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1 Einleitung

Diese Arbeit ist der Begründung, Erschließung und Konzeptionalisierung der Verantwortung der Konsumenten1 gewidmet, die im Kontext der aktuellen Debatte um eine nachhaltige Entwicklung neben der Verantwortung von Unternehmen zunehmend Aufmerksamkeit erfährt. Ich verwende hierfür den Begriff der Consumer Social Responsibility (ConSR) unter anderem deshalb, weil er auf die Nähe zur Corporate Social Responsibility (CSR)2 und zur Wirtschaftsethik als Disziplin verweist und somit mein Anliegen verdeutlicht, die Verantwortung von Unternehmen und Konsumenten nicht als getrennte Phänomene, sondern als integrierte Bestandteile einer Wirtschaftsethik zu verstehen. Diese hat ihren Schwerpunkt bisher jedoch eher auf CSR und nicht auf ConSR gelegt. Die Ziele meines Vorhabens lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Ÿ Die Arbeit leistet einen Beitrag zur normativen Begründung und systematischen Konzeptionalisierung der ConSR als Bestandteil der Wirtschaftsethik. Eine solche Begründung ist vor allem angesichts der Kontroversen notwendig, die nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Wissenschaft zur Rolle der Konsumenten für eine nachhaltige Entwicklung geführt werden.

Ÿ In diesem Zusammenhang wird ein Verantwortungskonzept entwickelt, das die grundlegende moralphilosophische Debatte um die individuelle Verantwortung in kollektiven Handlungsszenarien weiterführt und daher nicht nur auf das Untersuchungsfeld „Konsumentenverantwortung für eine nachhaltige Entwicklung“, sondern auch auf andere Kontexte kollektiven Handelns anwendbar ist.

Ÿ Hierbei werde ich vielfach auf die wechselseitige Beziehung von Consumer und Corporate Social Responsibility eingehen, wodurch eine Erweiterung der jeweiligen Grenzen ihrer Einzelbetrachtung und die Notwendigkeit deutlich wird, die Wirtschaftsethik auch in Zukunft stärker auf die Interdependenzen von Angebot und Nachfrage auszurichten.

Ÿ Darüber hinaus wird dem theoretischen Hauptanliegen der Arbeit für seine Anwendung im konkreten Fall eine empirische Analyse der öffentlichen Attribution von Verantwortung für den Klimaschutz im Bedarfsfeld Ernährung in deutschen Qualitätszeitungen angeschlossen. Dabei gehe ich theoriegeleitet und qualitativ vor, wodurch im Gegensatz zur üblicherweise eher quantitativ angelegten Attributionsforschung eine besondere Tiefe für die Analyse der Zuschreibungen und vor allem auch ihrer moralischen Begründungen ermöglicht wird.

In den nächsten Abschnitten erläutere ich dieses „Arbeitsprogramm“ ausführlicher und begründe meine Vorgehensweise.

 
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