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8.3 Kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen

Ziel der kulturellen Bildung ist die Befähigung zur aktiven Teilnahme an allen Lebensbereichen und Entscheidungsprozessen der Gesellschaft im Allgemeinen und am künstlerisch kulturellen Geschehen im Besonderen. Kulturelle Bildung ist damit ein konstitutiver Bestandteil der allgemeinen Bildung. Sie zählt zu den Voraussetzungen für ein erfolgreiches und selbstverantwortlich gestaltetes Leben in seiner individuellen wie in seiner gesellschaftlichen Ausprägung. Dazu gehören Sachwissen, praktische Handlungskompetenzen, emotionale Kompetenzen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Dabei ist die kulturelle Bildung wie jede Art von Bildung kein unpersönlich definiertes, sondern ein relativ zu den lebensweltlichen Bezügen des jeweiligen Menschen zu bestimmendes Phänomen, das nie abgeschlossen sein kann, weil sich die Lebenslagen und damit die Bezugsgrößen im Laufe des Lebens ständig verändern. Bildung ist deshalb eine das gesamte Leben begleitende Aufgabe und Chance. „Kulturelle Bildung (andere Bezeichnungen sind musische bzw. musisch kulturelle oder auch ästhetische bzw. ästhetisch kulturelle Bildung) bezeichnet den Lernund Auseinandersetzungsprozess des Menschen mit sich, seiner Umwelt und der Gesellschaft im Medium der Künste und ihrer Hervorbringungen. Im Ergebnis bedeutet kulturelle Bildung die Fähigkeit zur erfolgreichen Teilhabe an kulturbezogener Kommunikation mit positiven Folgen für die gesellschaftliche Teilhabe insgesamt. Kulturelle Bildung ist integrales, notwendiges Element von Allgemeinbildung“ (Ermert 2009, S. 2). Dabei kann der Begriff der kulturellen Bildung sowohl den abstrakten Bildungsprozess als auch einzelne konkrete Maßnahmen bezeichnen. Er bezieht sich grundsätzlich auf alle künstlerisch-ästhetischen Genres.

Bildung als Prozess hat vor allem drei Funktionen:

• Vorbereitung auf die Berufstätigkeit und berufliche Weiterbildung

• Ermöglichung politischer und gesellschaftlicher Teilhabe

• Ausbildung und Reflexion der Persönlichkeit

Diese Funktionen haben im Kanon der formalen Bildungsgänge ein sehr unterschiedliches Gewicht. Der Schwerpunkt liegt in der von der Marktwirtschaft geprägten Gesellschaft auf der beruflichen Ausund Weiterbildung und damit auf der unmittelbaren ökonomischen Verwertbarkeit von Bildungsinhalten. Bereiche der Bildung, die nicht mit dieser Zielsetzung vermittelt oder in den dafür vorgesehenen Kontext eingefügt werden können, erfahren eine deutlich geringere gesellschaftliche Wertschätzung.

Gleichzeitig ist Kreativität in vielen beruflichen Tätigkeitsfeldern eine wichtige Schlüsselqualifikation. Da sie in den traditionellen Curricula von der Schule und Hochschule über die Berufsbildung bis zur Weiterbildung aber nur unzureichend vermittelt und Kreativität gleichzeitig bei Künstlern und Kulturvermittlern als selbstverständliche Grundkompetenz vorausgesetzt wird, erhoffen sich viele gesellschaftliche Bereiche von der Begegnung mit kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten und dem Diskurs über kulturelle Themen einen erfolgreichen Transfer von Kreativität sowie Wahrnehmungsund Kommunikationsfähigkeit auf ihre genuinen Interessensgebiete. Kulturelle Bildung wird deshalb in der gesellschaftlichen Argumentation oft weniger in ihrer eigentlichen Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe des kulturell gebildeten, emanzipierten Individuums wahrgenommen als vielmehr in ihrer indirekten Bedeutung für angenommene arbeitsmarktgängige Qualifikationen, für Integrationsleistungen, für medienpädagogische Kompetenzen und für den expandierenden Sektor der Kulturund Kreativwirtschaft.

Kulturelle Bildung umfasst jedoch mindestens drei gleichberechtigte Aspekte:

• sie dient dem Individuum zur Persönlichkeitsentwicklung

• sie hat eine soziale Funktion

• sie ist ein Wirtschaftsfaktor

Es ist deshalb eine wichtige Aufgabe der kulturellen Institutionen und Projekte, dafür Sorge zu tragen, dass kulturelle Bildung in ihrer gesamten Breite angemessen wahrgenommen und allen Menschen ungeachtet der jeweiligen beruflichen Relevanz der Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht wird. Dies gilt für alle Lebensphasen vom Kleinkind bis ins hohe Alter.

