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5.4.1.4 Kultur- und Systemwandel

Es zeigt sich, dass Konsumenten in vielfältiger Hinsicht Verantwortung für den Klimaschutz im Ernährungsbereich zugeschrieben wird. Diese Zuschreibungen beziehen sich vorrangig auf die drei Bereiche „Ernährungsgewohnheiten“, „Einkauf“ und „Aufbewahrung und Zubereitung“. Sie sind in einen größeren Systemkontext eingebettet, der bereits angeklungen ist, der hier aber nochmals verdeutlich werden soll. So wird insgesamt ein Beitrag der Konsumenten zu einem größeren, übergeordneten Systemwandel und einem Umbau der bestehenden Strukturen vor allem auch von den Redakteuren der Zeitungen, doch auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaftlern, Bürgern und Konsumenten selbst, den Autoren von Ratgebern und Sachbüchern sowie von Politikern und Unternehmen erwartet (17).1081

In der SZ ist etwa die Rede vom „Aufbrechen (…) von routinierten Verhaltensmodellen“1082, in der FAZ auch von einer „kulturelle[n] Revolutionierung unserer Ernährungsweise“1083. Der Grünen-Politiker Reinhard Loske (zu dem Zeitpunkt Bremer Umweltsenator) spricht sich für einen „radikalen Kulturwandel“ weg von rein quantitativen Maßstäben hin zu einem qualitativ verstandenen Wachstum aus.1084 Hier zeigen neue Bewegungen wie urbane Stadtgärten, die Transition Towns und auch die Slow-Food-Bewegung, wie eine „Kulturrevolution“ bereits auf verschiedene Weise begonnen wird. Dabei spielen vor allem im Rahmen eines „‚New Deal'“1085 wieder lokale Produktions- und Konsumptionskreisläufe eine Rolle.1086

Doch auch im Bereich der Haushaltsgeräte gilt es nicht nur, neue Haushaltsgeräte anzuschaffen, sondern die gesamte Stromversorgungs- und Nutzerstruktur umzubauen. In einem Beitrag in der FAZ von Wolfgang Dehnen, „CEO des Siemens-Sektors Energy und Mitglied des Vorstands der Siemens AG“, findet sich dazu beispielsweise der Entwurf eines Szenarios für das Jahr 2030, in dem durch „intelligente(…) Netzsteuerung“ sparsame Haushaltsgeräte an die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen gekoppelt sind.1087

Insgesamt lautet die Aufforderung von Unfried an den Konsumenten: „Es geht (...) auch (…) darum, die eigenen emotionalen und kulturellen Blockaden zu erkennen, zu überwinden und damit Teil einer Avantgarde zu werden, die Lebensstilverantwortung übernimmt und professionell und progressiv vorangeht.“1088

 
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