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2.3 Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung

Häufig wird Nachhaltigkeit bzw. eine nachhaltige Entwicklung als integratives Modell dreier Dimensionen (ehemals auch Säulen) betrachtet, die die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension umfassen (Kapitel 2.3.1).130 Die Aufteilung geht auf den Bericht „Schutz des Menschen und der Umwelt“ der gleichnamigen Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags (1998) zurück. Das Dimensionenmodell wird jedoch insbesondere von Vertretern der sogenannten starken Nachhaltigkeit kritisiert und es wird vorgeschlagen, die Dimensionen als Handlungsfelder einer nachhaltigen Entwicklung zu verstehen (Kapitel 2.3.2).

2.3.1 Dimensionenmodell

Zu den Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung bestehen eine Vielzahl von Definitionen und inhaltlichen Konkretisierungen, die je nach Fokus (z. B. international oder national) unterschiedlich ausgerichtet sind. Im Folgenden werden die Definitionen von Steffen Bauer zitiert, da diese sehr umfassend sind und sich vor allem auf die globale Ebene beziehen.131 Sie werden um einige Anmerkungen ergänzt.

Ökonomische Dimension

Mit Bauer

„[konzentriert sich die] ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit im Sinne der Kapitalerhaltung auf die langfristigen Erträge, die aus der Nutzung vorhandener Ressourcen erwachsen. Sie grenzt sich dadurch von einer auf kurzfristige Gewinne setzenden Logik stetigen Wirtschaftswachstums ab, deren Unabdingbarkeit in der internationalen Handels- und Wirtschaftspolitik immer wieder als grundlegende Entwicklungsvoraussetzung beschworen wird. Gleichwohl bleibt quantitatives Wachstum erforderlich, um der chronischen Unterversorgung in den ärmeren Ländern im Sinne einer aufholenden Entwicklung entgegenzuwirken.“ (Bauer 2008, S. 18)

Neben der Frage der (ökonomischen) Entwicklung der Weltbevölkerung vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen ist im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2008/2009 auf der globalen Ebene auch der Finanz- und Bankensektor in den Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte gerückt.132 Das gilt insbesondere auch im Hinblick darauf, dass durch die Auswirkungen der Krise „mehr als 50 Millionen Menschen in extremer Armut verbleiben werden, verglichen mit einer hypothetischen Entwicklung ohne diese Krise.“ (Grunwald/Kopfmüller 2012 S. 30)133

Die ökonomische Dimension erhält im Konzept einer nachhaltigen Entwicklung vor allem durch ihre ökologischen und sozialen Begrenzungen ihre eigentliche Relevanz.134 Aus diesem Grund wird im Rahmen der ökonomischen Dimension nicht nur das traditionelle Wachstumsparadigma kritisch hinterfragt, sondern es werden Konzepte diskutiert, denen zufolge „Lebensqualität statt Besitzmehrung“ (Pufé 2012, S. 98; Hervorh. im Original) in das Zentrum ökonomischer Entwicklung gerückt werden soll.135

 
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