Wie alle Bildungsprozesse findet auch die kulturelle Bildung formal, nichtformal und informell, in einschlägigen Institutionen und außerhalb dieser Institutionen – im öffentlichen wie im privaten Bereich – statt. Sowohl der Elementarbereich (Kindergärten und Kindertagesstätten) als auch das allgemeinbildende Schulsystem befassen sich in verschiedenen Formen mit der kulturellen Bildung. Dabei sind die schulischen Aktivitäten zumindest als Anstoß zu einer jeweils individuellen kulturellen Bildung besonders wichtig, weil die Schule die einzige Einrichtung ist, die alle Kinder und Jugendlichen erreicht und mit deren Besuch – im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten der kulturellen Bildung – keine finanziellen Hürden verbunden sind. Mit der Ausweitung der Ganztagsschule wird der kulturellen Bildung in den Schulen ein noch breiterer Raum gegeben, der zugleich für die Kultureinrichtungen Möglichkeiten zur Kooperation und zur Gewinnung neuer Publikumsschichten bietet. Darüber hinaus vermitteln auch viele außerschulische Bildungsstätten (z. B. Kunstschulen, Musikschulen, soziokulturelle Einrichtungen, Kulturvereine) sowie die Volkshochschulen kulturelle Bildung. Die Kulturbetriebe selbst haben das Thema der kulturellen Bildung jedoch, obwohl sie mit ihrer Arbeit implizit täglich dazu beitragen, als explizite Aufgabe noch zu wenig in den Blick genommen.

Kulturelle Institutionen und Projekte sollten diesem Thema künftig eine verstärkte Aufmerksamkeit widmen, weil es im Allgemeinen ihre genuinen Interessen betrifft und ihnen im Speziellen wichtige Chancen eröffnet, denn nur mit einer konsequenten kulturellen Bildung können Kulturbetriebe die Nachfrage der Zukunft für ihre Angebote generieren. Nur wenn Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten geboten werden, so früh wie möglich eigene künstlerische Interessen und Stärken zu entdecken und auszubilden sowie kulturelle Prozesse zu reflektieren, werden die jeweils nächsten Generationen die Kultureinrichtungen besuchen oder zumindest bereit sein, die Kulturlandschaft als Steuerzahler mitzufinanzieren.

Ungeachtet der vorhandenen Infrastruktur hat die kulturelle Bildung als reflektierte Praxis in Deutschland noch nicht das Niveau ihrer theoretischen Anerkennung erreicht. „Dennoch klaffen Sonntagsreden und Alltagshandeln dabei fast nirgendwo so eklatant auseinander wie in der kulturellen Bildung. Führende Akteure aus allen Gesellschaftsbereichen zögern nicht, sich immer wieder zu der Bedeutung der kulturellen Bildung für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt zu bekennen, konkrete Folgen für die Praxis der kulturellen Bildung bleiben hingegen immer noch zu häufig aus. Es besteht ein Missverhältnis von Theorie und Praxis“ (Deutscher Bundestag 2007, S. 377). Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die kulturelle Bildung mit der Kultur und der Bildung zwei im öffentlichen Leben oft weit auseinander liegende Bereiche zu einem System verbinden muss. Dem stehen sowohl die rigide Abgrenzung der Zuständigkeiten auf kommunaler Ebene sowie auf der Bundesund der Landesebene entgegen als auch die Probleme der alltäglichen Kooperation der Institutionen und deren unterschiedliche Arbeitsweisen. Das Schulfach Darstellendes Spiel und die Theaterpädagogik, die Kunsterziehung und die kuratorische Museumsarbeit haben oft noch zu wenig miteinander zu tun. Den Aufbau dieser Strukturen der Kulturvermittlung sollte das Kulturmanagement als zukunftsweisendes Tätigkeitsfeld initiieren.

Dabei werden insbesondere die folgenden Entwicklungen zu thematisieren sein (Mandel 2008, S. 58–60):

• Ökonomisierung des Kultursektors: Die insbesondere durch die Förderpolitik der Europäischen Union forcierte Entwicklung des unternehmerischen Kultursektors und die absehbare Reduzierung öffentlicher Fördermittel sowie die Veränderung der Strukturen des Publikums und die Konkurrenzsituation auf dem Freizeitmarkt werden den Wettbewerbscharakter der Arbeit der kulturellen Institutionen und Projekte verstärken. Dieses Phänomen wird auch signifikante Auswirkungen auf die Wichtigkeit der Kulturvermittlung und die Qualifikation der damit betrauten Personen haben müssen.

