akteuren den Austausch ihres impliziten Wissens erheblich. Die Interaktionen innerhalb der Innovationsnetzwerke führen u.a. zu Lernprozessen die wiederum Wettbewerbsvorteile hervorrufen.

Zunächst werden zwei Modelle zur Wissensproduktion in Netzwerken vorgestellt und es wird beispielhaft auf den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eingegangen, bevor die Ansätze beschrieben werden.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >

Related topics