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5.4 Consumer Social Responsibility für den Klimaschutz im Ernährungsfeld

In den nächsten Kapiteln werden zunächst die identifizierten Zuständigkeitsattributionen an Konsumenten thematisch aufgeschlüsselt und dargestellt. Im Anschluss daran werden mögliche verstärkende Argumente des Anspruchs an die Konsumenten durchleuchtet, um sodann die Begründungslinien, die zu dieser Attribution geführt haben, näher zu bestimmen. Dabei wird ersichtlich, inwieweit der einzelne Beitrag der Konsumenten oder auch ihre Beteiligung im Rahmen ihrer Position im Ernährungssystem eine Rolle spielen.

5.4.1 Zuständigkeitsattributionen an Konsumenten

Konsumenten wird in beiden Zeitungen (FAZ und SZ) Verantwortung für eine klimafreundliche Ernährung zugeschrieben. Als Attributionssender treten dabei die Redakteure der Zeitungen auf, aber auch Konsumenten und Bürger selbst, Wissenschaftler und Politiker, Unternehmen bzw. Unternehmerverbände, die Autoren von Ratgebern und Sachbüchern, zivilgesellschaftliche Organisationen, Verbraucherschützer, das Umweltbundesamt und Umweltschutzorganisationen sowie vereinzelt weitere Akteure, die keiner dieser Gruppen zugeordnet werden können.997 Mit zivilgesellschaftlichen Organisationen sind hier solche Organisationen gemeint, die sich mit dem Ziel der Veränderung nicht nachhaltiger Ernährungsbzw. Konsumstrukturen gegründet haben – also beispielsweise die Internetplattform Utopia oder die Slow-Food-Bewegung.998 Klassische zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umwelt- und Verbraucherschützer werden zur Abgrenzung hingegen gesondert aufgeführt. Die Zuschreibungen können dabei sehr allgemein erfolgen, wie im folgenden Beispiel: „Das katholische Hilfswerk Misereor ruft in seiner diesjährigen Fastenaktion dazu auf, das Auto stehenzulassen oder klimafreundlich zu essen.“999

In der Regel wird jedoch genauer differenziert, was unter klimafreundlichem Essen verstanden wird. Die Zuschreibungen beziehen sich auf verschiedene Bereiche im Lebenszyklus eines Lebensmittels, hauptsächlich a) die Ernährungsgewohnheiten der Menschen, b) den Einkauf von Produkten, die diesen Gewohnheiten entsprechen, sowie schließlich c) die Aufbewahrung und Zubereitung der Lebensmittel. In dieser Reihenfolge werden in den folgenden Abschnitten die Zuschreibungen analysiert und ausgewertet.

 
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