• Kulturalisierung der Ökonomie: Der unternehmerische Bereich der Gesellschaft adaptiert und integriert zunehmend ästhetische und kulturelle Elemente als Gestaltungsfaktoren seiner Produkte und als Medien seiner Kommunikation. Kultur gewinnt damit einerseits einen zusätzlichen gesellschaftlichen Stellenwert, andererseits wird sie aber auch für kulturfremde Zusammenhänge instrumentalisiert. Kultureinrichtungen können in diesen Diskurs durch die Vermittlung kultureller Bildung eine wichtige kritische Sichtweise einführen. Der Einflussbereich der Kultur kann sich damit weit über ihren unmittelbaren Tätigkeitsbereich hinaus ausdehnen.

• Kultur als gesellschaftlicher Integrationsfaktor: Angesichts der Vielfalt der gegenwärtigen Gesellschaftsstrukturen muss die Herausforderung bewältigt werden, mit bestehenden kulturellen Unterschieden produktiv umzugehen und Kultur als integrierenden Faktor zu nutzen. Daraus ergibt sich die Aufgabe, kulturelle Ausdrucksformen für die Kommunikation zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen einzusetzen. Kulturelle Bildung ist eine Voraussetzung dafür, dass dieser Prozess gelingen kann.

Zu den Pionieren der kulturellen Bildung zählte die Initiative „Kinder zum Olymp!“ der Kulturstiftung der Länder und der Deutsche Bank Stiftung, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Zusammenarbeit mit den Kulturressorts der Länder, dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie der Bundeszentrale für politische Bildung seit 2004 durchgeführt wird. Sie fördert Ideen zur Realisierung einer Begegnung von Kindern und Jugendlichen mit kulturellen Einrichtungen und Künstlern. Im Mittelpunkt stehen dabei Konzepte der Kooperation zwischen Kultur und Schule und der Aufbau von Netzwerken zur kulturellen Bildung. Ausgangspunkt der Initiative war die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche oft kaum eine Chance haben, Kunst und Kultur kennen zu lernen. Das Projekt will deshalb Kinder und Jugendliche für die Vielfalt der Kultur begeistern, ihre Kreativität und Fantasie fördern und Kunst und Kultur im Leben von Kindern und Jugendlichen verankern. Darüber hinaus nimmt das Projekt in seiner Zielstellung auf Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie Bezug, die die Notwendigkeit ästhetischer Bildung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen belegen und die besonderen Aufnahmekapazitäten gerade im frühesten Kindesund Jugendalter nachweisen.

Zu dem alljährlichen Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“ wird deutschlandweit und für alle kulturellen Sparten aufgerufen. Eine Datenbank „Praxisbeispiele“ (kinderzumolymp.de – Zugriff 18.02.2015) verzeichnet inzwischen fast 3300 Projektbeschreibungen von Preisträgern und Endrundenteilnehmern als Anregung für die eigene Beschäftigung mit dem Thema.

Die Notwendigkeit lebenslangen Lernens als formales, nichtformales und informelles Lernen aufgrund der Anforderungen der postmodernen Informationsgesellschaft ist allgemein anerkannt. Dennoch ist die Teilnahme an dem Prozess des lebenslangen Lernens zumindest in Deutschland noch in starkem Maße vom Bildungsmilieu und der familiären Prägung mitbestimmt und die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe damit in der Praxis noch ungleich verteilt.

Bisherige Evaluationen zeigen, dass vor allem diejenigen Menschen die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens in Anspruch nehmen, die in ihrer Biographie und in ihrer Sozialisation bereits die Erfahrung gemacht haben, dass sie Bildungsprozesse bewältigen und daraus Vorteile ziehen können. Daraus wird das Defizit deutlich, dass die damit befassten gesellschaftlichen Strukturen zwar vielfältige Angebote des lebenslangen Lernens geschaffen haben, es jedoch kaum Orte gibt, an denen alle Menschen dem bisher Unbekannten, das ihre Neugierde wecken kann, begegnen können. Kulturelle Institutionen und Projekte werden nur in Ausnahmefällen einzelne Maßnahmen des lebenslangen Lernens selbst realisieren können, sie sind jedoch dafür prädestiniert, Menschen mit Themen, die ihnen noch nicht vertraut sind, zu konfrontieren und ihnen damit einen Anstoß zu geben, sich näher mit der jeweiligen Thematik zu befassen. Kunstausstellungen können beispielsweise nicht nur die Lust wecken, mehr über die jeweilige Kunstgattung, die Epoche oder den Künstler zu erfahren, sie können auch zu Reisen, zum Sprachenstudium und zur Interaktion mit Gleichgesinnten anregen. Kultureinrichtungen können damit vielfältige Anlässe bieten zur individuellen Weiterentwicklung und zur Wahrnehmung der Chancen der gesellschaftlichen Partizipation.

