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5.3 Vorgehensweise bei der Auswertung

Angesichts der zu Beginn des fünften Kapitels beschriebenen Zielsetzungen wurde ein qualitativer Zugang zum Datenmaterial gewählt, der in Abschnitt 5.3.2 ausführlich erläutert wird. Eine qualitative Vorgehensweise ist vor allem deshalb sinnvoll, um den sozialen Prozess, den die Attribution von Verantwortung darstellt, und die Bedeutungskonstruktion durch die Attribution möglichst vollständig erfassen zu können. Der Bedeutungsrekonstruktion auf der Inhaltsebene wird zur Organisation des Materials eine Auswertung auf der Artikelebene (Abschnitt 5.3.1) vorangestellt.

5.3.1 Artikelebene

Zunächst wurden die Artikel nach Artikelmerkmalen codiert. Allen Artikeln wurden in einem ersten Schritt hierfür das Kürzel der Zeitung (FAZ bzw. FAZ(O) für online und FAZ(S) für die Sonntagszeitung, SZ bzw. SZ(O) für online) und das Erscheinungsdatum zugewiesen. Erschienen mehrere Artikel am selben Tag, wurden sie mit (a), (b) usw. gekennzeichnet.

Zusätzlich wurden folgenden Kriterien Zahlencodes zugeordnet: Ressort/Rubrik, Journalistisches Genre, Funktion des Autors, Stellenwert des Themas. Die meisten Artikel entstammen dem Ressort „Wirtschaft“ und der Meinungsseite der Zeitungen. Stärker vertreten sind zudem die Ressorts „Wissen/Wissenschaft“ und „Politik/Nachrichten“. Bei den meisten Artikeln handelt es sich um klassische Nachrichten, Berichte und Reportagen. Doch auch in Kommentaren wird das Thema „Klimaschutz und Ernährung“ oft zur Sprache gebracht sowie in verschiedenen Interviews mit Experten. Die Funktion des Autors ist nicht immer eindeutig, in den meisten Fällen wurde der Artikel jedoch von einem Redakteur, Korrespondenten oder Journalisten verfasst. Doch auch Presseagenturen, Gastautoren und Leser kommen zu Wort. Von Interesse war darüber hinaus der Stellenwert des Themas in den jeweiligen Artikeln: In 102 der 366 Artikel ist der Zusammenhang von Ernährung und Klimaschutz das Hauptthema, während er in 150 das Nebenthema darstellt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es grundsätzlich um den Klimaschutz geht und das Ernährungsfeld exemplarisch hervorgehoben wird. In 114 Artikeln wird das Thema lediglich am Rande erwähnt.984

5.3.2 Inhaltsebene

Die eigentliche qualitative Inhaltsanalyse erfolgte im Text selbst. Dabei wurde für den ersten Zugang zum Material eine Vorgehensweise in Anlehnung an das „inhaltsanalytische(…) Instrumentarium(…)“ (Gerhards/Offerhaus/Roose 2007) von Gerhards, Offerhaus und Roose verwendet, das speziell für die öffentliche Zuschreibung von Verantwortung in den Massenmedien entwickelt wurde. Dieses Instrument ist den Autoren zufolge ausdrücklich auf verschiedene Themengebiete übertragbar und erleichtert den strukturierten Zugang zum Datenmaterial.985 Die Autoren sehen ihr Instrumentarium zwar als eines an, das qualitative und quantitative Analyseschritte miteinander verbinden kann, doch bleibt es insgesamt sehr schematisch. Da in der vorliegenden Studie der Fokus auf dem qualitativen Aspekt liegen sollte, wurde für einen ersten Durchgang des Materials das Raster von Gerhards, Offerhaus und Roose zur Selektion der Attributionsaussagen verwendet, in einem zweiten Durchgang aber theoriegleitet verfeinert. Diese zweistufige Vorgehensweise soll an dieser Stelle in Kürze beschrieben werden.

 
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