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4.1.2 Zentrale Befunde zum Zusammenhang von Depressionen und Mediennutzung

Um diesem Defizit entgegenzutreten, wurde im Rahmen der vorliegenden Studie die einschlägige Literatur zu den Zusammenhängen von Depressionen und Mediennutzung systematisch anhand eines zuvor festgelegten Analyseinventars durchleuchtet (vgl. propositionale Meta-Analyse nach Bonfadelli & Meier, 1984; Steinleitner, 2014). Dabei wurden 31 zentrale Forschungsarbeiten aus den Disziplinen Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Medizin (siehe Markierung der Studien) anhand von sechs Kategorien vergleichend analysiert. Die Analyse fand anhand der folgenden sechs forschungsleitenden Fragen statt:

1. Untersuchungsdesign der Studie: Kam ein Quer bzw. Längsschnittdesign zum Einsatz? War die Studie quantitativ oder qualitativ angelegt? Handelt es sich um eine reine Befragung oder wurde zusätzlich ein experimentelles Untersuchungsdesign angewendet?

2. Depressivität: Wurde Depressivität als eine klinisch relevante Untersuchungsgröße aufgefasst? Mithilfe welches Messinstruments wurde die Depressivität erfasst?

3. Untersuchte Medien: Welche Medien wurden im Rahmen der Untersuchung berücksichtigt?

4. Sample: Wie groß war die Stichprobe der Untersuchung? Welches Alter hatten die Untersuchungsteilnehmer im Durchschnitt? Welches Geschlechterverhältnis lag in der Untersuchung vor? Wird das Sample als repräsentativ beschrieben?

5. Zusammenhang zwischen Depression und Mediennutzungsdauer bzw. -häufigkeit: Wie wurde die Tendenz des Zusammenhangs beschrieben? Welche Kennzahlen wurden für den Zusammenhang berichtet?

6. Inhaltliche Präferenzen bzw. Abneigungen im Kontext von Depressivität: Lieferte die Untersuchung für den Medienkontext Hinweise auf die inhaltlichen Präferenzen oder Abneigungen depressiver Personen?

Die Merkmale der dieser Analyse zugrunde liegenden Studien sind im Anhang tabellarisch abgebildet. In den folgenden Abschnitten finden sich die Befunde der genannten sechs Kategorien dargestellt.

Design

Die meisten Arbeiten wurden vor einem kommunikationswissenschaftlichen (12/31) oder psychologischen Hintergrund (12/31) durchgeführt. Sieben Studien lassen sich dagegen der medizinischen Forschung zuordnen. Die überwiegende Anzahl der Studien (25/31) untersucht Zusammenhänge zwischen Mediennutzung und Depressionen anhand eines Querschnittdesigns, während nur 6/31 Studien die Zusammenhänge im Zeitverlauf analysieren. Der Großteil der Arbeiten ist quantitativer Natur (27/31), nur zwei der identifizierten Arbeiten basieren auf einem qualitativen Untersuchungsansatz. In allen Studien wurden Untersuchungsteilnehmer befragt, wobei in keinem Falle eine experimentelle Variation überprüft wurde. In zwei Studien (Dillman Carpentier et al., 2008; Primack et al., 2011) kommt ein ambulantes Assessment zum Einsatz (Ecological Momentary Assessment; EMA), bei dem die Untersuchungsteilnehmer in ihrem Alltag (in der Regel über mobile Endgeräte) mehrmals täglich befragt wurden. Bei Dittmar (1994) kommt ein Medientagebuch zum Einsatz, in dem die Teilnehmer ihr Fernsehverhalten protokollieren sollten.

 
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