„Lebenslanges Lernen ist nicht mehr bloß ein Aspekt von Bildung und Berufsbildung, vielmehr muss es zum Grundprinzip werden, an dem sich Angebot und Nachfrage in sämtlichen Lernkontexten ausrichten. Im kommenden Jahrzehnt müssen wir diese Vision verwirklichen. Alle in Europa lebenden Menschen – ohne Ausnahme – sollten gleiche Chancen haben, um sich an die Anforderungen des sozialen und wirtschaftlichen Wandels anzupassen und aktiv an der Gestaltung von Europas Zukunft mitzuwirken“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2000, S. 3). Obwohl auf europäischer Ebene damit deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, dass das lebenslange Lernen mehr als eine arbeitsmarktund berufsbezogene Bildung sein muss, wird dieser Aspekt in der Praxis immer noch fast ausschließlich in den Mittelpunkt gestellt. Die sonstigen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen kommen bisher kaum in den Blick. Bildung im Umfeld der Kultureinrichtungen kann dagegen entscheidend zur Entwicklung von Kompetenzen in der Breite der Bevölkerung beitragen, die für die Bewältigung der Aufgabenstellungen in der pluralen Gesellschaft mit ihren sich kontinuierlich vielfach verändernden Kontexten auch jenseits der Arbeitswelt erforderlich sind. „Sie fördert Schlüsselkompetenzen wie zum Beispiel Kreativität, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Innovationsfähigkeit, also Fähigkeiten, die zum einen Lernund Problemlösungsstrategien ermöglichen, aber auch unter der Perspektive der sozialen und ökonomischen Entwicklung eines Landes unverzichtbar sind“ (Deutscher Bundestag 2007, S. 400).

Lebenslanges Lernen muss deshalb neben einer kontinuierlichen beruflichen Qualifikation in Zukunft vermehrt auch Antworten auf die Frage finden, wie Menschen dazu befähigt werden können,

• die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse zu meistern, den Alltag auch jenseits von Arbeitsprozessen zu bewältigen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln,

• Kompetenzen aufzubauen, die das soziale Miteinander – auch in Anbetracht der Migrationsgesellschaft, der Informationsgesellschaft und des demographischen Wandels – ermöglichen,

• an der Entwicklung einer sozialen Gesellschaft mitzuwirken, die Bildung als langfristiges – und nicht als kurzfristig gewinnbringend vermarktbares – Gut schätzt.

In die Beantwortung dieser Fragen können Kultureinrichtungen wichtige Kompetenzen und Anstöße einbringen.

Vor allem unter dem Aspekt der älter werdenden Gesellschaft werden auch die Phänomene des demographischen Wandels Auswirkungen auf das Thema des lebenslangen Lernens haben.

Die künftig zahlreicheren älteren Menschen verfügen nicht nur über die Zeit und die finanziellen Mittel, in dieser Lebensphase neuen und im bisherigen Leben vernachlässigten Interessen nachzugehen. Sie sind auch von dem Postulat der beruflichen Verwertbarkeit neu erworbenen Wissens befreit und können deshalb selbstbestimmt aus der Vielfalt des Bildungsangebotes auswählen. Bildung in kulturellen Themenbereichen kann dann sowohl ein Mittel zur Gestaltung der gewonnenen Lebenszeit als auch ein Ausdruck eines neuen Lebensentwurfes sein.

An den 6,39 Mio. Kursbelegungen der Volkshochschulen hatte bereits 2011 die Altersgruppe der über 50-Jährigen einen Anteil von 39 % (bpb.de/ nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61675/volks- hochschulen-vhs – Zugriff 02.11.2014). Das Nachfrageverhalten dieser Personengruppe ist in den Volkshochschulen das einzige seit Jahrzehnten ansteigende.

Lebenslanges Lernen impliziert aber auch, dass sich Lebenserfahrung nicht mehr kontinuierlich, linear und größtenteils unbewusst und ungesteuert aufbaut, sondern durch immer kürzere Aktualitätszyklen des Wissens und der Methoden abgelöst wird. Dies führt dazu, dass Bildung im Alter nicht mehr einseitig die Weitergabe der gewonnenen Erfahrung von den Älteren an die Jüngeren, sondern ein dialogischer Prozess ist. „Kultur ist zudem ein gutes Vehikel, um Generationen zusammenzubringen und das Lernen miteinander und voneinander anzuregen. In intergenerationellen Projekten können Ältere einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, indem sie ihr kulturelles Gedächtnis weitertragen, anderen vermitteln oder mit den jüngeren Generationen reflektieren“ (Hausmann und Körner 2009, S. 181).

 
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